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Greifswald Landesmuseum zeigt Publikumslieblinge
Vorpommern Greifswald Landesmuseum zeigt Publikumslieblinge
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16:53 21.12.2018
Sabine Lindquist führt Besucher des Landesmuseums durch die Sonderschau „Publikumslieblinge“. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Die Räume sind weniger hoch, die Sichtachsen kaum spektakulär. Doch als Ausstellungsort braucht sich das Konventhaus nicht hinter seiner großen Schwester, der Gemäldegalerie, zu verstecken. Deshalb zeigt das Pommersche Landesmuseum dort jetzt die schönsten Bilder des Hauses. Ach, was heißt schön: Es sind die Publikumslieblinge passionierter Museumsgänger wie Caspar David Friedrich, Frans Hals sowie Max Pechstein und damit die Highlights des Greifswalder Kunsttempels überhaupt!

„Wir zeigen einen großen Querschnitt der Kunst von der Renaissance, über den Barock, die Romantik, den Impressionismus und Expressionismus bis in die Gegenwart“, macht Ausstellungskurator Mario Scarabis neugierig. Hintergrund dieser im Dezember eröffneten Sonderschau auf zwei Ebenen ist der geplante Kapellenbau im Innenhof, wo die angrenzende und seit November geschlossene Gemäldegalerie eine Erweiterung erfährt. Nach ihrer Fertigstellung wird der gesamte Komplex die Besucher mit einem neuen Konzept als „Galerie der Romantik“ begrüßen. Fünf Millionen Euro investiert der Bund nach bisherigen Informationen in dieses Projekt. Im Frühjahr sollen die archäologischen Arbeiten beginnen. Das Ende der Bauzeit – völlig offen.

„Unseren Gästen wollen wir in dieser Zeit natürlich trotzdem viel bieten und zeigen deshalb im Konventhaus die Publikumslieblinge“, sagt Birte Frenssen, stellvertretende Museumsdirektorin. Dazu habe es im Herbst eine Besucherumfrage gegeben. Wer die Ausstellungsfläche bereits kennt, wird erstaunt sein. Denn die 84 Gemälde, überwiegend Werke großer Künstler, erscheinen teilweise in ganz neuem Glanz. Und das liegt nicht nur an den Lichtspots. „Wir haben gemeinsam mit dem Grafiker Steffen Klaiber und Malermeister Mirko Vahl farbliche Akzente gesetzt, um das eine oder andere Werk hervorzuheben“, erläutert Museologe Mario Scarabis.

Werke von Rembrandt bis Frans Hals

Die „Anbetung der Hirten“ von Gerrit von Honthorst (1592-1656) erschien in der Gemäldegalerie noch nie so prächtig wie vor diesem bordeauxroten und somit excellent aufs Gemälde abgestimmten Hintergrund. „Das Bild ist eine Leihgabe der Kirchengemeinde Ahrenshagen-Pantlitz“, sagt Scarabis und erklärt in diesem Zusammenhang: „Die hier gezeigten Arbeiten bieten auch einen guten Überblick dessen, was wir in unserer Sammlung haben: Leihgaben von Privatleuten, bedeutende Werke aus der früheren Stettiner Sammlung, die in den Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergingen, Schenkungen sowie Ankäufe, die unser Haus in der Vergangenheit tätigte“, erläutert er.

„Halbfigur eines alten Mannes“ von Adolph Menzel . Quelle: Peter Binder

Ein Blickfang im unteren Ausstellungsbereich: Die berühmten Bildnisse eines vornehmen Herrn beziehungsweise einer sitzenden Dame von Frans Hals (1580-1666). „Sie wurden von ihm übrigens nicht als Paar gemalt“, stellt Mario Scarabis klar. Fast etwas unscheinbar kommen daneben die vier Selbstbildnisse von Rembrandt van Rijn daher. Beide Maler zählen zu den bedeutendsten niederländischen Künstlern des Barock. „Rembrandt haben wir in unserer grafischen Sammlung zahlreich vertreten, sodass wir im Laufe der Ausstellung immer wieder mal andere Arbeiten zeigen“, sagt Scarabis. Denn: Die Blätter dürfen nur kurzzeitig dem Licht ausgesetzt werden, um nicht Schaden zu nehmen. Deshalb werden auch die vier Holzschnitte „Aus dem Marienleben“ von Albrecht Dürer nicht lange in der Exposition hängen. Die „Geburt Christi“ und weitere Arbeiten aus dem Zyklus passen sehr schön zur Weihnachtszeit.

Fünf Arbeiten von Caspar David Friedrich

Da sich die Ende November zu Ende gegangene Dänenschau mit 19000 Besuchern großer Beliebtheit erfreute, wählte Scarabis auch sieben der knapp 400 gezeigten Werke für die neue Exposition aus. „Eine Reminiszenz an Christoph Müller“, sagt der Kurator und deutet auf Arbeiten von Janis La Cour, Carl Frederik Aagaard und Peter Ilsted. Bei der Dänensammlung handelt es sich um eine Schenkung Müllers (die OZ berichtete).

In der Nachbarschaft hängen schließlich „die Stars des Museums“: Fünf Arbeiten von Caspar David Friedrich, darunter die „Ruine Eldena im Riesengebirge“. Den Blick schweifen zu lassen, lohnt auf jeden Fall. Denn links und rechts davon befinden sich ebenso wertvolle Gemälde, etwa von Philipp Otto Runge, Gerhard von Kügelgen, Carl Gustav Carus, Johan Friedrich Dahl und Louis Douzette.

Vincent van Gogh vor gelber Wand

Wer dann glaubt, in der oberen Etage nicht mehr viel Aufregendes entdecken zu können, irrt. Allein die „Allee bei Arles“ von Vincent van Gogh (1853-1890) – erstmals vor gelbem Hintergrund – lässt das Herz höher schlagen. „Als der Direktor der Stettiner Sammlung Walter Riezler es ankaufte, musste er damals viel Kritik einstecken“, berichtet Kurator Scarabis. Zum Glück ließ sich der gute Mann nicht beirren, ansonsten hätte es dieses Werk wohl kaum ins Pommersche Landesmuseum geschafft.

„Allee bei Arles“ von Vincent van Gogh. Quelle: Peter Binder

Van Gogh ist aber nur ein Highlight von vielen auf dieser Ebene. Die Schau gibt mit Ferdinand Georg Waldmüller und August Xaver Karl Pettenkofen Einblicke in die Freilichtmalerei, fasziniert mit den berühmten Kinderbildnissen von Wilhelm Titel oder erinnert mit Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff an die so erfolgreiche Ausstellung „Zwei Männer – ein Meer“.

Petra Hase

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