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Greifswald Greifswald kämpft gegen Parkplatzsuchverkehr
Vorpommern Greifswald Greifswald kämpft gegen Parkplatzsuchverkehr
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19:00 22.10.2019
OZ hat schon mal das Schild „aufgestellt“. Am Abzweig Domstraße sollen Nicht- Anlieger ist abbiegen. Quelle: Eckhard Oberdörfer/Montage Benjamin Barz
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Greifswald

Der Verkehr vor dem Stadthaus nervt seit Langem. Seit vielen Jahren wird nach einer Lösung gesucht, Beschlüsse gefasst und geprüft. Nun sieht es so aus, als ob der „Berg eine Maus gebiert“ und einfach ein Verkehrsschild aufgestellt wird. Nur noch Anlieger und Radler sollen fahren können. Den Vorschlag gab es auch schon vor Jahren.

Das Problem: Vorm Stadthaus dürfen nur Behinderte oder Taxis parken. Aber die Schilder werden gern ignoriert, zum Beispiel von Stadthausbesuchern. Dazu kommen Auswärtige, die in der Rakower Straße am Parkhaus vorbeifahren und einen Stellplatz am Markt oder im Bereich der Mühlenstraße suchen. Aber da gibt es nur Anwohnerstellplätze. Innerhalb von 24 Stunden wurden und werden an der Ecke Markt/Fleischerstraße um die 1000 Kraftfahrzeuge gezählt. Der Verkehr im nördlichen Teil der Rakower Straße, die unübersichtliche Situation, ist insbesondere für Fußgänger gefährlich. Außerdem halten hier manchmal Besucher der Post. Kurzzeitparkplätze gibt es nicht.

Nun will die Stadt mit einem Schild gegensteuern. „Wir werden in den nächsten zwei Wochen das Verkehrszeichen 250 in der Rakower Straße am Abzweig Domstraße aufstellen“, kündigte Tiefbau- und Grünflächenamtsleiter Dieter Schick auf der Sitzung des Bauausschusses an. Das weiße Schild mit dem roten Kreis bedeutet Verkehrsverbot für Fahrzeuge aller Art. Wer in der Rakower Straße am Abzweig Domstraße angelangt ist, muss Richtung Fleischerstraße abbiegen. Laut Bußgeldkatalog müssen Autolenker bei Verstößen 20 Euro bezahlen. Per Zusatzschild soll Anliegern und Radfahrern freie Fahrt gewährt werden. Der Begriff „Anlieger“ ist weit gefasst, wer beispielsweise zu einem Geschäft in der Mühlen- oder Brüggstraße will, hat ein Anliegen. Taxen und Behinderte müssen natürlich auch zum Stadthaus fahren können, betont Stadtsprecherin Andrea Reimann.

Die tatsächliche Beachtung von Verboten ist nach allgemeiner Beobachtung in Greifswald begrenzt. Auch Schick scheint nicht wirklich überzeugt. „Wir wollen den Verkehr reduzieren und werden sehen, was das Schild bringt“, sagt der Amtsleiter. Was es nicht einfacher macht: Die fahrenden Autos kontrolliert die Polizei, Parksünder das städtische Ordnungsamt. Über Autos in der ausgeschilderten Fußgängerzone Knopfstraße oder über Pkw auf der Fußgängerzone Markt ist auch schon viel debattiert worden, ohne das sich wirklich etwas geändert hat.

Eine Umwidmung des Bereichs, die Schaffung einer Fußgängerzone für die Marktsüdseite und die Rakower- ab Domstraße, die Anlieger und Radfahrer nutzen dürfen, sei nicht möglich, erläuterte Schick. Dazu hatte sich die Bürgerschaft schon 2013 bekannt und den Oberbürgermeister beauftragt, geeignete Maßnahmen vorzustellen. Vor nunmehr vier Jahren beschloss die Bürgerschaft die möglichst kurzfristige Umsetzung der Regelungen für eine weiche Fußgängerzone (Anlieger und Radler frei). Zur Durchsetzung wurde eine Abpollerung erwogen.

Allerdings bedarf die Umwidmung der Straßen in Fußgängerzonen der Genehmigung des Landesverkehrsministeriums. Und das lehnte die nötige Teileinziehung im Marktbereich nach Anhörung der Betroffenen ab, so Dieter Schick. Denn Mieter der Tiefgarage Brüggstraße hätten nicht mehr zu ihren Stellplätzen gelangen können. Einfach nur ein Schild, es könnte auch „Sackgasse“ sein, wurde schon vor sechs Jahren vorgeschlagen. Aber dann sollte eine, wie es damals hieß, charmantere Lösung gefunden werden.

Aktuell will die Fraktion Linke/Tierschutzpartei dem Beschluss von 2015 einen neuen Schub geben will, wie Fraktionschef Jörn Kasbohm sagt. Der Vorschlag lautet, die Rakower Straße zwischen Domstraße und Markt sowie die Südseite des Marktes in eine Einfahrt-verboten-aber-Anlieger-und-Fahrradfahrer-frei-Straße umzuwidmen. Das hört sich so wie die Aufstellung des Schildes an.

Die Ausschüsse diskutieren, auf der nächsten Sitzung des Stadtparlaments wird entschieden. Möglicherweise zieht die Linke den Vorschlag zurück. Man prüfe das jetzt, so Jörn Kasbohm.

Das Schild müsse nicht „ewig“ stehen: Noch in diesem Jahr will die Stadt das schon lange angekündigte Verkehrskonzept für die Innenstadt endlich beauftragen, dann wird auch die Marktsüdseite noch mal unter die Lupe genommen.

Von Eckhard Oberdörfer

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