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Greifswald Kitaverpflegung in Greifswald – ein Tagespreis für alle
Vorpommern Greifswald Kitaverpflegung in Greifswald – ein Tagespreis für alle
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09:59 08.11.2019
Frühstück, Mittag, Vesper –künftig sollen alle Eltern für ihre Kinder einen Tagespreis zahlen, eine portionsgenaue Abrechnung entfällt. Quelle: Lutz Roeßler
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Greifswald

Frühstück, Mittag, Vesper. Der Greifswalder Nachwuchs, der in den Einrichtungen der „Hansekinder“ betreut wird, soll eine vollwertige, altersgerechte und gesunde Verpflegung erhalten. Das zumindest ist der Anspruch des städtischen Eigenbetriebes, der die Verpflegung der rund 2000 Mädchen und Jungen teilweise mit eigenen Fachkräften beziehungsweise in Kooperation mit der Menüpartner GmbH realisiert. Das alles soll auch noch finanzierbar bleiben – nicht nur für Eltern, sondern auch für das Unternehmen. Doch daran haperte es zunehmend. Deshalb gibt ab 1. Januar 2020 eine geänderte Gebührensatzung, die Regelungslücken schließen soll.

Wichtigster Punkt: Eltern müssen für ihre Kinder in Krippe und Kindergarten künftig alle einen Tagespreis zahlen, die portionsgenaue Spitzabrechnung entfällt damit. „Denn sie ist zum Bürokratiemonster für unsere Mitarbeiter geworden, kostet viel Zeit und Verwaltungsaufwand“, begründet Betriebsleiter Achim Lerm die Änderung.

Ab Januar kostet Verpflegung zehn Cent pro Tag mehr

Wer die Pauschalabrechnung wählt, zahlt aktuell für einen Ganztagsplatz und somit Vollverpflegung 68,85 Euro. Diesem Betrag wurden monatlich 17 Anwesenheitstage zugrunde gelegt. Das entspricht einem Tagespreis von 4,05 Euro – darin enthalten jeweils 40 Cent für Frühstück und Vesper. Ab Januar 2020 erhöht sich der Preis auf 4,15 Euro (pro Monat 70,55 Euro). Die Bürgerschaft der Hansestadt stimmte dieser Erhöhung bereits im Dezember 2018 vor dem Hintergrund des branchenspezifischen Mindestlohns und allgemeiner Preissteigerungen zu. 2018 betrug der Tagessatz für die Lütten noch 3,80 Euro. Das Mittagessen im Hort – derzeit nutzen es 666 Kinder – steigerte sich von einst 3,80 auf derzeit 4,05 und ab Januar auf 4,15 Euro.

Neben der Pauschal-, gibt es auch künftig die Spitzabrechnung. Heißt: Eltern zahlen nur für jene Tage, an denen das Kind tatsächlich in der Kita weilt. Allerdings ist es künftig ohne Belang, ob der Nachwuchs am Frühstück oder an der Vesper teilnimmt. Für alle gilt der Tagespreis. Der Unterschied zwischen beiden Optionen: Der Spitzabrechnung, die von den Sorgeberechtigten eine Vorauszahlung erfordert, werden 21 Anwesenheitstage des Kindes zugrunde gelegt. Damit beträgt die Vollverpflegung in den Krippen und Kindergärten aktuell 85,05 Euro, ab Januar gar 87,15 Euro. Gibt es Krankheits- oder andere Abwesenheitstage, wird Geld zurückerstattet.

Bürgerschaft stimmte den Änderungen zu

Die Bürgerschaft der Hansestadt stimmte dieser Änderung auf ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich bereits zu – allerdings ohne Stimmen der CDU-Fraktion. Deren Mitglied Gerd-Martin Rappen kritisiert, dass der Tagespreis für alle „faktisch die Abschaffung der Wahlfreiheit“ bedeute. „Die Teilnahme am Frühstück wird somit vorgeschrieben“, monierte er. Das sei weder familienfreundlich noch nachhaltig, wobei es ihm nicht um die 40 Cent gehe. Vielmehr müsse es erlaubt sein, auch künftig mit den Kindern daheim das Frühstück einzunehmen.

Dagegen hat Achim Lerm nichts einzuwenden, nur würden eben diese 40 Cent nicht mehr zurückerstattet. Die portionsgenaue Abrechnung, begründet er, sei für die Erzieher in den Tagesstätten immer aufwendiger geworden. Aufgrund des Datenschutzes musste für jedes Kind eine Akte angelegt werden, in der penibel die Anwesenheit zu jeder Mahlzeit dokumentiert werde. Anschließend hätten die Mitarbeiter Sorge zu tragen, dass die Eltern diese Daten auch für richtig befinden und unterschreiben. „Das kostet Zeit, die besser den Kindern zur Verfügung stehen sollte“, argumentiert Lerm. Zudem habe dieses Prozedere einen erheblichen Verwaltungs- und Buchungsaufwand mit sich gebracht. Sämtliche Daten seien händisch ins System einzutragen. Mit Blick auf die Finanzen sei das nicht länger tragfähig. Die Kitaverpflegung, so Lerm, erfordere einen hohen Anteil an Fixkosten. „Wir müssen Küchen- und Servicepersonal vorhalten, die Räumlichkeiten, Ausstattung, Heizung und Energiekosten sind zu zahlen“, sagt Lerm. Dagegen nähmen sich die reinen Rohstoff-, also Essenskosten, als sehr gering aus. Daher fanden es Eltern, die sich in der Vergangenheit bereits für den Pauschalpreis entschieden haben, zunehmend als unfair, dass sich andere quasi indirekt aus der Verantwortung für diese Fixkosten stehlen wollten, berichtet der Hansekinder-Chef.

Einzugsermächtigung ist laut Satzung Pflicht

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre die Pauschalabrechnung daher für alle die beste Lösung, „aber die Abschaffung der Spitzabrechnung augenblicklich wohl noch nicht mehrheitsfähig“, denkt Lerm. Die jetzige Änderung bringe zumindest eine Verbesserung. Wie auch die zweite Änderung in der Gebührensatzung: Künftig müssen Eltern, die bislang keine Einzugsermächtigung für den Elternbeitrag erteilt haben, eine Aufwandspauschale für jeden fälligen Betrag in Höhe von einem Euro zahlen. Damit will der Kitabetrieb praktisch darauf hinwirken, dass die Sorgeberechtigten, dieser bereits in der Satzung verankerten Pflicht, doch noch nachkommen. „Derzeit weigern sich etwa 300 Eltern, der Lastschriftzahlung zuzustimmen“, sagt Lerm. In der Folge müssten seine Mitarbeiter alle Beträge manuell verbuchen – mit hohem Kosten- und Zeitaufwand.

Von Petra Hase

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