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Greifswald Lauter Bauernprotest auf Vorpommerns Straßen
Vorpommern Greifswald

Lauter Bauernprotest auf Vorpommerns Straßen

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18:04 17.01.2020
Bauernprotest in Vorpommern - etwa 170 Landwirte aus der Region, darunter auch Sebastian Vaegler aus Züssow, beteiligten sich am Korso Quelle: Martina Rathke
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Greifswald/Stralsund

In Vorpommern haben am Freitag rund 170 Bauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung protestiert. Mit einem Treckerkorso von Stralsund über Grimmen und Greifswald nach Stralsund demonstrierten sie gegen schärfere Umweltauflagen durch die Düngeverordnung und im Pflanzenschutz.

Unter den Landwirten, die an der Demo zwischen Stralsund und Greifswald teilnahmen, war auch der 31-jährige Landwirt Sebastian Vaegler aus Züssow. Er rechnet mit Mindererträgen, sollte die Düngerverordnung weiter verschärft und die Stickstoffobergrenze herabgesetzt werden. „Nitrat ist ein Problem. Aber die Verantwortung allein auf die Landwirte abzuwälzen, ist zu einfach“, sagt er. Die Böden würden auch durch Klärschlamm und das Abwasser aus den Städten belastet, diese Verursacher würden aber nicht zur Verantwortung gezogen, kritisiert er.

Agrarpaket bringt Betriebe in Nöte

Vaegler übernahm von seinem Vater den Familienbetrieb, baut auf rund 550 Hektar Weizen, Gerste, Roggen sowie Raps, Zuckerrübe und Mais an. Zudem betreibt er eine Schweinemast mit 2000 Tieren. „Viele Bauern wirtschaften doch bereits zunehmend ökologisch, legen zusätzliche Blühflächen für Insekten an, obwohl sie es nicht müssten.“ Zugleich müssten die Landwirte mit Billigimporten aus Nicht-EU-Ländern konkurrieren. Eine Landwirtschaft für die Umwelt und den Naturschutz sei richtig, meint der Landwirt. Das gehe aber nicht, wenn gegen die Landwirte Forderungen durchgedrückt werden, die die Betriebe an den Rand der Existenz brächten.

Am Nachmittag setzte sich der Konvoi mit einem Tempo von etwa 30 bis 40 km/h von Stralsund aus in Bewegung und führte bei Greifswald über die Ortsumgehung. Der mehr als ein Kilometer lange Konvoi war einer von vier Trecker-Korsos durch ganz MV, mit denen Landwirte in der Aktion „Land schafft Verbindung“ auf ihre Nöte aufmerksam machten. Die Polizei meldete keine Störungen. Auch Autofahrer, die sich auf längere Fahrzeiten einstellen mussten, nahmen die Aktion mit Geduld hin. An den Straßenrändern wie auf der Brücke der B 109 bei Greifswald bekundeten Passanten Sympathie mit Daumen hoch-Zeichen.

Greifswalder Agrarinitiative als Vorbild

Mit Transparenten an den Fahrzeugen wie „Redet mit uns, nicht über uns. Wir machen euch satt“ oder „Für Artenvielfalt, gegen Verbotsflut“ wollten die Bauern die Verbraucher für die Probleme der Landwirtschaft sensibilisieren. „Wichtig ist, einen Konsens zu finden“, sagte Daniel Antrack von der Landwirtschaftsgesellschaft Neuenkirchen. Dazu müssten NGOs, Politik, Landwirte und Verbraucher miteinander reden statt übereinander. Vorbild dafür könnte die Greifswalder Agrarinitiative sein.

Unterstützung für die Aktion kam auch vom Bauernverband Ostvorpommern. „Es ist bereits fünf nach zwölf“, sagte Verbandschef Gerd Rupnow. „Wenn das Agrarpaket so umgesetzt wird wie von der Bundesregierung vorgesehen, werden vielen Bauern die Existenzbedingungen genommen.“ Die Verschärfung der Düngeverordnung werde dazu führen, dass in bestimmten Regionen keine Erträge mehr erwirtschaftet werden, weil dort künftig nur noch 20 Prozent unter Pflanzenbedarf gedüngt werden dürfe. Auch der geforderte Verzicht auf Insektizide in Schutzgebieten werde zu massiven Einschnitten führen. „Der Anbau von Raps oder Kartoffel in Schutzgebieten ist dann nicht mehr möglich.“

Von Martina Rathke

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