Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Landesmuseum soll Ludwigsburg übernehmen
Vorpommern Greifswald Landesmuseum soll Ludwigsburg übernehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:17 08.03.2019
Die Schlossanlage von Ludwigsburg bei Greifswald Quelle: Meerkatz Cornelia
Ludwigsburg

Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) kann das Pommersche Landesmuseum nicht verstehen. „Jetzt hat nach Direktor Uwe Schröder auch der Stiftungsrat die Übernahme von Schloss Ludwigsburg kategorisch abgelehnt“, wundert sich der für Schlösser und Museen des Landes zuständige Politiker. „Viele Jahre ist mir suggeriert worden, dass Ludwigsburg für die Geschichte und Identität Pommerns von herausragender Bedeutung ist und Vorpommern bisher zu wenig Schlösser in Landesbesitz hat. Mein Haus bereitet jetzt im Auftrag der Landesregierung den Kauf vor.“ Das Landesmuseum sei von seinem Auftrag her der geborene Partner für Ludwigsburg, um die nötige Qualität einer Ausstellung, der Angebote und der Betreibung zu sichern.

Auch das Fehlen einer größeren Zahl von Objekten zur Geschichte des bis 1637 regierenden Greifengeschlechts sei kein Nachteil. „Das ist eine Chance, moderne Konzepte zu entwickeln, um junge Leute für Kultur und Kunst zu begeistern.“ In einem virtuellen Museum könnten Besucher Herzog Ernst Ludwig und seiner Frau Hedwig Sophie begegnen, für die das Schloss gebaut wurde. Man könnte virtuell den jetzigen und den sanierten Zustand darstellen, macht der Minister neugierig. Der große Kuhstall eigne sich möglicherweise als Herberge für Schulklassen, die in Ludwigsburg spannende Erfahrungen mit pommerscher Geschichte machen.

„Was hat das Landesmuseum davon, wenn ihm Ludwigsburg Besucher wegnimmt“, fragt sich Brodkorb. „Besser ist doch, wenn es eine Zweigstelle wird.“ Selbstverständlich müsste zusätzliches Personal eingestellt werden. „Das würde keine zusätzlichen Kosten für die Region bedeuten“, betont er. Im Gegenteil: Da sich eine Öffnung von Schloss Ludwigsburg im Winter wahrscheinlich nicht lohnt, könnten die Mitarbeiter im Winter in Greifswald Ausstellungen vorbereiten, Exponate inventarisieren und anderes mehr.

Die alternative Idee der Deutschen Burgenvereinigung, ein Europäisches Herrenhauszentrum in Schloss Ludwigsburg einzurichten (die OZ berichtete) sei sehr gut, findet der Minister. „Der Landtag hat uns aufgefordert, mehr für dieses Erbe zu tun und dafür nach 2020 europäische Fördergelder einzusetzen und eine Prioritätenliste zu erarbeiten.“ Diese Einrichtung wäre für das Land als Ganzes, also für Mecklenburg und Vorpommern eine gute Sache. Aber beides zusammen lasse sich nicht an einem Standort realisieren.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates des Landesmuseums, der frühere Greifswalder OB Arthur König, sichert Unterstützung bei der Erarbeitung eines Konzeptes, Beratung und der inhaltlichen Arbeit für Ludwigsburg zu. Aber Sanierung, Umbau und Betreibung könne das Landesmuseum nicht leisten. Dazu habe das Museum nicht die nötigen Kapazitäten. Über mehr Personal müssten die Stifter Bund, Land und Greifswald entscheiden. Aus der Sicht des Stiftungsrates sollte Ludwigsburg wie Bothmer, Hohenzieritz, Mirow und so weiter von der Stiftung Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern übernommen werden.

„Wir brauchen Profis“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins für Schloss Ludwigsburg, Sascha Ott. Das Landesmuseum sei durch die Nähe und den Bezug zu Pommern ein sehr geeigneter Partner. Natürlich sei auch die Expertise der Stiftung willkommen. „Wenn es mehr Aufgaben gibt, muss es mehr Personal beim Landesmuseum geben. Das ist doch klar.“ Aber bevor konkrete Aufgaben feststehen, könnte niemand eingestellt werden.

„Das Landesmuseum muss Schloss Ludwigsburg übernehmen“, unterstützt der Greifswalder CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow den Finanzminister. „Wir haben in allen Gesprächen die Übernahme von Kosten für zusätzliches Personal auf Dauer zugesichert.“ In Ludwigsburg gehe es um Pommern, das Schloss sollte von Pommern verwaltet werden. Die Stiftung Schlösser und Gärten MV mit Sitz in Schwerin mit acht mecklenburgischen Schlössern plus Granitz auf Rügen könne nur eine Notlösung sein. Aus Liskows Sicht könnte das Herrenhauszentrum in Ludwigsburg ebenfalls Platz finden. Das Schloss selbst müsse aber der pommerschen Geschichte vorbehalten bleiben.

Peter Multhauf, Bürgerschaftsmitglied der Linken, unterstützt Brodkorb ebenfalls. Museumsdirektor Uwe Schröder müsse endlich mehr Verantwortung für pommersche Geschichte und damit auch für Ludwigsburg zu übernehmen. Die Ablehnung der Übernahme des Pommernschlosses passe dazu, dass es trotz Aufforderung der Bürgerschaft keine Ausstellung zum 250. Geburtstag von Ernst Moritz Arndt im Landesmuseum gebe.

Eckhard Oberdörfer

Es gibt kaum etwas, was nicht illegal in der Natur entsorgt wird. Elke Jentzsch arbeitet seit fünf Jahren bei der ABS – und hat schon Unmengen an Müll gesammelt. Ihr kuriosester Fund: ein toter Hund.

08.03.2019
Usedom Erfolg für Flughafen Heringsdorf - Zusätzliche Flüge auf die Insel Usedom

Der Flughafen Heringsdorf auf Usedom wird in dieser Saison noch häufiger angeflogen: Von und nach Stuttgart und Düsseldorf gibt es auch in der Woche Verbindungen.

08.03.2019

Der Ärztliche Vorstand der Unimedizin Greifswald, Prof. Claus-Dieter Heidecke, bedankt sich bei den Frauen für den täglichen Einsatz zum Wohle der Patienten.

08.03.2019