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Greifswald Leser beschäftigen sich weiter mit Ernst Moritz Arndt
Vorpommern Greifswald Leser beschäftigen sich weiter mit Ernst Moritz Arndt
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00:00 03.04.2017
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Ein Blick ins Lexikon zu

Ernst Moritz Arndt

Aufzeichnung aus Kürschners Universal-Konversations Lexikon, Herausgeber Hermann Hilger Verlag 1926, Berlin und Leipzig: Ernst Moritz Arndt, Patriot und Dichter, geboren am 26.12.1769 in Schöritz/Rügen. 1806 Professor an der Universität Greifswald, er musste wegen der veröffentlichen Schrift „Geist der Zeit“ vor Napoleon flüchten. 1812 ging er nach Russland zum Freiherrn von Stein, dieser lebt dort schon einige Zeit. 1818 kam er zurück, hatte eine Berufung nach Bonn, wirkte an der dortigen Universität, wurde aber wegen demagogischer Tätigkeit abgesetzt. 1840 wurde er dort wieder einbestellt. Seit 1848 war er Mitglied der Deutschen Nationalversammlung. Am 29.01.1860 starb er in Bonn.

1865 wurde ihm in Bonn ein Denkmal errichtet, auch in seiner Heimat auf dem Rugard/Rügen wurde ein Denkmal errichtet. Es gibt ein Arndt-Museum in Bad Godesberg am Rhein, Vergleich Thiele 1894

Dieter Herzog, Greifswald Erfolge der Uni sind

weltweit bekannt

Die Erfolge der Ernst-Moritz-Arndt-Universität sind weltweit bekannt. Es gibt keinen Grund, diesen Namen zu ändern! Das schließt nicht aus, dass die junge Generation sich durch Forschung neues Wissen aneignet und zu wissenbasierten Tätigkeiten in der Gesellschaft befähigt wird, bei gleichbleibendem Namen der Universität. Die Universität überdauert die Geschichte, auch wenn sie „Ernst Moritz Arndt“ heißt. Wenn wir diesen Namenswechsel durchgehen ließen, dann müssten wir Goethe und Luther aus unserem Gedächtnis streichen, denn auch ihre Schriften weisen antisemitische Tendenzen auf. Die 500-jährige Gedenkfeier von Luther würde ausfallen. Ich fordere den Oberbürgermeister und die Greifswalder auf, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, Unterschriften zu sammeln, damit der ehrwürdige Name Ernst-Moritz-Arndt-Universität bleibt!

Helga Less, Wolgast

Man muss Arndt

lesen

Bevor ein Ludwig XIV. sein Lügengebilde durch systematisches Fälschen von Urkunden schuf und diese zur Basis und Begründung seiner Räubereien machte, lebten die beiden Nationen – die Deutschen und die Franzosen friedlich nebeneinanderher. Beide berufen sich bis heute auf die gemeinsame Wurzel – Karl den Großen (Aachen). Man muss Ernst Moritz Arndt lesen: In seinem in der UB Greifswald aufbewahrten schmalen Buch „Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Gränze“ von 1813 führt er auf den ersten Blättern auf, wer alles von französischer Seite immer wieder den Gedanken schürte, dass der Rhein die Grenze sei. Die tiefsitzende Sorge, die die Rheinländer bewegte, war, dass jene französischen Forderungen durchgesetzt werden, geht auf das aggressive Verhalten Ludwigs XIV. zurück. Er war es, der durch Fälschen von Urkunden in seiner Reunionskammer Ansprüche nicht nur auf die deutschen linksrheinischen Gebiete, sondern auch auf weitere Teile des Heiligen Römischen Reiches erhob und mit einem großen Heer, das er extra zu diesem Zweck verstärkte, auch durchsetzen konnte. Im Pfälzischen Krieg verwüstete Ludwig XIV. einen pfälzisch-badischen Streifen von 160 Kilometer Länge und 80 bis 180 km Breite, um seinen Rückzug zu sichern hinterließ er verbrannte Erde (Jörg Friedrich). Weiter riss Ludwig XIV. Stück um Stück aus deutschen Territorien heraus – wie er wollte und was er wollte. Aber die Rheinländer durchschauten seinen Hochmut und seine Selbstherrlichkeit. Die Rheinländer nannten die kurzlebigen „Friedensschlüsse“ von Nymwegen (1657/79), Rijswijk (1697 und Utrecht (1713): Nimm-weg, Reiß-weg und UN-recht ! (Horst Johannes Tümmers) Die Sansculotten kamen, von Speyer, Worms, Mainz – übrigens mit Mainz die erste Deutsche Republik – bis Bonn und Köln, dann fiel Napoleon über uns her. Beide – die Gruppe und die Person waren erbarmunglos. Mit dem Hass auf Ludwig XIV. des einfachen Volkes und Vieler auf Napoleon, besonders der Gebildeten und der einfachen Soldaten mit ihren Offizieren, was zur Befreiung führte. Es entstand eine unverantwortliche Völkerfeindschaft, die im Wesentlichen nur Ludwig XIV. und Napoleon zu verantworten haben.

