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Greifswald Großer Bahnhof für kleine Loks
Vorpommern Greifswald Großer Bahnhof für kleine Loks
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15:40 27.01.2019
Große Liebe zu kleinen Bahnen: Oliver (5) aus Stralsund ist großer Modelleisenbahnfan. Auf den Geschmack gebracht hat ihn sein Opa aus Berlin, mittlerweile ist Oliver selbst im Besitz einer Eisenbahnanlage. Bei der Ausstellung im Greifswalder Kulturbahnhof gab es für ihn viel zu entdecken. 13 unterschiedliche Anlagen waren aufgebaut. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Modelleisenbahnen sind out’ Von wegen! Am Wochenende drängten Hunderte Besucher in den Kulturbahnhof zur Jahresausstellung des Greifswalder Modelleisenbahnclubs, um sich die liebevoll gestalteten Anlagen der Modellbaufreunde anzusehen. „Von einem Modell einer Feldbahn mit 16,5 Millimeter Spurweite über die Legobahn bis zur kleinen Bahn im Winterensemble mit der Spurweite N haben wir alles dabei“, erzählt Jörg Meyer vom Vorstand des Vereins. „Ein weiteres Highlight ist natürlich unsere über 20Jahre alte Clubbahn, eine große Anlage, die mittlerweile digital gesteuert wird.“ Also kein Knöpfchendrücken für Weichenstellungen, kein Hochdrehen der Geschwindigkeit mehr? „Wir haben auch analoge Anlagen“, beruhigt Meyer. „Diese hier ist allerdings so komplex, dass man schon zwei Leute nur zum Steuern abstellen müsste. Und das ist im Ausstellungsbetrieb schwierig.“ So wird also vieles im Vorfeld programmiert, wann die Lok welche Geräusche macht zum Beispiel, aber auch die einzelnen Bremspunkte, damit es beim hektischen Zugverkehr auf der Anlage nicht zu Kollisionen kommt. „Das Programmieren schlägt uns eine Brücke ins Zeitalter der Computerspiele und macht die Modelleisenbahn auch für junges Publikum interessant“, meint Meyer. „Nur, dass wir das Ergebnis hier immer noch in der Realität verfolgen können.“

Viele kleine und große Modellbahn-Fans besuchten die Ausstellung des Modelleisenbahnclubs Greifswald im Kulturbahnhof

Digital oder analog: Am Interesse des Nachwuchses mangelt es ganz offensichtlich nicht. Der vierjährige Alexander aus Greifswald verfolgt gebannt die Fahrt der mit Schlümpfen beladenen Legobahn, Mutter Inna Semenova steht mit Engelsgeduld daneben. „Ob große oder kleine Züge – ihn interessiert alles, was damit zu tun hat“, erzählt sie. „Bahnfahren ist für ihn das Größte.“ Auch der 5-jährige Felix Kock aus Greifswald ist großer Bahn-Fan, selbst hat er nicht nur eine Holzeisenbahn, sondern auch schon eine echte Märklin-Lok. Am Bahnfieber ist Papa Ronny aber wohl nicht ganz unschuldig. „Ich habe ein Hobbyzimmer mit einer fest montierten H0-Anlage“, sagt er und grinst. „Die Leidenschaft für Modellbahnen liegt also in der Familie.“

Jürgen Exner mit seiner O-Bus Anlage Quelle: Anne Ziebarth

Das Augenmerk liegt bei vielen der Eisenbahninteressierten neben den Loks und Zügen vor allem auf der Ausgestaltung der „Platte“, also der Umgebung, durch die sich die Bahnstrecke schlängelt. Der Modellbauclub Sassnitz zum Beispiel ist mit einem schneereichen Szenario aus dem Katastrophenwinter 1978/79 dabei, inklusive Blaulicht des in einer Schneewehe steckenden Feuerwehrfahrzeugs. Die Anlage von Olaf Götzes TT-Bahn besticht durch großen Detailreichtum, begonnen beim Parkplatzschild bis hin zur bemalten Markise des kleinen Kiosks.

Jörg Meyer lenkt die Aufmerksamkeit auf den Hintergrund der Anlage. „Dort hat Olaf sogar noch dreidimensionale Hauselemente eingefügt“, sagt Jörg Meyer. „Das Ergebnis ist toll.“

In einer anderen Ecke des Ausstellungsraums hat Jürgen Exner seine Anlage aufgebaut. „Eigentlich ist es ja gar keine richtige Modelleisenbahn“, sagt er zurückhaltend. „Sondern eine O-Bus-Anlage.“ Durch einen Zufall sei er auf die Oberleitungsbusse gekommen, meint er. „Als ich 2002 in den Club eingetreten bin, drückte mir jemand einen alten Pappkarton mit der Aufschrift Brawa Minibus in die Hand und fragte, ob ich nicht Lust hätte, daraus etwas zu machen.“ Und so widmete sich Exner dem Modellbausatz aus den 60er-Jahren, recherchierte über Oberleitungsbusse und schuf sich eine kleine Strecke, bei der die O-Busse Steigungen meistern oder auch mal ins beleuchtete Verkehrsdepot abbiegen. „Bei einer Platte ist es nicht geblieben. Diese hier ist schon meine zweite O-Bus-Anlage“, sagt er. „Das Hobby ist schon faszinierend.“

Die Eisenbahnfreunde des Modelleisenbahnclubs treffen sich in der Regel zwei Mal in der Woche. Derzeit hat der Verein 33 Mitglieder und eine Schülergruppe. Wer Lust hat mitzumachen, sollte über Interesse und etwas handwerkliches Geschick verfügen und kann sich gerne auf der Internetseite des Vereins zum nächsten Treffen anmelden: www.mbc-greifswald.de

Anne Ziebarth

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