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Greifswald Küstenschutz: Geotextilsäcke werden in Lubmin verbaut
Vorpommern Greifswald Küstenschutz: Geotextilsäcke werden in Lubmin verbaut
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16:56 30.10.2019
Bauarbeiten am Strand von Lubmin. Quelle: Anne Ziebarth
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Lubmin

Die Küstenschutzmaßnahmen in Lubmin haben begonnen. Die ersten Baumaschinen sind am Strand eingetroffen und hebeln die Bohlen der Spazierwege entlang der Küste auf. „Das sind jetzt noch vorbereitende Arbeiten der Gemeinde“, erklärt Bürgermeister Axel Vogt (CDU). „Wir entfernen Stück für Stück den Uferweg, damit das Stalu ohne Probleme an die Düne kann.“ Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) wird in den kommenden Monaten auf 1,7 Kilometer Länge sogenannte Geotextilsäcke an der Düne verbauen, um die Küste gegen weitere Sturmfluten und Hochwasser zu schützen. Die Kosten in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro trägt das Land. „Das Hochwasser im Jahr 2017 und zwei weitere im Winter 2019 haben unserer Düne stark zugesetzt, es ist teilweise nur noch der Kamm übrig“, sagt Axel Vogt. „Es ist dringend notwendig, dass jetzt etwas passiert.“ Der Bürgermeister betont aber auch, dass eine parallele Aufspülung des Strandes für den Erfolg der Gesamtmaßnahme unbedingt erforderlich sei.„Wir haben eine mündliche Zusage, dass die Aufspülung im Jahr 2020 erfolgt“, so der Bürgermeister. „Es wäre unsinnig, die Geotextilsäcke zu verbauen und den Strand nicht aufzuspülen. Sonst liegen die Säcke nach dem nächsten Hochwasser frei.“

Die Signale vom Land sind positiv. „Der Sand für die Aufspülung wird aus der landeseigenen marinen Lagerstätte vor Koserow kommen“, so Thomas Zarncke von der Abteilung Wasser, Boden und Immissionsschutz des Landwirtschaftsministeriums. „Also aus derselben Lagerstätte, aus der zur Zeit der Sand für die Aufspülung auf Usedom gewonnen wird.“ Hier werden derzeit bei Zempin mithilfe eines Saugbaggers und einer Leitung rund 500 000 Kubikmeter Sand aus der Ostsee an den Strand gespült. Über die für Lubmin anfallenden Kosten kann Zarnke noch nichts sagen, da die Planungen noch laufen. „Die Schätzsumme sind rund 1,5 Millionen bis 2 Millionen Euro.“

Bis die Aufspülung in Lubmin 2020 startet, ist das Verlegen der Geotextilsäcke wohl bereits abgeschlossen, der Bürgermeister geht von einem Ende der Bauarbeiten im Februar 2020 aus. Der 1. Bauabschnitt beginnt westlich des Strandabgangs Villenstraße und endet rund 200 Meter östlich der Seebrücke, die weiteren Bauabschnitte schließen sich in östlicher Richtung an. „Auch die Seebrücke wird im vorderen Teil temporär aufgenommen“, so Axel Vogt. „Für die Bauarbeiten am Strand ist es notwendig, Strandabschnitte auch in der Saison zu sperren.“ Denn wer beim Wort Geotextilsäcke an handliche Mehlsäcke denkt, irrt. Die in der Fachsprache auch als Geotextilcontainer bezeichneten Säcke haben eine Länge von zwei mal vier Metern und sind jeweils 40 Zentimeter hoch. Genau 33 743 Stück davon sollen in der Düne verbaut werden, danach wird die Oberfläche mit Sandfangzäunen und Strandhaferpflanzungen versehen um ein Wegwehen des Sandes zu verhindern.

Es wird also eine richtige Baustelle diesen Sommer neben den Badegästen geben, die Gemeinde hofft auf das Verständnis von Touristen und Einheimischen. „Der Schutz unseres Ortes Seebad Lubmin, seiner Einwohner und Gäste vor kommenden Naturereignissen muss unser aller Anliegen sein“, wirbt der Bürgermeister auf der Internetseite der Gemeinde. Mit den Strandkorbverleihern wurden bereits erste Gespräche geführt, Vogt ist optimistisch, dass sich verträgliche Lösungen finden lassen. Die letzte Aufspülung in Lubmin liegt elf Jahre zurück. 2005 wurden 200 000 Kubikmeter Sand an den Strand gebracht, die beim Vertiefen der Zufahrt zum Industriehafen angefallen waren.

Nur wenige Kilometer von Lubmin entfernt liegt der Ort Loissin, dessen Küste ebenfalls arg von den Hochwasserereignissen gebeutelt wurde. Eine Bungalowsiedlung am äußersten Rande der Küste droht sogar künftig ins Meer zu rutschen, Experten gingen für Loissin von einem Küstenrückgang von etwa 20 Metern in den nächsten 100 Jahren aus. Küstenschutzmaßnahmen des Landes kämen hier nicht in Betracht, da diese per Gesetz auf den Schutz der Ortsinnenbereiche beschränkt seien und die Siedlung nicht dazugehöre, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Gemeinde Loissin prüfe daher derzeit Möglichkeiten zur Durchführung eigener Maßnahmen zum Schutz der Bungalowsiedlung. Diese könnten durch das Land mit bis zu 80 Prozent gefördert werden.

Von Anne Ziebarth

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