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Greifswald Greifswald sucht Träger für Jugendzentrum in der Schwalbe
Vorpommern Greifswald Greifswald sucht Träger für Jugendzentrum in der Schwalbe
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06:04 03.05.2019
Ein Banner mit dem Schriftzug "Labyrinth" hängt an einer Wand des Begegnungszentrums "Schwalbe" in Schönwalde II. Das offene Kinder- und Jugendhaus Labyrinth benötigt einen neuen Betreiber. Quelle: Christopher Gottschalk
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Greifswald

Der Trägerverein des Kinder- und Jugendhauses „Labyrinth“ will Schluss machen: Issa (Initiative für sozialpädagogische und sozio-kulturelle Arbeit) sieht sich nicht mehr imstande, seine Arbeit im Schönwalder Begegnungszentrum „Schwalbe“ ehrenamtlich weiter zu führen. Nach 28 Jahren will der Verein die Trägerschaft abgeben. Die Stadt sucht nun in einer öffentlichen Ausschreibung einen Nachfolger. Wie geht es weiter mit dem Labyrinth?

EU Fördermittel finanzieren drei Stellen in Schwalbe

Issa veranstaltet dort viele der Mitmachangebote von Koch- und Sportkursen über ein Internetcafé bis zum Stadtteiltreff. Eine Issa-Mitarbeiterin ist zudem zuständig für die Koordination in der Schwalbe. Schluss mache der Verein, weil die Verwaltungsaufgaben ehrenamtlich nicht mehr zu erfüllen seien, sagt Vorsitzender Rainer Laudan. Zum Beispiel die Abrechnung von Fördermitteln. „Sich mit den Inhalten der Jugendarbeit zu beschäftigen, ist teilweise zum Erliegen gekommen.“ Bis ein neuer Träger gefunden ist, arbeitet Issa weiter, sichert Laudan zu. Der Wechsel war Thema auf der letzten Sitzung des Ortsrates Groß Schönwalde/Schönwalde II Ende April.

Träger der Jugendhilfe soll Labyrinth übernehmen

In einer öffentlichen Ausschreibung werden nun andere Träger ein Konzept und eine Finanzierung für das Labyrinth einreichen. „Der künftige Träger muss das vorhandene Personal übernehmen und es darf keine Schlechterstellung geben“, sagt Carola Felkl, Abteilungsleiterin für Jugend im städtischen Amt für Bildung, Kultur und Sport. Anerkannter Träger der Jugendhilfe muss er sein. „Die sozialpädagogischen Aspekte werden weit nach oben gestellt.“ Heißt: Nicht der günstigste Anbieter bekommt den Zuschlag, sondern der mit dem besten pädagogischen Konzept. „Das ist für uns als Mitarbeiter eine Sicherheit“, sagt Jugendsozialarbeiterin Christina Bothe. Die Ausschreibung soll im Mai erfolgen.

Internationaler Bund, Kinderschutzbund und Samariterbund zeigen Interesse

Der Internationale Bund (IB) mit Sitz in Frankfurt am Main hatte bereits im März sein Interesse bekundet und Ideen im städtischen Sozialausschuss vorgestellt. Er hofft weiterhin auf den Zuschlag, sagt Frank Lewerenz, Standortleiter Vorpommern beim IB. „Wir wollen generationsübergreifend arbeiten, mehr Veranstaltungen organisieren und auch die Eltern ins Begegnungszentrum bringen.“

Der Arbeiter-Samariter-Bund Vorpommern-Greifswald will sich bewerben, weil er bereits mehrere Jugendklubs betreibe und sich im Labyrinth engagieren will, sagt Mirko Kagemann, der kommissarische ASB-Geschäftsführer in Anklam. „Wir wollen die etablierten Konzepte weiterführen und mit den Mitarbeitern neue Ideen entwickeln.“

Der dritte Kandidat: „Der Kinderschutzbund will sich die Ausschreibung ansehen und dann um die Trägerschaft bewerben“, bestätigt Angela Leddin, Vorsitzende Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Vorpommern-Greifswald auf OZ-Nachfrage.

Jugendliche schockiert über Abgang von Issa

Und was denken Besucher des Labyrinths? Der Trägerwechsel war für die Jugendlichen zunächst „schockierend“, sagt Marvin Liebert. Mit Issa ist er zufrieden. „Ich würde mir wünschen, dass es hier so bleibt, wie es ist. Uns fehlt hier so gut wie nichts“, sagt der 17-Jährige, der seit zwölf Jahren in die Schwalbe geht und im Klubrat mit anderen Jugendlichen und Jugendsozialarbeitern die Belange im Labyrinth bespricht.

Im Labyrinth arbeiten drei Jugendsozialarbeiter, deren Stellen zu 50 Prozent aus europäischen Mitteln finanziert werden, den Rest übernehmen der Landkreis Vorpommern-Greifswald und die Stadt Greifswald (siehe Infokasten am Ende dieses Artikels). Das Begegnungszentrum gehört der Stadt, die Räume nutzen unter anderem die Volkssolidarität sowie freie Träger der Jugendhilfe, auch die Verwaltung des städtischen Eigenbetriebs „Hansekinder“ hat dort ihren Sitz. „Derzeit ist die Schwalbe – überspitzt gesagt – ein Bürogebäude“, so Rainer Laudan. Das Haus könne noch mehr ein Ort der Begegnung werden zwischen Alt und Jung und verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Der Ortsrat beschloss einstimmig, die Verwaltung zu bitten, dass der Ortsrat seine Meinung abgeben kann, bevor die Verwaltung einen neuen Träger bestimmt. Ob es dazu kommt, wird nun geprüft. Mit einem neuen Träger wird zum 1. Januar 2020 gerechnet.

Lesen Sie hier unsere Reportage über die „Schwalbe“.

EU fördert Sozialarbeiter

Das Labyrinth ist von öffentlichen Geldern abhängig: Die Stadt erlässt dem Träger Issa die Miete, einen Teil der Betriebskosten und finanziert die Stelle einer Hauskoordinatorin für das Haus im Umfang von 30 Stunden. Mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds komme die Schwalbe derzeit auf eine jährliche Förderung von insgesamt 153 295 Euro, so Daten der Stadtverwaltung.

Die derzeitige Mietzinsfreiheit und der anteilige Erlass der Betriebskosten basieren auf Beschlüssen der Greifswalder Bürgerschaft von 1997 bzw. 2002. Ob es dabei bleibt, entscheidet die neue Bürgerschaft nach der Wahl am 26. Mai.

Christopher Gottschalk

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