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Greifswald Kreisverwaltung setzt auf attraktive Region und gutes Arbeitsklima
Vorpommern Greifswald Kreisverwaltung setzt auf attraktive Region und gutes Arbeitsklima
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17:11 30.07.2019
Dietger Wille, Leiter Kreisdezernat für Finanzen, Personal, Sicherheit, Ordnung und Bildung (im Anzug), Landrat Michael Sack (weißes Hemd) und Antje Ehlert, Leiterin Bereich Ausbildung beim Kreis, bei ihrer Arbeit im Greifswalder Landratsamt. Rund 1000 Menschen arbeiten für den Kreis Vorpommern-Greifswald. Quelle: Christopher Gottschalk
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Greifswald

An Begeisterung mangelt es nicht in Vorpommern-Greifswald: Innovation, Selbstverwirklichung, Aufstiegschancen fallen im Gespräch mit Vertretern der Verwaltungsspitze. Die Kreisverwaltung ist mit 1070 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region. Doch in den nächsten zehn Jahren geht rund ein Drittel der Mitarbeiter in den Ruhestand. Und schon im nächsten Jahr muss die Verwaltung beim Bundesteilhabegesetz anpacken.

28 Stellen fehlen – das Land soll sie finanzieren

„Unsere größte Problemstelle im Haus ist derzeit der Jugend- und Sozialbereich, in dem wir 28 offene Stellen besetzen wollen“, sagt Landrat Michael Sack (CDU). Die zuständigen Ämter stellen Bescheide für Menschen mit Behinderung aus. Deren Sozialleistungen werden ab Januar 2020 getrennt nach Grundsicherung und Eingliederung in Arbeit und Alltag ausgezahlt. So bestimmt es das Bundesteilhabegesetz. „Die Verhandlungen mit dem Land über die Finanzierung der Stellen laufen schwierig“, sagt Michael Sack.

Das zuständige Dezernat 2 mit den Bereichen Soziales und Jugend unterhalte rund 65 Prozent aller Mitarbeiter, genau so viel Prozent des 400-Millionen-Euro-Kreishaushalts fließen dorthin, sagt Sack. Die klassische Verwaltungsarbeit dominiert weiterhin, auch im Dezernat 1 mit Finanzen und Bildung und im Dezernat 3 mit Kreisentwicklung, Bauen und Umwelt: Bürotisch, Akten, Kundenverkehr.

Verwaltung hat größten Standort in Anklam

Doch das Bild einer reinen Büroverwaltung täuscht: „Die Berufsbilder im Kreis umfassen auch Straßenwärter, Humanmediziner, Tierärzte, Ingenieure für Bau, für Brandschutz, für die Wasserwirtschaft, Busfahrer, Lehrer an Musik- oder Volkshochschulen, Müllwerker, Pfleger und Mitarbeiter in der feuerwehrtechnischen Zentrale“, sagt Pressesprecher Achim Froitzheim. Rund 200 Mitarbeiter sitzen in Greifswald, in Anklam sind es rund 400, der dritte und kleinste Standort ist Pasewalk.

Zur Bundeswehr pflege der Kreis Kontakte, um Zeitsoldaten nach ihrem aktiven Dienst zu umwerben. „Da hatten wir vor Kurzem einen Kandidaten, den ich gern in der Pressestelle angestellt hätte. Aber er wollte nicht im Büro arbeiten, sondern unbedingt Straßenwärter sein.“ Gesucht werde überall. Bauingenieure sind Mangelware, da Kommunen und Kreisverwaltungen sowie die freie Wirtschaft um sie werben.

„Dieser Markt ist endlich. Wir brauchen die Fachleute. Eigentlich brauchen wir dafür wieder mehr Ausbildung vor Ort“, sagt Sack. Bauingenieure werden in Vorpommern nicht ausgebildet. „Der Mangel an Brandschutzingenieuren ist ein weiteres heißes Thema.“

Kreis möchte Gesundheitsaufseher ausbilden

Der Kreis selbst bildet Verwaltungsfachangestellte, Vermessungstechniker und Straßenwärter aus, außerdem Fachinformatiker für Systemintegration. 10 Azubis lernen derzeit in Greifswald, in Pasewalk und Anklam kommen 30 dazu, informiert Antje Ehlert, Leiterin des Bereichs für Ausbildung. Es gebe Überlegungen, auch Gesundheitsaufseher selbst auszubilden. „Wir konkurrieren vor allem mit den anderen Landkreisen um Bewerber. Wir haben den Vorteil, eine große und vielseitige Kreisverwaltung zu sein.“

Der Kreis Vorpommern-Greifswald mit seinen Azubis auf Jobmessen, setzt auf die Heimatverbundenheit der Bewerber und die Betreuung in der Ausbildung. Fortbildungen im Haus und wöchentliche Gespräche fördern den Nachwuchs. So hätten sich die Prüfungsergebnisse der Azubis deutlich verbessert. „Wir waren in den letzten Jahren nicht zufrieden“, sagt Dietger Wille, Leiter im Dezernat 1, das auch für Personal zuständig ist.

Dietger Wille sieht gar eine super Situation für angehende Bewerber. „Wir müssen den Leuten ein gutes Angebot machen und können das auch. Viele Leistungen wie flexible Arbeitszeiten oder Gesundheitsprogramme, die es vor 15 Jahren so nicht gab, gehören heute selbstverständlich dazu.“

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