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Greifswald Millioneninvestitionen: Diese neuen Bauprojekte plant die Unimedizin Greifswald
Vorpommern Greifswald Millioneninvestitionen: Diese neuen Bauprojekte plant die Unimedizin Greifswald
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10:31 04.12.2019
Die Onkologie (links) und das Bettenhaus, das als einziges Gebäude des Klinikcampus fertiggestellt wurde Quelle: FOTO: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Neue Onkologie, neue Dialyse, neue Apotheke: In der Universitätsmedizin Greifswald stehen in den kommenden Jahren weitere Millioneninvestitionen an. Gleich mehrere Bauprojekte werden parallel angegangen.

Denn obwohl nach der Wende bereits weit über 100 Millionen Euro in das neue Klinikum und die Institute der Greifswalder Uniklinik geflossen sind, treten in dem ersten neuen Haus bereits wieder gravierende Mängel auf. In eineinhalb Jahren muss eine neue Klinik für Onkologie auf dem Campus Beitzplatz der Unimedizin Greifswald stehen. Den Bau gleich nach der Wende hatte die Krupp-Stiftung ermöglicht, die Klinik ist erst drei Jahrzehnte alt.

„Das Gebäude hat technische Mängel, zum Beispiel sind Versorgungsleitungen sanierungsbedürftig“, erklärt Marie le Claire, Kaufmännischer Vorstand der Greifswalder Universitätsmedizin. „Wir können die Klinik nur noch bis Mitte 2021 betreiben, ohne die Patientensicherheit zu gefährden. Eine Sanierung bei laufendem Betrieb ist in so einer Klinik nicht möglich und wäre auch viel zu teuer.“

Für einen öffentlichen Bau ist das ein ausgesprochen sportlicher Zeitplan, selbst wenn mit Modulen gebaut wird, wie bereits bei der Unfallchirurgie und einem der neuen Bettenhäuser erfolgreich praktiziert. „Wir stimmen uns Anfang Dezember mit allen Beteiligten, wie dem Betrieb für Bau und Liegenschaften, dem Finanz- und Bildungsministerium ab, um das zu schaffen.“

Damit knüpft die Universitätsmedizin an die Investitionen der jüngsten Vergangenheit an: Erst vor einem Jahr wurde die 20 Millionen Euro teure Notfallaufnahme eingeweiht. Aktuell läuft der Bau einer neuen zentralen Tierzucht für etwa zwölf Millionen Euro.

Der Onkologieneubau ist nur Teil des Plans, der sich wie ein dritter Bauabschnitt des Uniklinikums anhört. Auch die jetzige Dialyse genügt nicht mehr den Anforderungen und soll in einem Zug mit diesem Krankenhaus neu errichtet werden.

Marie le Claire Quelle: Anne Ziebarth

Das ist noch nicht alles, was in naher Zukunft auf dem Campus Beitzplatz passieren soll. „Der Betrieb für Bau und Liegenschaften hat gerade einige Bauanträge von uns in Bearbeitung“, verdeutlicht der Kaufmännische Vorstand.

So sind die Tage des einzigen bis zum Ende der DDR fertiggestellten Teils des Klinikums gezählt. Teile dieses von Innerer Medizin und Physiotherapie genutzten Bettenhauses stehen bereits leer. Auch hier sei Neubau günstiger als Sanierung, ein Abriss also die angezeigte Option. Die Bereiche, die in dem Gebäude noch zu finden sind, können ebenfalls in dem Neubaukomplex mit Onkologie und Dialyse Platz finden.

Universitätsapotheke bekommt neuen Standort

„Wir wollten schon lange eine neue, moderne Apotheke bauen“, informiert Marie le Claire zum nächsten Bauantrag. Auch das solle möglichst bald erfolgen. Der auserkorene Standort befindet sich im östlichen Bereich des Campus südlich der Pappelallee, neben dem Logistikzentrum. Die jetzige denkmalgeschützte Apotheke aus den 1950er Jahren an der Jahnstraße, neben dem zukünftigen Life Science und Plasmatechnikum, kann dann an die Universität zurückgegeben und von dieser verkauft oder anders genutzt werden.

