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Greifswald Kinder-Drill: Vorwürfe gegen Freizeitbad
Vorpommern Greifswald Kinder-Drill: Vorwürfe gegen Freizeitbad
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06:36 08.07.2015
Rabiate Methoden im Schwimmunterricht des Greifswalder Freizeitbades sorgen für Kritik. Quelle: OZ
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Greifswald

Überzogene Härte oder pädagogisch vertretbar? Im Greifswalder Freizeitbad können Eltern ihre Kinder offenbar einem Schwimmunterricht unterziehen lassen, der an einen militärischen Drill wie zu DDR-Zeiten erinnert.

Im Schwimmbecken des Bades haben sich am Sonntagnachmittag besorgniserregende Szenen abgespielt. Ein kleines Mädchen schreit vor Angst, während sie von einer Schwimmlehrerin mit einem langen Stab durch das Becken getrieben wird. Mehrfach versucht sich die Kleine am Beckenrand festzuklammern. Vergebens. Die Schwimmlehrerin drückt das Mädchen mit der Stange immer wieder zurück ins Wasser.

Am Ende der Bahn nimmt sie ihrer Schülern eine von zwei Schwimmhilfen ab und schiebt das Kind von hinten zurück ins Wasser, während es auf dem Beckenrand verharren will. Wieder klammert sich das Mädchen an den Rand. Die Schwimmlehrerin bleibt hart. Die Szenen wiederholen sich.

Nach zwei geschwommenen Bahnen darf die Schulanfängerin im Kinderbecken weitermachen. Auch hier wird sie von der Schwimmlehrerin streng beobachtet. „Schwimm' ordentlich, sonst kommst du wieder ins tiefe Wasser“, ruft sie dem Kind hinterher.

Andere Badegäste, die durch das Geschrei des Mädchens auf die rabiaten Methoden aufmerksam werden, beobachten brüskiert die Situation. Mehrere Mütter sprechen die Schwimmlehrerin an. Ihnen sagt die Frau, dass der Schwimmunterricht so durchgeführt werde, wie die Eltern dies wünschen. Das Mädchen habe einfach zu viel Angst. Dagegen müssen sie etwas tun. Die Eltern des Kindes seien deshalb auch gar nicht in der Nähe des Beckens.

Der strenge Schwimmunterricht im Freizeitbad steht seit Jahren in der Kritik. Das Bad wird von den Stadtwerken betrieben. Unternehmenssprecherin Steffi Borkmann benötigt zwei Tage, um auf eine entsprechende Anfrage zu antworten. Sie begründet den Vorfall so: „Unsere Mitarbeiterin im Freizeitbad hat nachweislich außerhalb ihrer Dienstzeit der Tochter einer Bekannten Schwimmunterricht erteilt. Auf Wunsch der Mutter sollte das Kind animiert werden, die ganze Bahn zu schwimmen.“

Einer klaren Antwort auf die Frage, ob es im Freizeitbad in der Tat Angebote für einen Schwimmunterricht härterer Gangart gibt, weicht Borkmann aus. Sie verweist nur darauf, dass das angewandte Konzept dem des Deutschen Bäderverbandes entspreche. Borkmann bestätigt, dass die Schwimmlehrerin am Sonntag von Besuchern zur Rede gestellt worden sei. Sie hätten die Situation aber dann „wohlwollend begleitet“.



Benjamin Fischer

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