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Greifswald Levenhagen stimmt Fusion zur Großgemeinde Landhagen zu
Vorpommern Greifswald Levenhagen stimmt Fusion zur Großgemeinde Landhagen zu
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10:17 24.02.2018
Das Amt Landhagen ist für die Verwaltung der zehn Gemeinden im Amt zuständig. Derzeit entscheiden die Gemeinden über eine Verwaltungsreform.
Das Amt Landhagen ist für die Verwaltung der zehn Gemeinden im Amt zuständig. Derzeit entscheiden die Gemeinden über eine Verwaltungsreform. Quelle: Peter Binder
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Levenhagen

Klares Votum für die Großgemeinde Landhagen aus Levenhagen: Die fünf anwesenden Gemeindevertreter stimmten am Freitagabend für die Fusion. Gut 50 Einwohner waren zuvor ins Feuerwehrgerätehaus Levenhagen gekommen, um über die Pläne einer Großgemeinde zu diskutieren. Bürgermeister Steffen Boos hat in der Anhörung detailliert die Überlegungen im Vorfeld vorgetragen und ist mit den Anwohnern jeden einzelnen Punkt des Vertrages durchgegangen.

Er warb für die Fusion zur Gemeinde Landhagen. „Ein gewichtiger Punkt ist, dass es dann einen hauptamtlichen Bürgermeister gibt, der deutlich mehr Gehör findet an höherer Instanz“, ist Boos überzeugt. Er geht außerdem davon aus, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der einzelnen Bauhöfe verbessern. Derzeit haben mehrere Gemeinden Mitarbeiter mit 12, 15 oder 30 Stunden. Statt mehrerer Teilzeitstellen könnte es künftig wieder Vollzeitstellen geben. „Wenn sich unser Bauhofmitarbeiter das Bein bricht haben wir keinen Ersatz. Auch das lässt sich in einer größereren Gemeinde besser organisieren“, so Boos. Weiterer Vorteil ist, dass sich die Anschaffung von Großtechnik lohnen könnte, die jetzt ausgeschlossen ist. Boos betont, dass die alle Feuerwehrstandorte erhalten bleiben sollen. „Solange jede Wehr genug Mitglieder hat, wird sie weiter Bestand haben“, sagt Boos.

Seit Jahren  fordert die Landesregierung die Fusion kleiner Gemeinden, um zukunftsfähigere Strukturen zu schaffen. Um den Gemeinden diesen Schritt schmackhaft zu machen, gibt es sogenannte Fusionsprämien. Es handelt sich um 200.000 Euro je wegfallender Gemeinde. „Im Fall unserer Großgemeinde Landhagen sind das 1,4 Millionen Euro, falls alle acht Gemeinden mitmachen“, rechnet Boos vor. Das Amt Landhagen besteht aus zehn Gemeinden. Mit im Boot sitzen derzeit beim Fusionsprozess die acht Gemeinden Behrenhoff, Dargelin, Dersekow, Diedrichshagen, Levenhagen, Mesekenhagen, Neuenkirchen und Wackerow. Wackerow steht allerdings parallel in Fusionsverhandlungen mit der Hansestadt Greifswald. Hinrichshagen und Weitenhagen wollen nicht fusionieren. 

Lediglich vereinzelt gab es kritische Stimmen während der Anhörung. Ein Einwohner sprach sich für einen Bürgerentscheid aus. Die klare Mehrheit der Anwesenden lehnte diesen jedoch ab und machte damit den Weg für die Abstimmung der Gemeindevertreter frei.

Gefragt wurde unter anderem, wie die Fusion vieler finanzschwacher Gemeinden mehr Geld bringen soll. „Die Aufwandsentschädigungen für die Gemeindevertretungen fallen weg. Außerdem muss das Amt Landhagen nur noch einen statt derzeit acht Haushalte erstellen. Da wird viel Arbeitskapazität frei“, erklärt der Levenhägener Bürgermeister Boos. Jürgen Schönwandt, der Beauftragte der Landesregierung für Gemeindefusionen in Vorpommern-Greifswald, hat ein weiteres Beispiel: „Eine Steuernachzahlung wirkt sich in einer kleinen Gemeinde wie Levenhagen drastisch auf den Haushalt auf. In einer größeren Gemeinde ist sie hingegen viel weniger deutlich zu spüren.“

Gefragt wurde auch nach den Kosten eines hauptamtlichen Bürgermeisters. Diese schätzt Schönwandt auf jährlich 100.000 Euro, je nach Alter, Familienstand und Qualifizierung. „Es könnte aber auch ein Nullsummenspiel werden“, führt er weiter aus. Wenn es sich nämlich um einen Verwaltungsbeamten handelt, der die Wahl zum Bürgermeister gewinnt, kann die Stelle des leitenden Verwaltungsbeamten eingespart werden. Die derzeitige leitende Verwaltungsbeamtin geht zum Jahresende in Rente.

In den kommenden Wochen stimmen die weiteren Gemeinden über den Gebietsänderungsvertrag ab. Am Dienstag ist Einwohnerversammlung in Neuenkirchen, am Donnerstag in Dersekow.

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