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Greifswald Kostenfreie öffentliche WCs in der ganzen Stadt?
Vorpommern Greifswald Kostenfreie öffentliche WCs in der ganzen Stadt?
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14:51 25.02.2018
Wolfgang Jochens (CDU) ist Inhaber des Retaurants Klosterschenke in Greifswald. Das Bürgerschaftsmitglied hat den Beschluss auf den Weg gebracht, dass die Hansestadt Mitglied der bundesweiten Initiative „Nette Toilette“ werden soll.
Wolfgang Jochens (CDU) ist Inhaber des Retaurants Klosterschenke in Greifswald. Das Bürgerschaftsmitglied hat den Beschluss auf den Weg gebracht, dass die Hansestadt Mitglied der bundesweiten Initiative „Nette Toilette“ werden soll. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Fehlende öffentliche Toiletten sind in Greifswald seit Jahren ein Dauerbrenner. Das Problem der wenigen frei zugänglichen WCs könnte sich demnächst ändern. Die Stadtverwaltung prüft nun, ob Greifswald der bundesweiten Initiative „Nette Toilette“ beitritt. Das würde bedeuten, dass Einheimische und Touristen WCs in Restaurants und Cafés künftig kostenfrei nutzen können, zumindest in all jenen Lokalen, die bei der Initiative mitmachen. Ob ein Restaurant Mitglied ist, erkennen Passanten am Logo „Nette Toilette“ . Die Inhaber würden eine Aufwandsentschädigung von der Stadt erhalten, um die erhöhten Kosten für Reinigung und Instandhaltung zu kompensieren. Deutschlandweit machen bereits 250 Städte bei der Initiative mit.

Während der Sitzungen der Fachausschüsse der Bürgerschaft im Januar war der Vorstoß der CDU-Fraktion noch durchgefallen (die OZ berichtete). Die Skepsis bei Grünen und Linken am Konzept war groß. Deswegen wurde die Beschlussvorlage nun in einen Prüfauftrag umgewandelt und ergänzt, dass neben der „Netten Toilette“ auch eigene Ansätze einbezogen werden sollen. Am Ende der Prüfung könnte ein Beitritt zur „Netten Toilette“ stehen oder ein alternatives Konzept entwickelt werden. Fest steht: Alle Fraktionen setzen sich für eine Verbesserung der aktuellen Situation ein. Der Antrag wurde mit nur einer Gegenstimme angenommen.

Bislang betreibt die Verwaltung nach eigener Auskunft lediglich eine öffentliche Toilette in der Hansestadt. Die Kosten für Reinigung und Instandhaltung der Anlage am Mühlentor beliefen sich im Vorjahr auf 14.000 Euro, wie Bärbel Lenuck von der Pressestelle der Stadtverwaltung mitteilt.Die aus Baden-Württemberg stammende Initiative „Nette Toilette“ wirbt vor allem mit einer immensen Kostenersparnis für das Konzept. Denn Verwaltungen könnten so die Investition in Bau und Betreibung eigener Anlagen einsparen. Sie müssten stattdessen lediglich Gastronomen eine Entschädigung für ein kostenfreies Angebot zahlen. Die Stadt Bremen geht nach Angaben der CDU-Fraktion jährlich von Kosten in Höhe von 150.000 Euro für die „Nette Toilette“ aus. Nach Plänen der Verwaltung soll noch in diesem Jahr ein öffentliches WC am Südbahnhof gebaut werden. Hierfür sind 150.000 Euro eingeplant, wie die städtische Pressesprecherin Andrea Reimann mitteilt. Unklar bleibt hingegen, wann am Museumshafen ein WC gebaut wird und ob je eine Anlage in Eldena entstehen kann. Wolfgang Jochens, CDU-Bürgerschaftsmitglied und Inhaber der Gaststätte Klosterschenke, erinnerte während der Sitzung des Stadtparlaments daran, dass er bereits seit mehr als zehn Jahren für den Bau einer öffentlichen Toilette in Eldena kämpft, wo sich auch sein Lokal befindet. „Immer wieder stehen Leute bei mir im Restaurant, weil sie unbedingt einen Ort suchen, um sich erleichtern zu können“, so Jochens. Auf ihn geht der Vorstoß zu kostenfreien Toiletten zurück.

Die Ergänzung der Grünen geht sogar ein Stück weiter: „Wir könnten uns vorstellen, dass sich die Stadt an den Kosten für geplante Bädersanierungen in Restaurants beteiligt, damit diese dann barrierefrei sind“, so Fraktionschef Alexander Krüger.

Degrassi Katharina

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