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Greifswald Teures Jahr für Greifswalder Eltern
Vorpommern Greifswald Teures Jahr für Greifswalder Eltern
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18:03 19.12.2018
Die Deckelung der Elternbeiträge wird ab 2019 aufgehoben. Quelle: Sybille Marx
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Greifswald

Wer sein Kind in eine Greifswalder Krippe bringt, wird im Jahr 2019 wohl eine böse Überraschung erleben. Die Beiträge für Krippen-Ganztagesplätze steigen kräftig an, rund 20 Euro mehr müssen die Eltern monatlich berappen. Auch die Hortplätze werden um etwa 10 Euro teurer. Grund dafür ist das Ende der Beitragsdeckelung durch die Hansestadt. Diese war 2016 eingeführt worden, um Familien zu entlasten und galt für alle Kitas, egal ob kommunal oder privat. Finanziert wurde diese Maßnahme aus den nicht abgerufenen Mitteln des Betreuungsgeldes (“Herdprämie“) des Bundes. Greifswald fasste den Entschluss: Keine Betreuung der Kinder sollte die Eltern über 200 Euro kosten – alles was darüber lag, übernahm die Stadt.

Jetzt allerdings sind diese Mittel eingestellt, somit endet auch die Deckelung und die Eltern müssen wieder den vollen Betrag bezahlen. In der Kita Lilo Hermann wären das zum Beispiel 224 Euro für einen Ganztages-Krippenplatz statt 200 Euro, in der Kita „Kleine Entdecker“ 222 Euro und bei den Inselkrabben 224 Euro. Bei den freien Trägern liegen die künftigen Kosten allerdings noch höher. Mehr als 40 Euro mehr müssen die Eltern bezahlen, die ihre Kinder in die katholische Kita St. Joseph schicken, etwa 30 Euro mehr ist für die Kinderbetreuung in den evangelischen Kitas St. Marien und St. Nikolai fällig. Nicht alle Krippenplätze werden teurer. Bei einigen Einrichtungen liegen die Platzkosten nach Abzug aller Übernahmen und Förderungen unterhalb des Wertes von 200 Euro. Hier ändert sich nichts. Auch Kindergartenplätze und Halbtagsangebote sind nicht betroffen.

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Die SPD Fraktion hatte sich auf der Bürgerschaftssitzung am Montag noch für den Erhalt der Deckelung 2019 eingesetzt und forderte, 81 000 Euro dafür in den Haushalt einzustellen. Der Antrag wurde mit den Stimmen von Bürgerliste/FDP, CDU, Kompetenz für Vorpommern, AfD und einem Abgeordneten der Linken abgelehnt. „Ich bin immer noch fassungslos, dass die Abgeordneten unseren Antrag ohne ein Gegenargument einfach weggestimmt haben“, sagte Erik von Malottki (SPD). „Besonders traurig macht mich, dass damit auch die Erfolgsgeschichte der Kita-Budgets beendet wird.“

In das Kita-Budget floss das Geld aus der Herdprämie, was nicht für Elternentlastungen benötigt wurde. „Hierdurch hatten alle Kitas ein kleines Budget zur Abschaffung von Spielzeug, Spielgeräten oder pädagogischen Materialien zur Verfügung“, beschreibt von Malottki. Auch Achim Lerm, der Leiter der kommunalen Betriebs Hanse-Kinder mit elf Kitas, bedauert den Wegfall. „Wir konnten so einiges anschaffen, was sonst finanziell eben nicht machbar gewesen wäre“, so Lerm. „Neues Spielzeug zum Beispiel, auch eine Schallisolierung im Sportbereich war möglich.“

Wieviel Krippenplätze von der Erhöhung der Kosten betroffen sein werden, lässt sich noch nicht abschließend sagen. „Wir haben rund 380 Kinder in der Krippe, davon etwa 273 mit einem Ganztagesplatz“, so Achim Lerm. „2019 greift die Regelung der Landesregierung, dass nur noch für das ältere Geschwisterkind Beiträge gezahlt werden müssen. “ Zahlen, wie viele Krippenkinder dadurch von einer Gebühr befreit werden, liegen noch nicht vor.

2020 allerdings wird der Spuk dann für alle Eltern vorbei sein. Wenn alles so läuft wie von der Landesregierung geplant, wird am 1.Januar die kostenfreie Kita eingeführt. Dann müssen Eltern gar nichts mehr für die Betreuung des Nachwuchses zahlen.

Aufschlüsselung Platzkosten

983,03 Euro kostet ein Ganztages-Krippenplatz in der Kita Inselkrabben. Davon werden 182,00 durch Landesmittel finanziert. 52,42 Euro werden vom örtlichen Träger übernommen. Die Wohnsitzgemeinde gibt regulär noch 374,31 Euro dazu. Übrig bleibt ein Elternbeitrag von 374,30 Euro. Weil die Landesregierung weitere Fördermittel für die Elternbeiträge in Höhe von 150 Euro beisteuert bleiben schließlich noch 220,30 für die Eltern zu zahlen. Bislang hatte die Hansestadt Greifswald in diesem Beispiel die Kosten von 20,30 Euro übernommen. Dieser Beitrag fällt jetzt weg.

Anne Ziebarth

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