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Greifswald Möwencenter leidet an Kundenrückgang
Vorpommern Greifswald Möwencenter leidet an Kundenrückgang
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17:37 18.03.2019
Der Parkplatz zwischen Möwencenter und den Märkten Penny und Rewe soll neu geordnet werden. Deshalb wurde ein großer Teil jetzt für den Kundenverkehr gesperrt. 130 Stellflächen werden geschaffen, weitere gibt es direkt am Möwencenter. Quelle: Petra Hase
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Greifswald

Petra Fürstenberg wohnt nur einen Katzensprung vom Möwencenter an der Lomonossowallee entfernt. Sehr praktisch für Einkäufe aller Art. Doch ihre Nerven liegen blank, seit im Mai 2018 nach einer Brandstiftung der Rewe-Markt abfackelte. Die Bauarbeiten in Vorbereitung des geplanten Neubaus seien mit viel Lärm verbunden, klagt sie. Große Teile des Parkplatzes zwischen Penny und dem Center sind seit etwa zwei Wochen gesperrt. Bagger tragen Stück für Stück Boden ab. Hinzu kommen die Arbeiten am Neubau der Fischerschule gleich nebenan. An sich eine gute Sache. „Doch warum müssen die Fahrer der Schwerlasttransporter ständig hupen und ihre Motoren ewig laufen lassen“, fragt Fürstenberg und fügt hinzu: „Es ist eine Katastrophe. Ich bin stinksauer und überlege, ob ich von hier wegziehe. Denn ein Ende ist ja nicht in Sicht.“ Bald beginne die Neugestaltung der Kreuzung Dubnaring/Lomonossowallee/Einsteinstraße. Kreisverkehrs. Und nach dem Schulneubau folge der Abriss des Altbaus.

Das Möwencenter Greifswald leidet unter Kundenrückgang, seit im Mai 2018 der benachbarte Rewe-Markt abgefackelt wurde. Quelle: Petra Hase

Frank Schilling, Eigentümer des Möwencenters, sieht das anders: „Natürlich ist die derzeitige Situation für alle schwierig. Für Kunden wie für die Mieter im Haus. Doch wir können es erst einmal nicht ändern.“ Der Parkplatz werde in seiner Gesamtheit neu gestaltet, Auftraggeber sei die Rewe-Group, die auch den Einkaufsmarkt baue. „Zum Jahresende haben wir hier dann einen pikfeinen Markt vor der Tür und alles wird wieder gut“, ist er überzeugt. Centermanagerin Hella Ziemendorf denkt ähnlich, kennt aber auch die Sorgen der Gewerbetreibenden. „Einige haben mit einem Rückgang von Kunden zu kämpfen. Erst war Rewe von heut auf morgen weg. Jetzt der Wegfall von einem Großteil der Parkplätze. Das macht sich bemerkbar“, sagt sie.

Angela Putbrese, Inhaberin des Paketshops und damit einer der 35 Mieter im Möwencenter, bestätigt das. „Ich spüre schon, dass weniger Leute kommen“, sagt sie. Doch ihre Existenz stehe nicht auf der Kippe: „Die Kunden kommen, weil sie bei mir ihre Bestellungen abholen wollen. Manche haben Probleme, einen Parkplatz zu bekommen. Deshalb wäre es schöner gewesen, wenn man vorn am Eingang erst einmal noch paar Stellflächen gelassen hätte“, sagt sie. Ähnlich denkt Kirsten Rüting-Kelm, Mitarbeiterin des Reisebüros im Center. „Allerdings kommen die meisten Kunden zu Fuß zu uns, für die ist der Parkplatz nicht so das Problem“, berichtet sie.

Möwencenter- Managerin Hella Ziemendorff. Quelle: Petra Hase

Als sehr schwierig bezeichnet hingegen Geschäftsmann Rainer Jakobi die Situation: „Seit der Einkaufsmarkt abgebrannt ist, bleiben die Kunden weg. Und jetzt auch noch der Parkplatzbau. Zum Glück haben wir unsere Bestandskunden, meist sind es Ältere“, sagt der Inhaber des Wäschemodenladens „Zweite Haut“ und Chef der Umwelt & Energie GmbH.

Relativ gelassen bleibt Apotheker Sven Illgas: „Natürlich sind es seit dem Brand weniger Kunden geworden. Es gibt Stunden, da geht gar nichts“, sagt er. Doch er hoffe, auch die nächsten Monaten gut zu überstehen. Aufgrund der Nähe von Arztpraxen gebe es immer Anwohner, die ein Rezept einlösen möchten. Und zum Jahresende werde sich die Lage hoffentlich wieder entspannen.

Petra Götze, Inhaberin des abgebrannten Rewe-Marktes, bedauert die Schwierigkeiten, mit denen Anwohner, Kunden und Geschäftsleute derzeit kämpfen: „Es tut mir auch unendlich leid fürs Möwencenter, aber wir haben die Situation ja nicht verschuldet“, sagt sie. „Auch wir hoffen, dass der Bau jetzt so schnell wie möglich losgeht, damit wir dann wie geplant einziehen können.“ Der Bauablauf liege nicht in ihrer Hand, den verantworte die Rewe-Group. Von dort heißt es: „Der Baubeginn ist noch in diesem Monat“, so Pressesprecher Thomas Bonrath. Zum Parkplatz berichtet: „Sollten Teilflächen vorher fertig und nicht für den weiteren Bauablauf benötigt werden, ist eine Teilfreigabe theoretisch möglich, aber nicht sicher eingeplant.“

Der Parkplatz des Möwencenters ist zu großen Teilen gesperrt. Quelle: Petra Hase

„Es ist entsetzlich, was so ein Gekokel anrichten kann“, erinnert Möwencenter-Kunde Bodo Wilde an Pfingsten 2018. Zwei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren hatten in einem Einkaufswagen am Markt gezündelt. Von dort breitete sich das Feuer rasant aus. Der Schaden ging in die Millionen. Nicht nur Rewe, auch der benachbarte Penny-Markt war vom Großbrand betroffen. Wobei letzterer bereits Ende August 2018 aufgrund eines geringeren Schadens wiedereröffnen konnte. Rewe indes wurde abgerissen. Laut Unternehmenssprecherin Stephanie Behrens soll der neue Markt noch in diesem Jahr seine Pforten öffnen.

Petra Hase

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