Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Monty Python erobert Vorpommern: Premiere in Greifswald
Vorpommern Greifswald Monty Python erobert Vorpommern: Premiere in Greifswald
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 05.12.2019
Probe zum Musical‚‚Monty Python's Spamalot‘‘ im Theater Vorpommern mit Felix Meusel als Patsy, Manfred Ohnoutka als König Artus und Mario Gremlich als Sir Galahad (v.l.n.r.) Quelle: Vincent Leifer / Theater Vorpommern
Anzeige
Greifswald

Ikonische Dialoge, schwarzer Briten-Humor und ein schräger Heldenbegriff: Monty Python, die britische Komikergruppe, erobert nun mit dieser abgefahrenen Mischung das Theater Vorpommern. Das Musical „Monty Python´s Spamalot“, das auf dem Kult-Kinofilm „Der Ritter der Kokosnuss“ beruht, erlebt am Samstag (7.12.) seine Premiere in Greifswald. Die Besucher dürfen sich auf ein schräges Antihelden-Stück freuen. „Das Stück ist bunt und schwul“, blickt Choreografin Lea Hladka mit Vorfreude der Premiere entgegen. In Zeiten zunehmender Intoleranz, der Diskussion um den Brexit bekomme das Stück einen aktuellen Bezug. „Es ist gut, dass dieses mit großer Leichtigkeit inszenierte Stück jetzt auf die Bühne kommt“, sagt Hladka.

Hintergrund des Musicals ist einer der bedeutendsten Gründungs- und Identifikationsmythen der Insel: Auf seinem Schloss Camelot versammelt Artus die besten Charaktere seines Standes um sich. Mit seinen Rittern der Tafelrunde steht er für das edle und wahrhafte Rittertum. Artus und seine Mitstreiter prägen die mittelalterlichen Vorstellungen von ritterlichen Tugenden. Im 12. Jahrhundert beginnend, wurde die Artus-Sage zu einem Bestseller in der höfisch-epischen Literatur.

Artus-Mythos wird liebevoll demontiert

Doch das 2005 produzierte Musical bewegt sich, wie bereits der Film 30 Jahre zuvor, weitab von staatstragender Political Correctness. Die Komiker-Gruppe um Eric Idle, Graham Chapman, Michael Palin, John Cleese, Terry Jones und Terry Gilliam demontieren im Film „Monty Python and the Holy Grail“ in einer liebevoll gemeinten Parodie den Artus-Mythos. Im Jahr 2005 brachte dann Monty-Python-Gründer Eric Idle zusammen mit John du Prez eine Musicalfassung heraus. Schloss Camelot, der Hort der Weisheit und des Edlen, wird zu einer frivolen Spielhölle. Die Ritter-Runde, die Artus auf der Suche nach dem Heiligen Gral um sich schart, ist nicht wirklich mit ritterlichen Tugenden ausgestattet, sondern ziemlich skurril und durchgeknallt. Das Musical ist zudem eine Medienkritik, die das seichte Broadway-Geschäft ironisiert.

Britische Comedy erlebt Renaissance

Monty Python´s Spamalot wird derzeit auf mehreren deutschen Bühnen gespielt. Die aktuelle Diskussion um den Brexit ist eine Steilvorlage für eine neue Deutungsebene: „Während Artus versucht, ein Königreich zu einen, fliegt Großbritannien derzeit auseinander“ sagt Peter Rein, der das Musical in Greifswald auf die Bühne bringt. Aktualisiert werden muss der Text von 2005 dafür nicht. „Der Ursprungstext ist so universal, dass er nicht mit aktuellen Brexitdaten aufgeladen werden muss –zumal die sich ja fast täglich ändern.“ Doch nicht nur das war der Grund, das Musical jetzt auch in Vorpommern zu zeigen. „Wir haben das 50-jährige Jubiläum der Komikergruppe als Anlass genommen“, wie Rein betont. 1969 begann die steile Karriere der Python´s, die bis 1972 genau 39 Folgen ihrer BBC-Comedy-Show Monty Python´s Flying Circus und ihren ersten Kinofilm „Monty Python and the Holy Grail“ produzierten. Diese Art von Comedy erlebe derzeit eine Renaissance, findet Dramaturg Oliver Lisewski. „Deutsche Comedy-Serien wie Sketch History sind getrieben von diesem britischen Humor.“

Fliegende Kühe, tanzende Ritter, 150 Kostüme

„Das Publikum erwartet eine herzerwärmende, bunte Show“, schwärmt Rein. „Wir werden kein historisch korrektes Mittelalter auf die Bühne bringen.“ Die Zuschauer dürfen sich auf tanzende Ritter, fliegende Kühe, 150 verschiedene Kostüme, Slapstick und viel Spaß mit bis zu 20 Darstellern, inklusive Band auf der Bühne freuen. Und natürlich ist auch der Kultsong dabei, den wohl jeder mit Monty Python verbindet: „Always Look on the Bright Side of Life“, den Idle ursprünglich für den Film „Das Leben des Brian“ schrieb.

Für Manfred Ohnoutka, der den König Artus spielt, ist diese Buntheit und Verrücktheit kein leichtes Unterfangen. Er sei der Einzige auf der Bühne, dessen Rolle nicht gebrochen und ins Ironische gezogen wird. „Ich bin der Fels in der Brandung“, so Ohnoutka, der sich als Tevje in Anatevka und als Frank N. Furter im Musical „The Rocky Horror Show“ in die Herzen des vorpommerschen Publikums spielte. „Das Statuesque, Königliche musste ich mir während der Proben erst erspielen.“

Tickets sind nachgefragt

Für die Premiere sind die Karten nahezu ausverkauft. Allein in Greifswald steht das Musical bis zum Jahresende fünfmal auf der Bühne, auch zu Silvester. Ob die Greifswalder Inszenierung das Zeug hat, an den Erfolg der vom Vorpommern-Publikum gefeierten „The Rocky Horror Show“ anzuknüpfen, entscheidet nun das Publikum.

Von Martina Rathke

Zu dem Kreisliga-Spiel vom vergangenen Wochenende, bei dem sich der VSV Lassan und der FC Al Karama aus Greifswald, ein Team mit Migranten, gegenüberstanden, ist ein Video aufgetaucht. Es zeigt Szenen, die sich am Spielfeldrand ereigneten.

04.12.2019

Der Neubrandenburger Sven G. stellte eine Greifswalder Kollegin online als Prostituierte dar und gab falsche Sex-Anzeigen auf. Dann zog er auch noch ihre 17-Jährige Tochter in die Sache hinein. Die Tortur dauerte mehrere Monate. Jetzt wurde der Mann verurteilt.

27.12.2019

Das Buch „Salz an meinen Füßen“ verarbeitet authentisch die Geschichte eines DDR-Heimkindes aus Vorpommern. Erzählt wird von der Suche nach den eigenen Wurzeln.

04.12.2019