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Greifswald Erster Schutzwald in MV ausgewiesen
Vorpommern Greifswald Erster Schutzwald in MV ausgewiesen
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19:11 28.08.2019
Freude über den ersten Schutzwald in MV: Landwirtschaftsminister Till Backhaus, Lubmins Bürgermeister Axel Vogt und der Chef der Landesforstanstalt, Manfred Baum (v.l.). Quelle: Cornelia Meerkatz
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Lubmin

Premiere für den Küstenwald von Lubmin: Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) kennzeichnete am Mittwochnachmittag im Seebad den ersten Schutzwald des Landes. Dazu wurde in der Landesforstanstalt eine entsprechendes Logo entwickelt, dass nun großflächig auf Schildern prangt, die an den jeweiligen öffentlichen Zugängen zum Schutzwald angebracht werden.

Lubmin hat den ersten den Schutzwald in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Landwirtschaftsminister Till Backhaus brachte das erste Hinweisschild dafür an und schwärmte von der Schönheit des Areals.

Die Idee des Schutzwaldes ist nicht neu. Im Falle des Lubminer Waldes stammt die Idee vom damaligen Bürgermeister Klaus Kühnemann, der sich mit großen Enthusiasmus dafür eingesetzt hat. Die Gemeinde schickte nach Beschlussfassung durch die gewählten Volksvertreter den Antrag auf Anerkennung des Schutz-Status für das Areal zwischen dem Ort Lubmin und dem Industriegelände Lubminer Heide nach Schwerin – und musste sich in Geduld üben. Doch bekanntlich wird, was lange währt, gut.

Bebauung ist ausgeschlossen

Mit der offiziellen Ausweisung und Kennzeichnung der knapp 100 Hektar umfassenden Fläche des Schutzwaldes Lubmin wurde sichergestellt, dass dieses Gebiet immer Wald bleiben wird. Ein Kahlschlag des Areals für eine etwaige Wohnbebauung oder Industrieansiedlung ist damit ausgeschlossen. Eine Wohnbebauung oder Industrieansiedlung ist damit definitiv nicht möglich, betonte Forstamtsleiter Torsten Hackert. „Der Natur wird Raum gelassen, sich völlig frei zu entwickeln. Wir Förster erhalten und pflegen. Auch künftige Generationen sollen hier die Möglichkeit haben, den Wald zu erleben und sich zu erholen“, so der Forstamtsleiter.

Damit weiß er sich auf einer Linie mit dem Landwirtschaftsminister. Backhaus hatte zuvor erklärt, dass man nicht nur über Klimaschutz reden könne, sondern handeln müsse. Der Schutzwald sei ein Baustein dabei, da Wälder als natürliche Kohlendioxid-Speicher eine wachsende Bedeutung hätten. MV habe 560000 Hektar Wald, etliches davon seien bereits klimaangepasste Wälder, aber es müsse weiter aufgeforstet werden. So sollen in den kommenden Jahren 10000 Hektar Moore aufgeforstet werden. Der SPD-Politiker forderte in diesem Zusammenhang deshalb von Land und Bund mehr Geld für dieses Vorhaben.

Schutzmarke national etablieren

Der Minister sprach zwar von einem schwierigen Spagat zwischen Schutz und Nutzung beim Wald, doch der Aufwand lohne sich. Aus diesem Grund strebe das Schweriner Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Landesforstanstalt an, die Schutzmarke national zu etablieren. „Es gibt in Deutschland bislang nur einige wenige Bundesländer, die schon Schutzwald ausweisen. Aber es sollten alle tun. Daher werden wir der Bundesregierung einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, denn mittlerweile gibt es Anfragen auch aus anderen Ländern“, so Backhaus.

Lubmin will Grüne Lunge auch Richtung Vierow

Lubmins Bürgermeister Axel Vogt (CDU) jedenfalls ist begeistert, dass es nach so langer Wartezeit doch noch geklappt hat mit der Schutzwald-Anerkennung. „Und wir möchten gern noch weitergehen und auch in östlicher Richtung zum Industriehafen Vierow eine geschützte Grüne Lunge aufbauen“, sagte er und bat das Land und die Forst dazu um Mithilfe. Minister Backhaus und Forstamtsleiter Hackert sicherten Unterstützung zu.

Der Schutzwald Lubmin umfasst eine Fläche von 83,2 Hektar und liegt zwischen der Ortsgrenze von Lubmin, dem Industriepark Lubminer Heide und der Landesstraße 262. Eigentümer sind das Land MV, das Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) und mehrere Privatwaldbesitzer. Ihre Zustimmung zum Schutzstatus des Waldes war Voraussetzung für die Ausweisung des Gebietes als solcher. Ein Teil des neuen Schutzwaldes ist Bestandteil eines FFH-Gebietes. Außerdem befindet sich in dem Gebiet das Flächennaturdenkmal „Dünenkieferwald bei Lubmin“. Der Baumbestand im Schutzwald ist zu 90 Prozent gemeine Kiefer. Im Unter- und Zwischenstand befinden sich vor allem Spätblühende Traubenkirsche, Eiche, Birke, Eberesche, Rotbuche, Ahorn, Haselnuss und Faulbaum.

Von Cornelia Meerkatz

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