Auch das äußerst Verhalten Frankreichs im Ruhrgebiet sowie im Rheinland mit dem Blutsonntag in Düsseldorf in der Zwischenkriegszeit des 1. und 2. Weltkriegs. Nach dem 2. Weltkrieg haben glücklicherweise Adenauer und de Gaulle diesen unglückseligen Knoten endlich mit viel Takt aufgelöst! Charles de Gaulle hatte es damals mit seiner bedeutenden Rede an uns, die deutsche Jugend, vom 9. September 1962 auch auf Deutsch geschafft, uns zu gewinnen. Wer heute noch einen Ernst Moritz Arndt mit Nazis in Verbindung bringt, handelt unverantwortlich. Mein Großvater Johannes Herzberg war in Greifswald nach dem 1. Weltkrieg als (Kaiserlicher) Major Standortältester und ist, bevor ein Nazi an die Macht kam, durch einen Herzschlag verstorben. Er war also Vorvorgänger von Oberst Petershagen. Ich will nicht für Entscheidungen meines Großvaters verantwortlich gemacht werden, und verbiete mir das aufs Deutlichste. Meine Generation ist eine der Kriegskinder mit Bomben; wir mussten im Zweiten Weltkrieg zusehen, wie wir allein klarkommen. Seht Euch die Fernsehberichte aus Syrien an, das war auch unsere Erlebniswelt. Wenn weiterhin behauptet wird, die Greifswalder Uni sei eine Nazi-Uni, weil der Name im April/Mai 1933 verliehen wurde, dann ist die Uni in Berlin-Mitte eine Kommunisten-Uni, denn sie wurde von Kommunisten der DDR, die an den innerdeutschen (!) Grenzen aus lauter Ideologie Menschen erschossen haben, auf den Namen Humboldt umbenannt.

Dr. Henning Herzberg de Pers, Greifswald

Uni ist für

Vorpommern da

Zum Leserbrief des Universitätskanzlers a.D. Dr. Th. Behrens möchte ich nur einen Punkt herausgreifen: Herr Dr. Behrends meint offenbar, die EMAU ist (nur) die Uni für Greifswald. Als Altkanzler sollte er es aber besser wissen. Ich zitiere den Eingangsparagraphen der Grundordnung(GO) der Universität:

㤠1 Name und Rechtsstellung

(1) Die Universität in Greifswald trägt den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Sie hat ihren Sitz in Greifswald und führt traditionsgemäß als Signum das Abbild ihres Großen Universitätssiegels. Sie fühlt sich der Geschichte und Kultur Vorpommerns verpflichtet.“

Klar ist also: Die Universität ist zwar auch für HGW da, aber vor allem schon nach ihrem Selbstverständnis (GO!) für ganz (jetzt: Vor-)Pommern (und natürlich auch für Mitglieder darüber hinaus).

Gerade dann, wenn Arndt nur „Pommer“ (Rüganer) und nicht „Greifswalder“ wäre (was Dr. Behrends auch verkennt: natürlich hat Arndt in Greifswald gearbeitet!) ist der Name sinnvoll: Arndt verbindet die Universität über Greifswald hinaus mit der ganzen Region – gut so! Und das haben auch die Menschen aus Vorpommern so verstanden – denn deshalb kommen ja die Leserbriefe pro Arndt aus der ganzen Region, z. B. von Rügen und aus Wolgast und anderswoher.

