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Greifswald Kreisvolkshochschule Vorpommern-Greifswald: Hier lernen Sie Imkern – und Chinesisch!
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Kreisvolkshochschule Vorpommern-Greifswald: Hier lernen Sie Imkern – und Chinesisch!

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09:00 25.02.2020
Andrea Jager leitet die Außenstelle der Kreis-Volkshochschule in Anklam. Quelle: Henrik Nitzsche
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Anklam

Du hast dein Deutsch wohl auch bei der Volkshochschule gemacht! Altbacken! Nur was für alte Leute! Andrea Jager kennt die Sprüche und Vorbehalte. „So ein Gerede in der Allgemeinheit trägt dazu bei, dass wir noch immer mit einem verstaubten Image leben und mitunter belächelt werden“, sagt die Arbeitsstellenleiterin der Volkshochschule (VHS) Vorpommern-Greifswald in Anklam.

Alles andere als verstaubt zeigt sich der Bildungsanbieter, der 2019 ein Jahrhundert alt geworden ist. Und der an den Standorten Greifswald, Pasewalk und Anklam im vergangenen Jahr auf 18 500 Unterrichtsstunden und 7000 Teilnehmer gekommen ist. „60 Prozent sind Sprachkurse“, sagt die Anklamerin.

Es gibt kaum eine Sprache, die nicht im Portfolio der Volkshochschule auftaucht. Chinesisch, Japanisch, Neugriechisch, Dänisch, Arabisch, Englisch oder deutsche Dialekte – all diese Kurse können belegt werden. „Polnisch geht natürlich am besten in den Grenzregionen wie Pasewalk und Usedom“, sagt Andrea Jager. Es gibt Kurse mit vier Unterrichtsstunden, aber auch welche mit bis zu 1000, wenn beispielsweise jemand den Schulabschluss nachholen will.

Korbflechten und Häkeln für Anfänger

Zwischen klassischen Kursen wie PC-Aufbau, kreatives Schreiben oder Englisch ohne Vorkenntnisse finden sich auch ungewöhnliche Angebote wie Einführung in die Fotografie bei Nacht, Häkeln für Anfänger, Korbflechten mit Rattan, Binsen und Seegrasschnur sowie der Schnittkurs für Obst- und Ziergehölze.

Letzterer sei immer gut gebucht. Nach der Theorie in den Räumen des Anklamer Gymnasiums – Schule und VHS nutzen das Haus gemeinsam – gehen die Teilnehmer für die Praxis ins Grüne. „Bislang hat sich immer ein Teilnehmer gefunden, der seinen Garten dafür zur Verfügung gestellt hat. Das ist seine Chance, den Garten fachgerecht beschnitten zu bekommen“, sagt Andrea Jager und fügt hinzu: „Das ist Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das zieht sich durch alle Fachbereiche“.

Mehrere hundert freie Dozenten

Diese Fachbereiche sind etwa Politik/Gesellschaft/Umwelt, Kultur, Gesundheit, Sprachen, Beruf, Schulabschlüsse und Grundbildung – „wir sind sehr, sehr breit aufgestellt.“ Um dieses Angebot vorhalten zu können, braucht es mehrere hundert Dozenten, die freiberuflich tätig sind. 18 feste Mitarbeiter sind es an den drei Standorten des Landkreises.

Die Suche nach Dozenten höre nie auf, die Suche nach neuen Bildungsangeboten ebenfalls nicht. Die Einrichtung geht mit der Zeit. Viele Teilnehmer vergangener Tage haben die Seite gewechselt und lehren nun.

Neu ist die Wunschfunktion

„Wir sind mit einem Ohr beim Bürger und passen uns den Bedürfnissen an. Neu ist auf unserer Homepage eine Wunschfunktion. Kurswünsche, aber auch Kurszeiten können dort eingetragen werden“, sagt die Anklamer Leiterin.

Andrea Jager gehört seit zehn Jahren zum Team. „Ich mag die Kreativität.“ Die ist jetzt gefragt, wenn es um Kursinhalte für den Einstieg ins Zeitalter der Digitalisierung geht. „Wo sind wir als Bildungsanbieter gefragt? Was ist mit den Kernkompetenzen der Menschen, die möglicherweise bei der schnellen Digitalisierung auf der Strecke bleiben?“ Antworten will die VHS finden und geben.

Was braucht man als Imker?

Bei aller Moderne bleibt auch noch Platz für Tradition. Stichwort altes Handwerk: Stricken, Häkeln, Korbflechten (Projektpartner ist die Karlshagener Heine-Schule), Nähen und Schneidern – auch das wird in der Volkshochschule angeboten. „Sonst würde das aussterben. Die Nachfrage ist da“, betont Andrea Jager.

Genau wie für den Grundkurs für Imker, der Ende Februar startet und der mit 15 Teilnehmern ausgebucht ist. Vier Interessenten stehen sogar auf der Warteliste. „Wer mitmacht, muss vom Imkerverband zugelassen sein. In dem Lehrgang geht es auch um Fördermöglichkeiten für die Ausstattung des ersten Bienenstocks.“

Auch „Klimafit“ werden, ist möglich

In Zeiten der Protestbewegung Fridays for Future werden auch der Klimawandel und der Klimaschutz thematisiert. Klimaschutzmultiplikator kann werden, wer den Kurs „klimafit“ bucht. An sechs Kursabenden macht dieser die Teilnehmer mit den wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema Klima und Klimawandel vertraut. Der World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland und der Helmholtz-Forschungsverbund Regionale Klimaänderungen haben diesen neuen Kurs entwickelt.

Neu ist in diesem Jahr auch die Möglichkeit der Fortbildung für die Leitungstätigkeit in einer Kindertagesstätte. „In vielen Einrichtungen wird es in den nächsten Jahren einen Generationswechsel geben. Das betrifft auch die Führungsebenen“, sagt Andrea Jager zum neuen Kurs in Anklam, der im September startet und ein Jahr dauert. „Die Teilnehmer aus der Region sparen Zeit und Fahrerei, denn der nächste Weiterbildungsanbieter ist in Güstrow.“

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Von Henrik Nitzsche

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