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Greifswald Konkurrenz für Gesundheitszentrum
Vorpommern Greifswald Konkurrenz für Gesundheitszentrum
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00:00 06.03.2018
So sollte das Gebäude aussehen, das Investoren am Museumshafen errichten wollten. BILD: KONZEPT BÜRO FMRA
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Greifswald

Ein Restaurant, eine öffentliche Toilette, Fahrschein- und Souvenirverkauf, Tourismus-Info am Museumshafen – das hätte Greifswald schon vor sechs Jahren haben können. Und zwar an der gleichen Stelle, auf der die FPx5 GmbH nahe der Liegewiese ihr Projekt eines Carecenters, einer digitalen Arztpraxis plus Café, Kiosk, Tourist-Info und WC, verwirklichen will (die OZ berichtete).

Zwei Immobilienunternehmer waren 2012 in der Verwaltung, um sich mit der Stadt abzustimmen. Ihnen gehört unter anderem die Quartier am Ryck GmbH. „Wir haben erst aus der OZ erfahren, dass ein Gesundheitszentrum entstehen soll“, sagt der Sprecher der Unternehmer. Danach haben sie sich an Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) und die Fraktionen der Bürgerschaft gewandt.

„Wir möchten investieren“, betonen die beiden Greifswalder. Unverständlich sei für sie, dass bisher kein Wettbewerb der Konzepte, keine Ausschreibung zur Vergabe des 700 Quadratmeter großen Grundstücks erfolgt sei.

Ihre Geschichte lässt sich auf der Grundlage von Dokumenten gut nachvollziehen. Am 12. Januar 2012 waren die Investoren das erste Mal in der Stadtverwaltung. „Nach dem Gespräch sind wir auf die Vorstellungen der Stadt eingegangen“, betont der Sprecher. Ein Architekt erarbeitete einen Entwurf für ein zweigeschossiges Gebäude, das mehrere Nutzungen ermöglicht. Die Fassade soll Richtung Süden transparent sein. Das ermögliche den Gästen einen Blick auf die Altstadt. Zum Plan gehört im Erdgeschoss ein Restaurant mit 64 Plätzen und Ganzjahresbetrieb, das auch für Familienfeiern geeignet ist.

16 Stellplätze sollen geschaffen werden. Dazu kommen zwei öffentliche Toiletten, der Verkauf von Fahrscheinen für die „Stubnitz“, Touristik-Info sowie ein Souvenirangebot. Im Obergeschoss sehen die Planungen vier bis fünf Büros vor.

2014 teilte die Stadtverwaltung den beiden Herren mit, dass das Grundstück nicht vermarktet wird. Auch 2016 wurden sie hingehalten. „Uns wurde niemals abgesagt“, so der Sprecher. Der Museumshafen habe sich wirklich toll entwickelt. Es sei wichtig, am Nordufer des Ryck weitere Angebote für die Bevölkerung und Touristen zu etablieren, und das auch außerhalb der warmen Jahreszeit. Eine öffentliche Toilette sei sehr wichtig. „Es gibt eine Gefährdung durch Vandalismus für eine öffentliche Toilette“, räumt der Sprecher ein. Aber in Verbindung mit einem Restaurant sollte das beherrschbar sein.

Die Idee eines Multifunktionsgebäudes ist über zehn Jahre alt. Das Konkurrenzprojekt der FPx5 GmbH soll über den Aufbau eines Präventiometers einen Gesundheitscheck ermöglichen. Ferner sind Softwareentwicklung und eine kleine Produktion vorgesehen. Dazu kommen in dem ebenfalls zweigeschossigen Gebäude Café, Touristik-Info, Kiosk und WC. 36 Jobs sollen entstehen.

Der Brief der Investoren traf gestern im Rathaus ein. „Wir werden jetzt die Konsequenzen prüfen“, sagt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Ein Verkauf des Grundstücks stehe jetzt ohnehin nicht auf der Tagesordnung. Vielmehr gehe es darum, eine Grundsatzentscheidung für das Gesundheitszentrum auf dem Grundstück zu treffen. Denkbare Konsequenzen aus der Offerte der Greifswalder seien beispielsweise, dass nun auch die Idee dieser Investoren in den Ausschüssen vorgestellt wird oder eine Ausschreibung erfolgt. Dass auf dem umworbenen Grundstück gebaut wird, stehe seit Jahren im Rahmenplan für den Museumshafen.

Laut Stadtsprecherin Andrea Reimann passe das Carecenter aus Sicht der Greifswalder Wirtschaftsförderung hervorragend in das Leitbild der Stadt. Die Vernetzung in der Gesundheitswirtschaft werde dort ausdrücklich empfohlen. FPx5 strebe an, weitere Gesundheitsdienstleister nach Greifswald zu holen.

Multifunktionshaus

Schon 2007 gab es Vorstellungen für ein Gebäude mit Bistro, öffentlicher Toilette, Fahrkartenverkauf für die Schifffahrt. Damals war als touristisches Highlight in Erinnerung an die Saline noch der Bau eines Gradierwerks geplant. Denn hier wurde bis 1872 Salz gefördert. Diese Pläne wurden geopfert, um eine Erweiterung der Yachtwerft zu ermöglichen. 2012 stand das Multifunktionsgebäude auf der Wunschliste für Projekte der Stadtsanierung.

Eckhard Oberdörfer

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