Marianne von Weber, Weitenhagen Was würde Arndt wohl

zum Streit sagen

Vom Rubenow-Denkmal schaut Ernst Moritz Arndt nachdenklich auf seine Besucher und das Uni-Hauptgebäude. Er hält unsere Erinnerung an ihn wach. Ich frage mich, was er wohl zu dem Streit um seinen Namen sagen würde? Vielleicht uns ermahnen, kulturvoll miteinander umzugehen, oder uns zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit seiner Person und der Zeitgeschichte anregen? Es gibt viele Gründe dafür, dass öffentliche Einrichtungen einen Namenspatron haben, aber wohl keiner unter ihnen ist ohne Tadel. Welche deutsche Universität müsste wohl als nächste von ihrem „Makel“ befreit werden? Die gegenwärtig nur einseitig begründete Ablegung des Namens heißt: Wir gehen einer schwierigen und unbequemen Debatte doch lieber aus dem Wege.

Den Namen einfach zu löschen, bringt kein Licht in das Dunkel und hieße, auf halber Strecke stehenzubleiben. Also, liebe Arndt-Gegner, gehen Sie den unbequemen Weg zu Ende, bevor Sie Entscheidungen treffen! Ohne historische, geistig-kulturelle Zusammenhänge erkennen zu wollen, gibt es keine gerechte Beurteilung der Geschichte!

Deshalb halte ich die Forderung von Prof. Klüter, die „Wortmeldungen zu Ernst Moritz Arndt, Drucksache Arndt, Januar 2010“ , Autoren: Alvermann, Bach, Garbe, Staats, Tietz, von der Internetseite zu löschen, für falsch! Diese Informationsquelle als Ideologiebaukasten für Rechtspopulismus zu bezeichnen, ist unredlich. Das Recht auf freie Meinungsbildung darf uns nicht verwehrt werden! Presse- und Meinungsfreiheit sind Grundwerte der Demokratie, die auch schon vor 200 Jahren von Arndt eingefordert wurden.

Er mahnt uns, ihn nicht schon wieder für populistische, politisch-ideologisch geprägte Ziele in Anspruch zu nehmen und zu missbrauchen, wie in der Geschichte mehrfach geschehen und auch jetzt wieder wahrnehmbar ist. Nutzen wir also die Chance und nehmen die Herausforderung zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte an! Begreifen wir Arndt als Mahner!

Maria Schönemann, Greifswald Haben die Gegner Arndt gelesen?

In den beiden Heften Nr. 7 und 8 der Arndt-Gesellschaft wurden die Vorträge einer Konferenz zu dem Thema und die öffentliche Diskussion – das Für und Wider – zusammengefasst. Haben die Arndt-Gegner von 2017 jemals so ein Heft, das in der Uni-Bibliothek vorhanden sein müsste, zur Hand genommen? Ich glaube kaum. Wieder einmal wurden besonders seine Aussagen zu den Juden – die er aber im Alter revidiert hat, was uns immer wieder die Arndt-Freunde aus Bonn bestätigten – aus dem Zusammenhang gerissen und sicherlich reißerisch aufgebauscht, um unter der Studentenschaft viele Anhänger für die Liquidierung des Uni-Namens zu gewinnen. Ich vermute es zumindest. Damals hatten wir Erfolg, der Name blieb. Wie es scheint, kann die diesjährige erneute Diskussion, die aber nichts Neues bringt, etwas anderes bewirken. Das wäre auch für das Land Mecklenburg-Vorpommern ein Imageschaden. Welch ein Mensch – ob berühmt oder nicht – ist schon ohne Fehl und Tadel? In diesem Sinne hoffen wir, dass die altehrwürdige Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ihren wohlklingenden und inhaltsreichen Namen behält, auch wenn das einigen wenigen nicht passt! Arndt-Freunde, wehrt Euch!

Walter Schulz, Garz/Stralsund

Viele Jahresarbeiten zum Namenspatron

Anlässlich des 200. Geburtstags von Ernst Moritz Arndt wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität eine Festschrift veröffentlicht. In ihr publizierten nicht nur Historiker, sondern auch Wissenschaftler der verschiedensten Fachdisziplinen. Vergessen wird die intensive Beschäftigung von Studenten mit dem Namenspatron. Erinnert werden soll an die Radiovisionsreihe „Ernst Moritz Arndt – ein deutscher Patriot“, mit der vielen Geschichtslehrern eine Handreichung für ihren Unterricht gegeben wurde, an ein Spezialseminar zum Wirken Arndts unter Leitung voin Professor Dr. Johannes Schildhauer, aus dem nicht nur Jahresarbeiten hervorgingen; auch Staatsexamensarbeiten wurden geschrieben.

Dr. Berndt Frisch, Greifswald

OZ

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