Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Klosterschenke-Wirt und Greifswalder Original Wolfgang Jochens gestorben
Vorpommern Greifswald

Klosterschenke-Wirt und Greifswalder Original Wolfgang Jochens gestorben  

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
17:02 18.02.2020
Klosterschenke-Gastwirt Wolfgang Jochens galt als Greifswalder Original Quelle: Eckhard Oberdörfer
Anzeige
Greifswald

Der bekannte Eldenaer Gastwirt Wolfgang Jochens ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 62 Jahren nach langer Krankheit. Jochens erlag einem Krebsleiden. „Für uns ist sein Tod ein schwerer Verlust. Wir haben mit Wolfgang einen Freund, einen engagierten Kommunalpolitiker und ein Greifswalder Urgestein verloren“, zeigte sich CDU-Fraktionschef Axel Hochschild erschüttert. Jochens ist den Greifswaldern vor allem als Gastwirt der Eldenaer „Klosterschenke“ bekannt. Seit 40 Jahren stand er hinter dem Tresen der Gaststätte, hatte das Ohr immer nahe an den Gästen, den Einwohnern des Ortsteils und ihren Bedürfnissen. Das machte auch die große Stärke von Wolfgang Jochens aus. „Er wusste immer, was die Eldenaer bewegte“, so Hochschild.

Gastwirt mit Leidenschaft fürs Maritime

Jochens lernte den Beruf des Bootsbauers, stieg dann aber im Jahr 1980 in die elterliche Traditionsgaststätte ein. Nach der Wende, genau im Jahr 1993, übernahm er als Betreiber die Kultschenke. Noch im selben Jahr wurde er auch zum Regionalvorsitzenden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga gewählt – ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte.

Seiner Leidenschaft zum Maritimen blieb Jochens auch als Gastwirt treu. Zahlreiche Fotos, Bücher und Rettungsringe in den Gasträumen belegen seine Liebe zum Meer und zu den Schiffen. Ein Schiff hatte es ihm besonders angetan: das Segelschulschiff „Greif“. Seit vielen Jahren engagierte er sich im Förderverein und im Betriebsausschuss des Rahseglers.

Leidenschaftlicher Kämpfer in der Bürgerschaft

Seit 2004 saß Jochens für die CDU-Fraktion in der Greifswalder Bürgerschaft, zunächst noch ohne Parteibuch. Im Jahr 2005 trat er den Christdemokraten bei. In der Bürgerschaft galt er nicht nur als Kämpfer für die Belange seines Stadtteils, sondern wurde auch in anderen Fraktionen als engagierter Kommunalpolitiker geachtet, der sich mit klaren Worten und einem unerschütterlichen inneren Kompass für die Belange der Stadt stark machte, zuletzt beim Thema „Nette Toilette“. „Wolfgang Jochens war ein Treiber und eine große Bereicherung in der Bürgerschaft“, sagte Linken-Fraktionschef Jörn Kasbohm. „Er war ein Greifswalder Original.“

Im Herbst 2019 wurde Jochens von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Bürgerfest nach Berlin eingeladen. Der Eldenaer hatte diese Einladung, mit der das deutsche Staatsoberhaupt herausragendes bürgerschaftliches Engagement würdigt, als große Ehre empfunden. Wer ihn damals vorgeschlagen hatte, blieb unbekannt.

Zukunft der Klosterschenke offen

Wie es mit der Kult-Gaststätte nach dem Tod von Wolfgang Jochens weitergeht, ist unklar. Im Herbst wurde er von der OZ befragt, ob er langsam über eine Nachfolge nachdenke. „Ich werde hier mit den Füßen zuerst rausgetragen“, so der Gastwirt. Wegen der vielen nötigen Investitionen, die ein Nachfolger leisten müsste, glaube er nicht, dass es nach ihm weiter die „Klosterschenke“ gibt. Aber ganz ausschließen wollte er es noch nicht, dass einer der beiden Söhne weitermacht. Drängen wolle er keinen, sagte der Gastwirt damals. „Das hat mein Vater auch nicht gemacht.“ Die Beisetzung, so hieß es aus dem Umfeld, erfolgt im engsten Familienkreis. Die Familie bittet darum, von Beileidsbekundungen abzusehen.

Von Martina Rathke

Beim Werftaufenthalt in Wolgast wurden am Greifswalder Segelschulschiff „Greif“ weitere Schäden festgestellt. Die Kosten für die Instandsetzung des Traditionsseglers sind noch nicht abzusehen. Es zeichnet sich eine Grundsatzdiskussion um die Zukunft des Schiffes ab.

18.02.2020

Einen verwirrten und nur leicht bekleideten Mann ohne Schuhe wollte am Montagabend die Polizei in Greifswald überprüfen. Der 36-Jährige aus Gützkow versuchte zuerst zu fliehen – und griff die Beamten plötzlich an.

18.02.2020

In Greifswald liegen Wohnprojekte im Trend. In der Steinbeckerstraße gibt es seit dem vergangenen Jahr drei solcher Gemeinschaften. Das Zusammenleben muss aber sehr gut organisiert sein, erklären die Bewohner.

17.02.2020