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Greifswald Landkreis will Krankenhaus Wolgast zurückkaufen
Vorpommern Greifswald Landkreis will Krankenhaus Wolgast zurückkaufen
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14:04 09.04.2019
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald prüft, das Kreiskrankenhaus Wolgast zurückzukaufen. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast

Das Maß ist voll: Aufgrund eines massiven Personalabbaus in den vergangenen Jahren erwägt der Landkreis Vorpommern-Greifswald jetzt den Rückkauf des Kreiskrankenhauses Wolgast von der Universitätsmedizin Greifswald. Grund ist die Sorge, dass die medizinische Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung künftig nicht mehr gewährleistet werden kann. Der Kreistag von Vorpommern-Greifswald beauftragte daher auf seiner Sitzung am Montagabend in Pasewalk mit großer Mehrheit Landrat Michael Sack (CDU), Gespräche mit der Universitätsmedizin und dem Land aufzunehmen, um das Kreiskrankenhaus zurückzukaufen.

Die große Einmütigkeit in dem Gremium beruhte nicht zuletzt auf einen am Montag erschienenen OZ-Beitrag. Darin machen Vertreter der Bürgerinitiative für den Erhalt des Kreiskrankenhauses Wolgast (BI) mit drastischen Worten auf die angespannte Situation im Krankenhaus aufmerksam. „Hier macht gerade ein Landeskrankenhaus ein Regionalkrankenhaus platt. Es vergeht kein Monat, in dem nicht Ärzte entlassen werden. Die Personaldecke wird immer dünner. Und die Politik schaut zu“, sagte BI-Vorsitzende Anke Kieser vorwurfsvoll.

Bürgermeister Weigler: „Wir haben keinerlei Einfluss“

Das blieb Stunden später im Kreistag nicht ohne Wirkung. Bernd Schubert (CDU), Vorsitzender des Kreissozialausschusses, warb eindringlich für eine Beschlussvorlage, womit sich das Gremium klar zum Krankenhaus als Klinik der Grund- und Regelversorgung bekennt. Mehr noch. Der Landrat solle Möglichkeiten prüfen, ein erweitertes Mitwirkungsrecht des Landkreises durchzusetzen. Das sei bisher kaum gegeben, machte Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (Kompetenz für Vorpommern) glaubhaft. Zwar gebe es einen Beirat des Kreiskrankenhauses, dem er von Amts wegen als Vorsitzender vorstehe. „Doch der hat nur beratende Funktion, wir haben keinerlei Einfluss“, so Weigler.

Die Belegschaft hat sich mehr als halbiert

Ein Fakt, der zunehmend aufstößt. Denn seit 2008, als die Unimedizin Greifswald das Krankenhaus vom Landkreis für 6,1 Millionen Euro erwarb und seither 94,9 Prozent der Gesellschafteranteile hält, der Kreis hingegen nur noch 5,1 Prozent, „verzeichnen wir eine mehr als deutliche Halbierung der Beschäftigtenzahlen“, gibt Weigler zu bedenken. Damals habe es noch 410 Mitarbeiter gegeben. Heute arbeiten laut Aussage der Wolgaster Klinik noch 27 Ärzte in Festanstellung sowie 145 Pflegekräfte im Haus – in Summe also 172.

Diese Entwicklung bereitet auch Landrat Michael Sack zunehmend Sorge, so dass er sich nach dem Kreistagsbeschluss ausdrücklich beim Gremium für diesen Auftrag bedankte. „Wenn aus wirtschaftlichen und medizinischen Gründen niemand in der Lage ist, das Kreiskrankenhaus zu führen, dann ist es eine Aufgabe des Landkreises“, sagte er.

Bei der Bürgerinitiative stößt der Kreistagsbeschluss auf großes Wohlwollen. „Wir sind sehr positiv von diesem Votum überrascht. Insbesondere deshalb, weil wir vor vier Wochen alle Fraktionen angeschrieben haben und keinerlei Reaktionen erhielten, außer ein Dankeschön von der SPD“, sagte Anke Kieser, Vorsitzende der Bürgerinitiative.

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