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Greifswald Funkmasten statt Formulare
Vorpommern Greifswald Funkmasten statt Formulare
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17:38 22.12.2018
Landrat Michael Sack beim Wirtschaftsrat der CDU in Greifswald. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

 Digital, effizient und in der Forschung ganz weit vorne. So könnte man die Visionen des Landrats Michael Sack (CDU) für Vorpommern zusammenfassen. Wenige Monate nach seinem Amtsantritt berichtete er über seine Ideen und seinen Start ins Amt beim Wirtschaftsrat der CDU zu dem rund 20 Unternehmer, aber auch Politiker, zum Beispiel Anklams Bürgermeister Michael Gallander nach Greifswald gekommen waren. Für große Zustimmung im Publikum sorgte die Ankündigung Sacks, die Gemeinden künftig in ihren Kompetenzen stärken zu wollen. „Eine Baugenehmigung bis zum Einfamilienhaus sollte eine Gemeinde alleine erteilen können“, sagte er. „In meiner Zeit als Bürgermeister von Loitz habe ich mir das oft genug gewünscht. Ganz einfach, weil die Menschen vor Ort meistens detaillierter über die Gegebenheiten Bescheid wissen als das Amt. Aber auch der Bürokratieaufwand bei uns könnte so eingedämmt werden.“

Das Thema Bürokratie im Amt ist dem Landrat ein Dorn im Auge, daran ließ Michael Sack bei seinem Vortrag keinen Zweifel. „Leichtsinnig habe ich gefragt, wie viel unterschiedliche Formulare wir eigentlich im Haus haben, man könne das ja mal zählen.“ Am nächsten Tag sei das Ergebnis bei 500 gewesen, letztendlich wurden über 1000 gezählt. „Das geht so natürlich nicht“, so der Landrat. „Wir analysieren jetzt, für welche wir verantwortlich sind und was vereinfacht und vereinheitlicht werden kann.“ Die Digitalisierung könne dabei eine große Rolle spielen. „Ich habe kürzlich mit einem Landrat aus Bayern gesprochen“, so Sack. „Dort ist das Thema e-gouvernment bereits viel weiter. Anträge, Bürgerangelegenheiten, Akten, alles ohne Papier. Ich finde diese Idee charmant.“ Doch dass so eine Entwicklung nicht von heute auf morgen geht, musste auch der Landrat einräumen. Es scheitere allein schon am Ausbau der technischen Infrastruktur Vorpommerns, der Breitbandausbau hänge hinterher. „Die Bewilligungsbescheide aus Berlin lassen auf sich warten und die Ausschreibungen dauern sehr lange“, moniert Sack. „Es ist auch schwer Firmen zu finden, welche die Baukapazitäten haben und den Zeitplan überhaupt erfüllen können. Ich sehe noch nicht, dass wir 2020 mit dem Ausbau durch sind, wie geplant.“

Dabei ist nach Ansicht Sacks die Ausstattung mit schnellem Internet eine der wesentlichen Voraussetzungen, um den ländlichen Raum wieder als Wohnort attraktiv zu machen. „Von zuhause arbeiten und die Kinder in wohlbehüteter ländlicher Umgebung aufwachsen sehen, damit können wir punkten“, findet Sack. „Wir können so junge Familien, zum Beispiel aus dem Berliner Raum eher überzeugen, zu uns zu ziehen.“ Verbessert werden müsse auch die Mobilfunkanbindung des ländlichen Raumes. „Wenn ich beispielsweise auf Usedom unterwegs bin, weiß ich bereits vorher, dass ich in einigen Bereichen nicht telefonieren kann, weil es keine Mobilfunkverbindung gibt“, so Sack. „Ich empfinde das als Arbeitsbehinderung.“ Problematisch sei aber, dass keiner die dafür notwendigen Masten in seiner Nähe haben möchte, schon gar nicht in einem Tourismusschwerpukt wie Usedom.

Für die Usedomer hatte der Landrat aber noch eine ganz andere Ankündigung im Gepäck, nämlich einen neuen Anschub des lange gewünschten Verkehrskonzepts für die Insel. Eine Arbeitsgruppe sei angedacht. „Sicherlich wollen auch Touristik und Bürgermeister mit in die Gruppe. Mir ist es aber erstmal wichtig, dass wir Verwaltungsfachleute, das Straßenbauamt und das Ministerium mit am Tisch haben, um überhaupt die Möglichkeiten auszuloten“, sagte Sack zur Zusammensetzung der Arbeitsgruppe. „Wir müssen uns fragen, ob wir mutig genug sind, neue Wege zu gehen. Ich denke an einen neuen Zugang zur Insel.“ Der Hauptstrom der Urlauber käme aus dem Süden und wolle in die Kaiserbäder. „Und was machen wir? Wir karren die Menschen über den gesamten Inselrücken über ganz Usedom. Sicherlich ist ein solches Projekt eine Generationenprojekt. Aber wenn man es jetzt nicht angeht, passiert nie etwas.“ Wo genau die Trasse entlang führen soll, ist aber noch nicht klar. „Diese Antwort wird hoffentlich das Verkehrskonzept geben“, so Sack. „Es bleibt wahrscheinlich nur die Anbindung über eine Achse des Inselsüdens.“

Anne Ziebarth

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