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Greifswald Kreis will mehr Straßen wieder selbst unterhalten
Vorpommern Greifswald Kreis will mehr Straßen wieder selbst unterhalten
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13:14 23.11.2018
Der Kreis will wieder mehr Kreisstraßen in die Verantwortung der eigenen Straßenmeisterei legen. Quelle: OZ
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Greifswald

In der Verantwortung des Landkreises Vorpommern-Greifswald befinden sich 820 Kilometer Straßen. Mehr als die Hälfte davon wird durch Straßenmeistereien des Landes, wie etwa die in Helmshagen, unterhalten. Das soll sich bald ändern. Die Verwaltung plant, die entsprechende Vereinbarung mit dem Land zu kündigen und der eigenen Kreisstraßenmeisterei mehr Aufgabenbereiche zu übergeben. Hintergrund ist der enorme Spardruck im Kreis. „Die Maßnahme hätte ein Einsparpotenzial von 55000 Euro pro Jahr“, sagt Jörg Hagedorn, Sachgebietsleiter für Hoch- und Tiefbau.

Die Idee hierzu stammt noch aus der Vorschlagsliste des Beratungsunternehmens Rödl & Partner, das nach der Kreisgebietsreform beauftragt wurde, Maßnahmen zur Kostensenkung zu erarbeiten. Der Kreistag folgte dem per Beschluss. Eine Studie wurde in Auftrag gegeben, die sich mit der Optimierung des Straßenbetriebsdienstes befassen sollte. Die Ergebnisse liegen nun vor. Ziel sei es, so Hagedorn, die Bewirtschaftung der Straßen im Nordteil des Kreises an die Kreisstraßenmeisterei Anklam zu übertragen. Das betreffe den Altkreis Ostvorpommern sowie die mit der Kreisreform neu hinzu gekommenen Teile des Kreises Demmin. „Der südliche Teil mit Pasewalk und Eggesin würde zunächst weiterhin von den Straßenmeistereien des Landes in Pasewalk und Eggesin bewirtschaftet, bis Erfahrungen mit dem Nordteil vorliegen“, sagt Hagedorn.

Im Falle einer Vertragskündigung mit dem Land seien zunächst Investitionen zur Anschaffung von Technik erforderlich, so Hagedorn. Laut Beschlussvorschlag handele es sich dabei um etwa 300000 Euro. Womöglich noch mehr, sollten auch Gebäude benötigt werden. Eine erste Idee geht davon aus, im Raum Lubmin einen Stützpunkt der Kreisstraßenmeisterei Anklam einzurichten. Deren Leiter Hardy Rieck erklärt: „Zurzeit kümmern wir uns um 380 Straßenkilometer und weitere 440 Kilometer Radwege. Wir sind praktisch kreisförmig um Anklam unterwegs, bis Greifswald, Jarmen, Loitz und halbe Strecke nach Pasewalk.“ Sollte der Kreistag für den Nordteil eine Neuordnung der Kreisstraßen beschließen, kämen etwa 200 Straßenkilometer hinzu. „Dann würden wir maximal drei neue Straßenwärter binden, um die hoheitlichen Aufgaben wahrzunehmen“, sagt Rieck. Dazu gehören zum Streckenkontrollen, Verkehrssicherungsarbeiten und die Beschilderung. „Andere Aufgaben, wie Mahd, Baumpflege, Winterdienst und Straßenflickung, würden wir über Verträge an die freie Wirtschaft geben. Damit haben wir gute Erfahrungen gesammelt“, sagt er.

Im Verkehrsausschuss des Kreistages stieß der Vorschlag auf geteilte Meinung. Gunter Reinhold etwa konnte nicht nachvollziehen, „was die Kündigung des Vertrages mit dem Land bringt, wenn wir so viel Mehraufwendungen für Personal, Technik und einen Stützpunkt haben“. Ausschussvorsitzender Karl-Heinz-Schröder indes übte Kritik, dass die Verwaltung erst jetzt mit dem Vorschlag komme. „Wir haben schon vor Jahresfrist darüber gesprochen“, moniert er. Schröder ist für die Umsetzung des Vorschlags, „denn unsere Leute kennen sich mit den Kreisstraßen bestens aus“. Der Kreistag soll im Dezember entscheiden. Der Vertrag mit dem Land kann allerdings frühestens 2024 enden, da es sich um eine lange Kündigungsfrist handele, so Hagedorn. ph

Petra Hase

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