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Greifswald Kopfweiden brauchen dringend Pflege
Vorpommern Greifswald Kopfweiden brauchen dringend Pflege
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00:00 07.07.2017
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reifswald. Viele Kopfweidenbestände in Vorpommern-Greifswald müssten dringend gepflegt werden. Pflege heißt hier „köpfen“. Mit der Motorsäge werden die Silber- und Korbweiden so wieder in ihre charakteristische Form gebracht.

Weil das viel zu lange nicht erfolgt ist, sehen beispielsweise die Bäume am Weg von Groß Karrendorf zur Insel Koos für den Laien gar nicht mehr wie Kopfweiden aus, schätzt der Greifswalder Naturfreund Volker Stübs ein. „Sie gehören aber zu unserer vorpommerschen Kulturlandschaft “, stellt er fest. „Kopfweiden sind Lebensraum für mehrere Höhlenbrüterarten, unter anderem für den seltenen Steinkauz, und auch für viele Insektenarten sind sie wichtig.“ An der Zufahrt nach Frätow wäre ebenfalls Pflege dringend nötig, nennt Stübs ein zweites Beispiel. „Ohne Pflege brechen diese Weiden auseinander. In Groß Karrendorf ist das schon bei einem Baum passiert.“ So wie dort sehe es vielerorts im Kreis Vorpommern-Greifswald aus. Zu den positiven Beispielen gehörten Kopfweidenbestände in der Gemeinde Loissin und in Owstin, schätzt Stübs ein.

„ Wiederholte Pflege ist notwendig“, bestätigt der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim, für die Naturschutzbehörde. Sie müsste spätestens alle zehn Jahre im Zeitraum Anfang Oktober bis Ende Februar erfolgen.

In der Vergangenheit sahen die Bäume auch ohne den Einsatz der Säge wie Kopfweiden aus. Die Ruten (Zweige) wurden beispielsweise zum Flechten von Körben oder Zäunen abgeschnitten. Dafür gibt es heute kaum noch Bedarf. Darum ist die Pflege durch die Menschen notwendig geworden.

Volker Stübs engagiert sich seit Jahrzehnten dafür. Er hat 1988 bis 1993 den inzwischen nicht mehr existierenden Verein „Naturschutz Greifswald“ geleitet. „Wir bekamen damals Geld für die Kopfweidenpflege vom Rat der Stadt Greifswald und vom Kreis“, sagt er. „Als erste haben wir die Weiden am Eldenaer Kuhstrand gepflegt.“ Mitte/Ende der 1990er Jahre waren die goldenen Zeiten der Pflege allerdings vorbei. „Ich habe in den letzten Jahren mehrfach Förderanträge gestellt, stieß aber auf eine Mauer der Ablehnung“, sagt Stübs. Dabei hätten Pflegearbeiten sehr kostengünstig ausgeführt werden können. „Ich hatte zwei Motorsägenführer gewonnen, die das gegen Erstattung der Unkosten gemacht hätten.“

Zuständig seien die Baumeigentümer oder Nutzungsberechtigten, so Froitzheim. Würden die Weiden nicht „geköpft“, seien Sanktionen möglich, wenn solche Fälle dem Kreis bekannt würden, sagt Achim Froitzheim. Im Einzelfall könne die Pflege besonders wertvoller Kopfweidenbestände finanziell aus dem Baumschutzfonds durch Vorpommern-Greifswald unterstützt werden. Allerdings seien die zur Verfügung stehenden Mittel begrenzt. „Förderprogramme des Landes für die Kopfweidenpflege gibt es nicht“, bedauert Froitzheim.

Der für Frätow und Groß Karrendorf zuständige Mesekenhäger Bürgermeister, Geert-Christoph Seidlein, sagt, dass die Kopfweidenpflege „kein Schwerpunkt der finanziellen Erwägungen der Gemeinde“ seien.

Zum Teil stünden sie auch auf Privatland. Bei Frätow solle aber eine Baumpflege erfolgen, so Seidlein.

Hilfe beim Erhalt der vorpommerschen Kopfweidenbestände kündigt der Greifswalder Studentenzirkel „Jean Baptiste de Lamarck“ an. Die Zirkelsekretärin Tina Kirchhoff hat sich bereits mit Volker Stübs getroffen.

Eckhard Oberdörfer

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