Auf dem Hof der jetzigen Uniapotheke laufen schon die Bauarbeiten für das Life Science und Plasmatechnikum Quelle: eob

Parkhausbau für Patientenund Mitarbeiter

„Wenn wir, wie erhofft, an mehreren Standorten gleichzeitig bauen, dann brauchen wir auch Flächen als Lager für Material und für Baufahrzeuge“, so der Kaufmännische Vorstand. Die sollen auf dem Parkplatz Richtung Liebknechtring sein, der jetzt von Mitarbeitern und Besuchern genutzt wird. „Sie sollen während der Bauzeit problemlos zu uns kommen“, sagt Marie le Claire.

Damit wird die Idee eines Parkhauses östlich des Klinikums zur Lösung des Problems ganz aktuell, wie sie schon vor Jahren von der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft ins Spiel gebracht wurde. „Wir dürfen keine Parkhäuser selbst bauen, müssen diese Leistung also ausschreiben.“ In diesem Zuge sollten auch mehr Fahrradstellplätze geschaffen werden. Konkrete Zeitpläne oder Kostenschätzungen gibt es noch nicht. „Das wird fraglos einiges kosten“, sagt Marie le Claire und kündigt an: „Wir werden jetzt mit dem Land besprechen, wie das alles finanzierbar ist.“ Aber in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts sollen alle genannten Baumaßnahmen zumindest beginnen. „Es wäre gut, wenn wir für kleinere Baumaßnahmen bis etwa fünf Millionen Euro selbst Bauherr sein könnten“, mahnt le Claire. Denn der BBL hat wahrlich genug auf dem Campus Beitzplatz zu tun.

Noch ein Forschungsbauvon nationaler Bedeutung

Denn die Unimedizin hat gute Chancen, ein Großprojekt an Land zu ziehen: einen dritten Forschungsbau von nationaler Bedeutung nach dem Zentrum für Absorption und Transport von Arzneimitteln C_DAT) und dem Zentrum für mikrobielle Genomforschung (Fun_Gene). „Wir haben die erste Begutachtung unseres Antrags mit positivem Votum überstanden“, freut sich Medizinerdekan Prof. Karlhans Endlich.

Einen Standort gibt es schon: die Ecke Anklamer Straße/Karl-Liebknecht-Ring. Das neue Haus soll vor allem von der Community Medicine, einem der Markenzeichen der Universitätsmedizin Greifswald, genutzt werden. Sie hat derzeit noch ihren Hauptsitz an der Ellernholzstraße (frühere Nervenklinik).

Damit würde eines der strategischen Ziele der Unimedizin umgesetzt werden: die Reduzierung der Standorte, um Abläufe zu vereinfachen und die Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche zu stärken. Darum wurde bereits Karlsburg mit dem Gebäude der Physiologen und Pathophysiologen und dem Schloss aufgegeben.

Alte HNO-Klinik wird saniert

„Gegenwärtig wird das bei einem Brand beschädigte Dach der früheren HNO-Klinik saniert“, so le Claire weiter. Dort sollen künftig auf jeden Fall Zahnmediziner Räume bekommen. Eine 20 Jahre alte Idee, die schon bei Fertigstellung der Zahnklinik an der Rathenaustraße bestand. Aber noch heute nutzen die Stomatologen einige Räume im alten Standort Rotgerberstraße. Auch dieses Gebäude könnte dann aufgegeben werden. Die Unimedizin hätte dann noch die Standorte Beitzplatz, Ellernholz- und Loefflerstraße.

Noch mit einem weiteren Neubau stärkt die Universität und die Universitätsmedizin ihre Position in künftigen Wettbewerben des Bundes, den Exzellenzinitiativen. Denn einer kleinen „Machergruppe“ gelang es im November, einen ganz „dicken Fisch an Land zu ziehen“ – ein Helmholtz-Institut für molekulare Infektionskrankheiten, das aus Bundesmitteln finanziert wird.

Ein Standort könnte das Gelände sein, auf dem noch das alte Rechenzentrum steht. Es soll nach Fertigstellung des neuen Hauses in unmittelbarer Nachbarschaft abgerissen werden. Auf dem Campus Beitzplatz wird allmählich der Platz knapp.

Greifswald biete laut Endlich ein in dieser Form in Europa einzigartiges Umfeld mit ausgewiesenen Expertisen sowie einer exzellenten Infrastruktur zur Erforschung mikrobieller Krankheitserreger.

An der alten HNO-Klinik wird das Dach erneuert, hier sollen die Zahnärzte einziehen. Quelle: Eckhard Oberdörfer

Von Eckhard Oberdörfer

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