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Greifswald Kreisverkehr in Gützkow – Traum oder bald in Planung?
Vorpommern Greifswald Kreisverkehr in Gützkow – Traum oder bald in Planung?
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14:51 25.03.2019
Besonders in den Ferienzeiten staut sich der Verkehr an dieser Kreuzung in Gützkow. Quelle: Petra Hase
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Gützkow

Gute Nachrichten für die kleine Peenestadt: Im Sommer soll es an den Kreuzungen der Bundesstraße 111/Vargatzer Weg und der Autobahnauffahrt Verkehrszählungen geben. „Aufhänger dieser Untersuchung ist die geplante Neugestaltung des Pendlerparkplatzes“, sagt Michael Görlach, Sachgebietsleiter im Straßenbauamt Neustrelitz, auf OZ-Anfrage.

Das für Bundesstraßen zuständige Amt will den Parkplatz voraussichtlich 2021 um- und ausbauen (die OZ berichtete). Auch ein Radweg von dort bis nach Gützkow sei geplant, informierte Bürgermeisterin Jutta Dinse am Freitagabend beim Stadtempfang auf dem Hasenberg. In diesem Zusammenhang nehme die Behörde auch die Errichtung eines Kreisverkehrs in den Blick. Ob der dann tatsächlich komme, stehe noch nicht fest, so Görlach. „Voraussetzung ist aber in jedem Fall eine Verkehrszählung“, sagt er. Damit dort nichts gebaut werde, was einer Neugestaltung des Knotenpunkts im Wege stehe, werde die Lage dort umfassend untersucht. Fakt sei, dass die Möglichkeiten der Ampelanlage voll ausgeschöpft sind. Da der Knotenpunkt aufgrund des Unfallgeschehens bei der Verkehrsbehörde bereits für Aufmerksamkeit sorgte, liege ein Kreisverkehr zumindest im Bereich des Möglichen.

Darüber hinaus werde es auch an der Kreuzung B111/Vargatzer Weg im Sommer eine Verkehrszählung geben, versichert Görlach. Der Knotenpunkt ist besonders an Wochenenden und in den Ferien Ärgernis vieler Menschen in Gützkow und umliegenden Orten. Der Urlauberverkehr von und zur Insel Usedom sorgt regelmäßig für Stau. „Ein Kreisverkehr könnte das Problem lösen“, sagt Jutta Dinse. Doch dieser Wunsch vieler Einheimischer – der bereits vor dem Bau der Umgehungsstraße existierte, aber keine Berücksichtigung fand – liege weder in der Macht der Stadt noch des Landes. „Da es eine Bundesstraße ist, ist der Bund zuständig“, so Dinse.

Bei einem Treffen mit Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) habe sie dieses Problem wiederholt thematisiert. Grund ist nicht nur der Stau an sich, sondern auch die Idee, im Gewerbegebiet jenseits der B111 ein neues Feuerwehrgebäude zu errichten. Der jetzige Standort in der August-Bebel-Straße konfrontiere die Einsatzkräfte immer wieder mit der Herausforderung, in der Eile einen Parkplatz zu finden. Ein Neubau im Gewerbegebiet wäre eine gute Lösung, so Dinse. Doch damit entstünde ein neues Problem: „Die Kameraden stehen dann im Stau vor der Kreuzung und kommen nicht über die Straße“, gibt sie zu bedenken.

Gützkows Bürgermeisterin Jutta Dinse (2.v.r.) lud am Freitag zum Empfang ins Bürgerhaus, mit dabei waren unter anderem Katja Becker, Mirko Kagemann, Horst Bergemann, Enrico Schuhmacher und Julia Schlosser (v.l). Quelle: Petra Hase

Warum an dieser Stelle mit dem Bau der Umgehungsstraße nicht gleich ein Kreisel errichtet wurde, bleibt vielen Gützkowern ein Rätsel. Auch Dieter Zorn, Firmenchef der an der Bundesstraße gelegenen Zorn Nutzfahrzeuge GmbH, ärgert sich regelmäßig über den Verkehrsstau. „Im Sommer komme ich kaum vom Betriebsgelände. Eine Probefahrt mit den Fahrzeugen ist dann sehr zeitaufwändig“, sagt er. Ärgerlich sei für ihn auch die Verkehrsregelung in der August-Bebel-Straße. Das Parken auf der Fahrbahn mag für Anwohner oder Patienten der Arztpraxen noch okay sein, doch für Fahrzeugführer sei es problematisch und risikoreich. „Erst recht, seit die Geschwindigkeit wieder auf 50 km/h hochgesetzt wurde“, sagt Zorn.

Auch Wenke Reinholz, die als Vereinschefin des Carnevalclubs zum Empfang geladen wurde, sieht das ähnlich: „An manchen Tagen stehe ich in der Bebelstraße eine gefühlte Ewigkeit, um an den parkenden Autos vorbeizukommen. Wenn dann noch die Schulbusse unterwegs sind, geht gar nichts mehr.“ Eine Neugestaltung der Straße inklusive Parktaschen wäre daher genau so wünschenswert wie die zwei Kreisel an der Bundesstraße, meint sie.

Fernsehtechnikermeister Mayk Ratz horchte während der Rede der Bürgermeisterin beim angekündigten Radwegebau von der A20 nach Gützkow auf. „Das ist ja schön“, sagt er, „wenngleich ich nicht weiß, wer dorthin fährt. Sinnvoller wäre es gewesen, die Lücke nach Züssow endlich mal zu schließen“, regt er an.

Der Chor des Schlossgymnasiums Gützkow präsentierte beim Stadtempfang ein Kulturprogramm und erhielt viel Beifall von den etwa 40 Gästen. Quelle: Petra Hase

Karl-August Lübke indes fällt beim Thema Wegebau noch eine andere Straße ein: der zwei Kilometer lange Fährdamm zur Peene. „Zu DDR-Zeiten hat die LPG den Damm immer mal gewalzt“, erinnert er. Heute sei das Natursteinpflaster für Autofahrer, die zur Peene wollen, eine Zumutung. Wer schneller als 30 km/h fährt, droht seinen Auspuff zu verlieren. Traurig sei es auch, dass an der Peene der Bootssteg abgerissen wurde. „Ihn wieder aufzubauen und eine Fähre einzusetzen, würde dem Tourismus in Gützkow gut tun“, ist Lübke überzeugt.

Petra Hase

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