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Greifswald Loeffler-Campus: Mensa öffnet 2018
Vorpommern Greifswald Loeffler-Campus: Mensa öffnet 2018
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00:01 10.04.2017
Alt und neu nebeneinander: Der rote Backstein schafft Verbindung und prägt das Erscheinungsbild. Quelle: Foto: Kai Lachmann
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Greifswald

Die Bauarbeiten auf dem neuen Campus der Sozial- und Geisteswissenschaften in der Loefflerstraße kommen gut voran. Auf dem früheren Klinikgelände werden künftig Teile der Philosophischen und der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Uni zu finden sein. Mecklenburg-Vorpommern investiert über 60 Millionen Euro. Nach der Fertigstellung wird mit 3000 bis 4000 Nutzern gerechnet.

Die Aufteilung

In die Alte Chirurgie ziehen Bildungswissenschaften, fremdsprachliche Philologien, Dekanat der Philosophischen Fakultät, Studienkolleg, Fremdsprachen- und Medienzentrum und Interdisziplinäres Institut für Geschlechterforschung. In der früheren Inneren sind es Rechtswissenschaft, Dekanat der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät sowie Politik- und Kommunikationswissenschaft.

In drei Jahren soll als letztes die Sanierung des 1859 eingeweihten Universitätskrankenhauses (Innere Medizin) abgeschlossen sein. „Wir gehen von einer Fertigstellung im März 2020 aus“, sagt Uwe Sander. Er ist im Betrieb für Bau und Liegenschaften für den Hochschul- und Klinikbau zuständig. Dieser Bauabschnitt kostet 15,4 Millionen Euro. Die Uni gibt dem Land ein zinsloses Darlehen, damit das Haus in diesem Jahrzehnt saniert und umgebaut werden kann. „Alle Landesmittel für den Hochschulbau bis 2020 in Greifswald sind schon für andere Arbeiten gebunden“, erläutert Sander. Wenn möglich, werde noch 2017 mit vorbereitenden Arbeiten wie der Schadstoffbeseitigung begonnen. Das Darlehen zahlt das Land ab 2020 der Hochschule zurück.

Bauarbeiten laufen aktuell in und an der früheren Chirurgischen Klinik. „Wir wollen das Gebäude bis Juli 2018 fertigstellen“, so Sander. Dafür würden 13,4 Millionen Euro investiert.

Die künftige Gestaltung der früheren Krankenhäuser orientiert sich an den denkmalpflegerischen Befunden. Darum werden die Fenster der Chirurgie zumindest großteils „Rehbraun“ statt Weiß gestrichen.

Der 1908 angebaute Balkon der „Inneren“ bleibt als Zeugnis der Medizin jener Zeit, der „Freiluftbehandlung“, erhalten. Gleiches gilt für die vom ersten Direktor, Prof. Felix von Niemeyer, stammende Inschrift an der Loefflerstraße: „AEGROTIS CURANDIS, MEDICIS INSTITUENDIS“ (Die Kranken zu heilen, die Ärzte zu lehren).

Bereits fertiggestellt sind die Neubauten der Bereichsbibliothek und des Hörsaalgebäudes mit dem größten Auditorium der Uni mit etwa 500 Plätzen.

Als Nächstes ist die Eröffnung der Mensa mit Cafeteria mit 310 bzw. 110 Plätzen inklusive Außengastronomie geplant. Dafür wird das Wirtschaftsgebäude an der Hunnenstraße mitgenutzt. Nach aktuellem Stand wird dieser Bauabschnitt bis Ende des Jahres fertiggestellt. Ursprünglich war das für einen früheren Zeitpunkt vorgesehen. „Wir planen den Umzug der Mensa und Cafeteria vom Schießwall in die Loefflerstraße im Sommersemester 2018. Bis dahin können wir die Mensa am Wall problemlos weiterbetreiben“, informiert die Geschäftsführerin des Studierendenwerks, Cornelia Wolf-Körnert. Laut Planung sollten Mensa und Cafeteria zehn Millionen Euro kosten. Jetzt sind es zwölf Millionen. „Wir hatten umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt“, sagt BBL-Mitarbeiter Thilo Brause. „Aber während des Baus stellte sich heraus, dass die Substanz noch schlechter als erwartet war.“ So habe man vorher nicht bekannte Bodenplatten und eine stark verrostete Stahlkonstruktion im Deckenbereich gefunden.

Aktuell laufen ferner Arbeiten zur Gestaltung der Außenanlagen. „Es ist sehr wenig Platz auf dem Hof“, erinnert Sander. Der historische Apfelgarten ist denkmalgeschützt. „Bis Ende Mai wollen wir die ersten 37 Fahrradbügel montieren“, informiert BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Andererseits müssen provisorische Radstellplätze direkt an der Loefflerstraße weichen. Die Fahrradstellplätze reichen darum nicht zu jeder Zeit aus, informiert Unisprecher Jan Meßerschmidt.

Darum bekommt der Hörsaal „Kiste“ in Schönwalde II eine Gnadenfrist. Die „Kiste“ werde im Sommersemester in geringerem Umfang als in der Vergangenheit genutzt. Sobald auf dem Gelände des Lohmeyerplatzes genug Stellplätze vorhanden seien, werde „der Hörsaal Kiste nach und nach aus der Nutzung genommen“. Alles in allem wird es 750 Radstellplätze geben, davon 120 überdacht. In Richtung Ryck gibt es 24 Stellplätze. Der Innenhof des Campus ist autofrei. Eine so große Zahl von Radfahrern stellt auch die Verkehrsplaner vor Herausforderungen. Die Studierenvollversammlung hat sich 2016 für die Ausweisung der Loeffler- als Fahrradstraße ausgesprochen.   Aufpflasterungen gibt es bereits zur Verkehrsberuhigung in der Loefflerstraße. „Wir planen in diesem Jahr eine großangelegte Verkehrszählung“, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann. Sie werde die Grundlage für eine Untersuchung des Verkehrs im Innenstadtbereich/Neuer Campus. „Der Auftrag dafür kann erst ausgelöst werden, wenn der Haushalt genehmigt ist.“

Eckhard Oberdörfer

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