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Greifswald Marode Straßen: Landkreis will Prioritätenliste erstellen
Vorpommern Greifswald Marode Straßen: Landkreis will Prioritätenliste erstellen
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00:00 21.02.2018
Viele Kreisstraßen in Vorpommern-Greifswald sind marode, wie hier die Verbindung von Zemitz nach Lassan. Quelle: Foto: Tom Schröter
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Vorpommern-Greifswald

Das Kopfsteinpflaster zwischen Japenzin und Spantekow südwestlich von Anklam „ist in einem üblen Zustand“, klagt Albrecht von Hagen. Notärzte, Post, Pflegedienste und natürlich die Menschen auf dem Land, so der Japenziner, hätten ihre liebe Not mit dem Befahren dieser Kreisstraße. Deshalb kämpft er seit Monaten für eine Verbesserung der Situation. Doch auch die jüngste Kreistagssitzung brachte keinen Erfolg. Eine Sanierung dieser Strecke steht weder in diesem noch im nächsten Jahr auf der Agenda der Kreisverwaltung, wie Baudezernent Jörg Hasselmann erklärte. Denn der Haushalt sei für beide Jahre beschlossen. Die K 60, um die es sich hier handele, könne frühestens 2020 saniert werden. Ob es dazu kommt – ungewiss.

Die Verwaltung erarbeite gerade für die Kreisstraßensanierung eine Prioritätenliste, „die sich aus den drei Prioritätenlisten der ehemaligen Landkreise ergibt“, so Hasselmann. Ab März soll sie den Fachgremien des Kreistages vorgestellt werden. „Das ist spät“, räumt der Dezernent ein. Die Kreisgebietsreform liegt immerhin über sechs Jahre zurück. Doch die Aufgabe sei immens. Viele Kreisstraßen befinden sich in einem schlechten Zustand.Und für die Instandsetzung wurde wenig Geld in den Haushalt eingestellt: 2018 sind es gerade einmal 2,95 Millionen Euro, im nächsten Jahr dann 8,3 Millionen Euro. Heißt: Einwohner des Kreises müssen noch lange Jahre auf bessere Straßen warten.

Für Olaf Spillner, Gemeindevertreter aus Alt Tellin, ist das nicht akzeptabel. Denn der Zustand der Kreisstraße 106 in seiner Gemeinde „schreit zum Himmel“, sagt er. Dabei habe sie bereits auf Platz eins der Prioritätenliste des Landkreises Demmin gestanden. „Doch mit der Kreisreform ist das Projekt untergegangen“, kritisiert er.

Ein schnelle Lösung indes scheint nicht in Sicht. Der Kreis ist für über 100 Verkehrswege von 822 Kilometer Länge verantwortlich. Jährlich wären etwa 15,5 Millionen Euro vonnöten, „um mittelfristig einen durchschnittlich befriedigenden Zustand zu erreichen“, erklärte Anke Radlof, Mitarbeiterin der Pressestelle, bereits im vorigen Jahr. Deshalb wird die Diskussion zur Prioritätenliste „sicher ein spannender und langwieriger Prozess“, sagt Hasselmann.

ph

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