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Greifswald Land unterstützt Sanierung der Gützkower Kirche
Vorpommern Greifswald

Land unterstützt Sanierung der Gützkower Kirche

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10:18 22.01.2020
Die Schäden am Mauerwerk der Gützkower Kirche sind mittlerweile immens. Quelle: Petra Hase
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Gützkow

Gute Nachricht für St. Nicolai in Gützkow: Das Landesförderinstitut hat für die stark sanierungsbedürftige Patronatskirche 137 600 Euro Städtebaufördermittel bewilligt. „Und zwar in einer Rekordzeit. Nach unserer Antragstellung vergingen nur elf Tage“, sagt ein überglücklicher Pastor Hans-Joachim Jeromin. Damit stehe einer Ausschreibung der Arbeiten nichts mehr im Wege. Er hoffe, dass die Baumaßnahme so bald wie möglich begonnen werde.

Das Mauerwerk bröckelt bereits

Wie dringlich die Sanierung ist, sieht mittlerweile jeder Laie. Das Mauerwerk des imposanten, im 13. Jahrhundert errichteten Feldsteinbaus bröckelt, herausgefallene Steine und Reste von Fugenmörtel liegen am Fuße des Gebäudes, das eine oder andere Gewächs sucht sich an der Fassade Raum zum Leben. Die Folge: Niederschlag dringt ins Innere. „Das hat mittlerweile auch zu sichtbaren und für uns sehr schmerzhaften Schäden in der Kirche geführt“, sagt Jeromin. Dunkle Wasserflecken und herabfallender Putz sind untrügliche Zeichen für fortschreitende Mängel. Ein Problem, das sich bereits seit Jahren bemerkbar macht, aber erst in den vergangenen Monaten massiv zutage trat. „Deshalb wird in einem ersten Bauabschnitt zunächst das Außenmauerwerk des Kirchenschiffes an der Nord- und an der Ostwand repariert inklusive Strebepfeiler“, berichtet der Pastor. Das Gesamtauftragsvolumen beziffert er mit rund 244 000 Euro. Die dafür noch fehlenden Mittel stelle der Kirchenkreis zur Verfügung. Katharina Hardt, Kirchenbaubeauftragte für die Propstei Demmin, hatte bereits im Sommer 2019 „dringenden Handlungsbedarf“ in Gützkow festgestellt, eine Sanierung sei unbedingt erforderlich. Doch passiert ist im letzten halben Jahr erst einmal nichts – mit Ausnahme des Klinkenputzens.

Kirche Gützkow St. Nicolai Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-HGW

Da jeder Euro gebraucht werde, habe die evangelische Kirchengemeinde auch einen Antrag auf Unterstützung bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gestellt, so Jeromin. „20 000 Euro sind beantragt. Aber eine Entscheidung steht noch aus. Ein Vertreter der Stiftung wird uns in der kommenden Woche besuchen, um sich einen Eindruck von den Schäden zu verschaffen“, sagt er. Sollte es einen positiven Bescheid geben, würden die Mittel auch in den ersten Bauabschnitt fließen.

Hoffnungen auf Strategiefonds wurden zunächst nicht erfüllt

Ursprünglich sollte dieser mit Geldern aus dem Strategiefonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanziert werden. Bei diesem Fonds handelt es sich um ein für die aktuelle Legislaturperiode zwischen CDU und SPD vereinbartes Instrument, mit dem insbesondere aktive Kirchengemeinden im ländlichen Raum unterstützt werden sollen. CDU-Landtagsabgeordneter Egbert Liskow aus Greifswald machte den Gützkowern daher bei einem Besuch im Juni vorigen Jahres Hoffnungen auf eine Finanzhilfe. Kurzfristig wurde daraus jedoch nichts, weshalb die Kirchengemeinde im Dezember den nun bewilligten Antrag auf Städtebaufördermittel beim Landesförderinstitut stellte. „Alles musste ganz schnell gehen. Zum Glück befürwortete die Stadtvertretung Gützkow unser Schreiben sehr unkompliziert. Und mit der Unterschrift der Bürgermeisterin nahm die Sache ihren Lauf“, so Jeromin.

Den Strategiefonds des Landes wolle man trotzdem anzapfen – und zwar für den zweiten Bauabschnitt. „Dazu werden wir den bereits gestellten Antrag noch einmal inhaltlich neu ausrichten“, kündigt Jeromin an. Diese geplante Fortführung der Bauarbeiten soll sich um die Sanierung des restlichen Kirchenschiffes sowie des Chorraumes drehen. „Vielleicht auch einschließlich der Putzerneuerung im Innern. Aber das steht noch nicht fest. Wichtig ist jetzt erst einmal das Mauerwerk“, sagt der Gützkower Pastor. Nach jetzigem Stand seien für den zweiten Bauabschnitt weitere 227 000 Euro erforderlich.

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