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Greifswald Kioskbetreiber klagen über Umsatzeinbußen
Vorpommern Greifswald Kioskbetreiber klagen über Umsatzeinbußen
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Dominik Aquilotto (30) betreibt den Kiosk im Schuhhagen seit Januar 2016. Nach der Schließung der Mensa am Wall komme weniger studentische Kundschaft in seinen Laden. Quelle: Christin Lachmann
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Greifswald

Vor knapp fünf Monaten eröffnete die neue Mensa am Campus Loefflerstraße. Etwa 728 Gäste strömen seitdem täglich in die Kantine. Fast 35000 Essen wurden im vergangenen Jahr in der neuen Mensa ausgegeben.

Während das Studierendenwerk als Betreiber mit dem Umzug zum neuen Campus eine positive Zwischenbilanz zieht, sind einige Innenstadthändler enttäuscht. Vor allem Kioskbetreiber klagen über Umsatzeinbußen, nachdem die Mensa am Schießwall geschlossen wurde.

Erste Konsequenzen bei Kioskbetreiber im Schuhhagen

Seitdem fehle es an studentischer Kaufkraft. Der Weg vom Schuhhagen Richtung alte Mensa: vor allem mittags würde er nun von Studenten gemieden. Für die Kassen bedeutet das Umsatzeinbußen. Kioskbetreiber Dominik Aquilotto zog erste Konsequenzen: Der 30-Jährige musste bereits eine geringfügig beschäftigte Mitarbeiterin entlassen.

Seit Anfang 2016 betreibt Aquilotto im Schuhhagen sein kleines Geschäft. Neben Tabak, Süßigkeiten und Getränken gilt sein Laden als ein Treffpunkt. Für einen Plausch mit Kunden bleibt immer etwas Zeit. Das Prinzip des Geschäftes: Neben den typischen Verkaufsartikeln hat sich der Kiosk vor allem auf Kaffee spezialisiert. Doch Aquilotto beklagt: „Seit der Schließung der Mensa kaufen weniger Kunden bei uns ein. Vor allem Studenten kommen nach dem Mittag nicht mehr auf einen Kaffee zu uns.“ Der Kioskbesitzer schätzt, dass etwa 50 Kunden pro Tag ausbleiben würden. Seitdem steht Aquilotto selbst wieder hinter dem Verkaufstresen. Insgesamt arbeiten vier weitere Mitarbeiter in dem Kiosk. Auch seine Eltern sind bei ihm angestellt.

Laden schließen ist erst mal keine Option

Als er von der Mensa-Schließung hörte, ahnte Aquilotto schon, dass es Umsatzeinbußen geben werde: „Es ist oft so, dass sich kleinste umliegende Veränderungen auf ein Geschäft auswirken.“ Frank Embach, Vorsitzender des Greifswalder Innenstadtvereins, bestätigt Aquilottos Aussage: „Durch den neuen Campus der Uni haben sich die Wege der Studenten geändert. Wenn so eine große Mensa gebaut wird, hat das Auswirkungen.“ Dass diese Tatsache so großen Druck auf Innenstadtverkäufer ausübt, könne sich Embach bisher nicht vorstellen. „Von anderen Händlern habe ich bisher noch nicht gehört.“

Der Kiosk-Besitzer Aquilotto will nun aktiv werden und mehr Werbung betreiben, um den Verlust wieder hereinzubekommen. Er gibt zu: „Die Option, den Laden komplett zu schließen, ist uns bereits in den Sinn gekommen. Doch das wird sich bei der endgültigen Jahresbilanz zeigen. Bisher schließen wir das aber aus.“ Er und seine Mitarbeiter hoffen, dass im Sommer vermehrt touristische Kundschaft kommt.

Darauf baut auch der Kiosk gegenüber der alten Mensa. An dem kleinen Häuschen komme seit Schließung der Mensa weniger Kundschaft vorbei: „Es ist deutlich zu merken. Die Zahl der studentischen Kunden ist deutlich zurückgegangen.“, sagt eine Mitarbeiterin des Kioskes. „ Wir bauen auf den Sommer. Da werden dann wieder mehr Touristen zu uns kommen“, fügt die Angestellte hinzu, die namentlich nicht genannt werden möchte. Ähnlich verhält es sich beim Kiosk in der Mühlentorgalerie. Auch hier mache sich der Rückgang von studentischen Kunden in der Kasse bemerkbar. Der Laden setze nun auf Stammkunden.

Mehr Umsatz in der neuen Mensa

Während an den Kiosken in der Innenstadt täglich weniger Kundschaft eintrifft, kann sich das Studierendenwerk am neuen Standort über mehr Zulauf beim Mittagsgeschäft freuen. „Im Vergleich zur alten Mensa am Wall kommen jetzt schon deutlich mehr Gäste zur neuen Mensa“, sagt Carolyn Bothe, Diplom-Betriebswirtin beim Studierendenwerk.

Auch in der alten Mensa haperte es bei den Umsätzen: „In unserer alten Mensa und Cafeteria am Wall hatten wir bis zur Schließung bereits seit Jahren mit sinkenden Umsatz- und Portionszahlen zu kämpfen.“ Der Grund lag in der Umstrukturierung innerhalb der Universität. Institute sind weggezogen, die Bereichsbibliothek, die sich direkt neben der Mensa am Wall befand, ist Ende 2015 an den neuen Campus gezogen. „Auch die Eröffnung des neuen Audimax im Herbst 2016 hatte dazu geführt, dass weniger Studierende die Mensa und die Cafeteria am Wall genutzt haben“, fügt Bothe an.

Zahlen und Fakten neue Mensa

656 Studierende(90,1%), 54 Mitarbeiter (7,5 %) und 18 Gäste (2,4 %) nutzen durchschnittlich täglich das Angebot der neuen Mensa. Die alte Mensaam Wall ist im Jahr 2018 bis zu der Schließung Ende Juli 2018 im Durchschnitt von 502 Gästen pro Tag genutzt worden. Das Studierendenwerkgeht davon aus, dass die Zahl der Gäste nochmals ansteigt, sobald die restlichen Institute an den neuen Campus Loeffler-Straße umgezogen sind. Die Kinderecke im Gastraum 3 der neuen Mensa soll noch erweitert werden. Weitere Bauvorhaben sind derzeit nicht geplant.

Christin Lachmann

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