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Greifswald Kritik am Kurs der Musikschule
Vorpommern Greifswald Kritik am Kurs der Musikschule
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00:00 12.04.2014
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Greifswald

Die Greifswalder Musikschule steht in der Kritik: Will sie die Gebühren für den Unterricht stärker erhöhen als unbedingt nötig? Dieser Frage musste sich Musikschulleiter Carsten Witt jetzt im Bildungsausschuss der Bürgerschaft stellen.

Ab August sollen Musikschüler zwischen einem und drei Euro mehr zahlen als bisher — wenn die entsprechende Änderungssatzung Ende April im Stadtparlament durchgeht (die OZ berichtete). Insgesamt will die kommunale Einrichtung so rund 12 000 Euro mehr pro Jahr einnehmen (ab 2015) und damit die sinkenden Zuschüsse der Stadt bis 2017 ausgleichen.

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Was dem Bildungsausschuss dabei aufstößt: Im Zuge der Greifswalder Haushaltskonsolidierung soll die Musikschule nicht 12 000, sondern nur 5000 Euro weniger pro Jahr aus dem Stadthaushalt bekommen (die OZ berichtete). „Erklären Sie uns mal, warum Sie freiwillig eine größere Summe vorschlagen“, sagte Marion Heinrich (Linke). „Da bin ich erstaunt.“

Auch von der SPD, der FDP und den Grünen kam Kritik. „Wir hatten dafür plädiert, dass die Stadt nur 5000 Euro pro Jahr kürzt, nicht 10 000, weil wir gehofft hatten, dass die Musikschule dann um eine Gebührenerhöhung drum herumkommt“, sagte Frauke Fassbinder von den Grünen.

Das sei aber nicht möglich, betonte Carsten Witt, „wir haben an anderer Stelle keinen Spielraum.“ Auch das Ausmaß der geplanten Erhöhungen sei sinnvoll. Witt geht davon aus, dass die Musikschule ihr Plus in den eigenen Haushalt wirtschaften darf. Das sei nötig, sagt er. Denn nicht nur der Zuschuss der Stadt, auch die Einnahmen aus dem Bereich der musikalischen Frühförderung gingen zurück. „Da fehlen uns 30 Kinder“, sagte Witt. Wenn man schon die Satzung ändere, dann doch mit Weitsicht.

Witt hofft, dass die Musikschule das erwartetete Plus unterm Strich nutzen kann, um beispielsweise mehr Honorarlehrer zu bezahlen. „Bisher ist das Geld in diesem Bereich verdammt knapp“, sagt er. Im Übrigen sei die neue Satzung auch gerechter für die Schüler. Erstmals fällt dann zum Beispiel eine Nutzungsgebühr für Klavier oder Flügel an (1 Euro pro Monat). „Uns entstehen ja Kosten dadurch, dass wir diese Instrumente bereitstellen und stimmen müssen“, sagte Witt. Und Schüler, die ein anderes Instrument von der Musikschule liehen, zahlten Leihgebühr.

Die Meinungen im Bildungsausschuss blieben aber gespalten: Die Abstimmung über die Satzung endete im Patt.



sym