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Greifswald Theater: Brodkorb geht auf Kommunen zu
Vorpommern Greifswald Theater: Brodkorb geht auf Kommunen zu
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00:00 04.11.2015
Liegt das Theater am Boden? Oder ist es doch gut aufgestellt? Darüber gehen die Auffassungen derzeit weit auseinander. Unstrittig ist hingegen, dass ihm stürmische Zeiten bevorstehen. Die werden mit „Der Sturm“ von William Shakespeare auch auf der Bühne inszeniert. Quelle: Barbara Braun
Greifswald

. Die Wogen im Streit zwischen Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) und den Trägern des Theaters Vorpommern glätten sich. Die im Raum schwebende Kürzung der Mittel um zehn Prozent ist zunächst vom Tisch, wie Brodkorb gestern auf OZ-Anfrage bestätigte. Derzeit gäbe es zwar keine unterzeichnete Zielvereinbarung, aber eine „grundsätzlich zustimmende Beschlussfassung“. Der Minister hatte zuvor schriftlich angedroht, die Gelder zu kürzen, sollten sich die Gesellschafter den Fusionsplänen verweigern (OZ berichtete).

Die Bürgerschaften von Greifswald und Stralsund sowie der Kreistag Vorpommern-Rügen hatten in ihren Oktobersitzungen die vom Land geforderte Fusion des Theaters Vorpommern mit der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz zum sogenannten „Staatstheater Nordost“ auf den Weg gebracht. Allerdings hatten alle drei Gremien der sogenannten Zielvereinbarung Forderungen hinzugefügt.

Bislang herrscht Bangen im Greifswalder Rathaus, ob das Ministerium diese akzeptiert. Theaterintendant Dirk Löschner hatte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) bereits vorsorglich mitgeteilt, dass die Insolvenz drohe, sollten die Zahlungen des Landes ausbleiben.

Mathias Brodkorb kündigte gestern an, die Verträge „etwas anzupassen“, also einen Schritt auf die Kommunen zuzugehen. Alle drei hatten vom Land gefordert, die bis 2022 im Theaterbudget fehlenden 1,4 Millionen Euro zu übernehmen. Das ist nach Ansicht des Kultusministers ein gangbarer Weg. „Das Geld fehlt bislang. Die neue Gesellschaft soll stabil aufgestellt werden“, sagt Brodkorb. Letzte Abstimmungen würden diesbezüglich noch laufen.

Stralsund, Greifswald und Vorpommern-Rügen hatten außerdem individuelle Änderungswünsche in ihre Zielvereinbarungen geschrieben. Die Nachbarhansestadt hatte beispielsweise gefordert, das Land solle jene 800000 Euro übernehmen, die Stralsund jährlich für Sanierung und Nutzung der Theaterräumlichkeiten aufbringt. Diesem Wunsch erteilt Brodkorb eine Absage und verweist auf die Ungleichbehandlung der einzelnen Gesellschafter, die dadurch entstehen würde.

Die Kommunalpolitiker reagieren verhalten auf die Ankündigung aus Schwerin. „Es ist ein positives Signal, dass der Kultusminister einen Schritt auf uns zukommt, auch wenn es nur ein ganz kleiner ist“, sagt Andreas Kerath, der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft. Ihm geht es darum, jetzt in konkrete Verhandlungen einzutreten, wie das Staatstheater künftig aussehen soll. „Die Startbedingungen sind sehr unterschiedlich“, sagt Kerath. Während die Greifswalder dem Theater die Gebäude kostenlos zur Verfügung stellen, würde Neustrelitz Mieten verlangen. „Das muss vernünftig austariert werden“, fordert er. Die SPD hatte der Zielvereinbarung zugestimmt. Komplett verweigert hatten sich hingegen die Grünen. Ulrike Berger, Bürgerschaftsmitglied und Landtagsabgeordnete, moniert: „Die großen Fragen, wie die der tatsächlichen Kosten einer Fusion, lässt der Kultusminister unbewantwortet.“ Auch OB Fassbinder sieht die Fusion nach wie vor kritisch. „Ich richte mich jedoch nach den Beschlüssen der Bürgerschaft“, sagt er. Sobald die veränderte Zielvereinbarung vorliegt, werde er sich mit den anderen Gesellschaftern und den Gremien der Bürgerschaft abstimmen.

Die Kommunen hatten sich lange gegen die Theaterfusion gewehrt, weil dabei 65 Stellen gestrichen werden sollen.



Katharina Degrassi

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