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Greifswald Weite Wege für Greifswalder Grundschüler
Vorpommern Greifswald Weite Wege für Greifswalder Grundschüler
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18:49 19.06.2019
Die Kollwitzschule in der Innenstadt ist sehr beliebt Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

 Die fünf kommunalen Grundschulen der Hansestadt sind „voll“. Besonders die Karl-Krull-Schule und die Käthe-Kollwitz-Schule sind sehr gefragt. Hier möchten deutlich mehr Eltern ihre Kinder einschulen als möglich ist. An der Krullschule standen zum Beispiel 86 Anmeldungen 56 Plätzen gegenüber, so Stadtsprecherin Andrea Reimann. Um möglichst vielen künftigen Abc-Schützen den Weg in die Krullschule zu ermöglichen, werden je 28 Kinder die beiden ersten Klassen besuchen. Als pädagogisch sinnvoll gelten 24.

In den nächsten Jahren wird das Problem größer, die Schülerzahlen steigen stark an. Laut den aktuellen Zahlen werden es im nächsten Jahr 488 sein, 2021 dann 551 und 2024 sogar 574.

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Nur in Schönwalde II freie Kapazitäten

Nur an der Erich-Weinert-Grundschule in Schönwalde II gibt es 2019 freie Plätze. Dorthin sollte aktuell das Kind einer Familie aus der Wolgaster Straße gehen, teilte die Stadt den Eltern mit. Ihr Wunsch war die Kollwitzschule. „Der Weg ist dreimal so lang und für einen Erstklässler allein eine absolute Zumutung“, schreiben die Großeltern der OZ. „Also bliebe nur die Fahrt mit dem Auto und sich in das Verkehrschaos vor der Schule einzureihen. In Zeiten des Klimawandels hat sich unsere Bürgerschaft gegen Schuleinzugsgebiete entschieden und damit für lange Schulwege auch für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad fahren könnten.“

Privatschulen bieten rund 100 Plätze

Eine Alternative sind die Privatschulen. Die Waldorf-, die Montessori, die Martinschule, das Ostseegymnasium und die Kinderkunstakademie bieten insgesamt auch noch rund 100 Plätze je Jahrgang an. Ohne sie könnten schon heute nicht alle Kinder Grundschulen der Hansestadt besuchen. An den kommunalen Schulen sollen ab August dieses Jahres mit den Kindern in Sprachheil- und Diagnoseförderklassen 374 Mädchen mit dem Unterricht beginnen.

Alternative ist auch das Umland

„Auf Antrag können Schüler auch nach Görmin, Dersekow oder andere Schulen der Umgebung gehen“, sagt Andrea Reimann. „Die Stadt zahlt dafür dann Schullastenausgleich.“ Allerdings müssten diese Schulen freie Kapazitäten haben. Die nahe gelegene Neuenkirchner Schule hat beispielsweise keine freien Plätze.

Vorrang für Stadtrandsiedlung

Weil es in Greifswald keine Einzugsbereiche für Schulen gibt, kann grundsätzlich jedes Kind eine beliebige städtische Schule besuchen. Aber in der Praxis funktioniert das eben nicht. Im Einvernehmen mit der Stadt könnten Umlenkungen von der Wunsch- zu einer anderen Schule vorgenommen werden, wenn es sich um zumutbare Entfernungen handelt. So steht es in einem Antwortschreiben von Amtsleiterin Annett Hauswald auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion an den OB. Demnach sollten Kinder aus dem Ortsteil Riems, der Stadtrandsiedlung, der Grimmer Straße, Loitzer (Land)straße und angrenzenden Bereichen wie dem Wohngebiet Galgenkampwiesen vorrangig für die Kollwitzschule berücksichtigt werden. Da ist nicht viel Spielraum, denn laut Stadt kommen aus der Stadtrandsiedlung allein jährlich etwa 50 Kinder.

Entlastung durch neues Schulzentrum

Ladebower, Wiecker, Eldenaer und Friedrichshäger haben Vorrang bei der Nexöschule. Ansonsten gilt bei nötigen Entscheidungen die Entfernung als das wichtigste Auswahlkriterium zwischen zwei Bewerbern, heißt es im Schreiben der Amtsleiterin.

Um das Problem fehlender Kapazitäten zu lösen, hat die Bürgerschaft 2018 den Bau eines Schulzentrums an der Verlängerten Scharnhorststraße beschlossen. Die Kinder der Stadtrandsiedlung könnten dieses dann besuchen und die Kollwitzschule entlasten.

Gerüchte, dass es beim Bau zu Verzögerungen kommt, wollte Andrea Reimann nicht bestätigen. Der weitere Fortschritt hänge von der Haushaltsgenehmigung ab. Es gelte die Aussage von Bausenatorin Jeannette von Busse (CDU) vom November 2018: Sofern mit der Planung zügig begonnen werden könne, rechne die Stadt mit einem Baubeginn für die Grundschule, den Hort und die Sporthalle frühestens im Jahr 2021. Bis zum Beginn des Schuljahres 2023/24 solle zunächst die Grundschule fertig sein.

Grundschüler der Zukunft

Gegenüber den letzten Prognosen gibt starke Änderungen bei den Zahlen der kommenden Grundschüler. Berücksichtigt sind stets die Kinder, die bis zum 30. Juni geboren wurden, also eingeschult werden müssten, sofern sie in der Hansestadt bleiben. Es können natürlich auch Kinder nach Greifswald ziehen.

Schuljahr 2020/2021: Prognose 521/aktuell 488

Schuljahr 21/22: 581/555

Schuljahr 22/23: 542/547

Schuljahr 23/24: 605/563

Schuljahr 24/25
: 583/574

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Eckhard Oberdörfer

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