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Greifswald Greifswalder Vorzeigewohngebiet wird teurer
Vorpommern Greifswald Greifswalder Vorzeigewohngebiet wird teurer
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09:43 28.12.2018
Das Gelände des B-Plans 55 an der Hafenstraße Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

 Der Bau von Straßen und Plätzen für das neue große Wohngebiet an der Hafenstraße zwischen der Marienstraße und der Straße an den Wurthen wird deutlich mehr kosten als gedacht. Das hat ein Bodengutachten ergeben. „Wir gehen davon aus, dass Straßen und Plätze doppelt so teuer werden wie zunächst gedacht“, sagt Klaus Boemer, Geschäftsführer der UTB Greifswalder Projektentwicklung GmbH. „Das ist wirklich viel.“ Die UTB soll über einen Anhandgabevertrag dafür sorgen, dass in bester Lage ein Wohngebiet wie aus einem Guss für alle Bevölkerungsschichten entsteht.

Ursache der Probleme ist der - wie in der Nähe des Ryck wohl zu erwarten - sehr weiche Untergrund. Es befinden sich sehr viele organische Stoffe im Boden, d. h. Torf und Schlamm erschweren die Gründung. „Dass es sich um schwierigen Baugrund handelt, war klar“, sagt Boemer. „Darum haben wir bei den Häusern eine Pfahlgründung vorgesehen.“ Bei den Straßen und Plätzen, unter denen die Versorgungsleitungen verlegt werden, könne man nicht mit Pfahlgründungen arbeiten. Möglicherweise muss sehr viel Boden ausgetauscht werden. Denn das A 20-Loch bei Tribsees und die Straßen, die im Wohngebiet Petriviertel in Rostock nahe der Warnow absackten, zeigen: Mit dem Moor als Baugrund ist nicht zu spaßen.

Schon beseitigt wurden alle Altlasten auf dem Gelände. Dafür investierte die Stadt 2,2 Millionen Euro. Die Herstellung tragfähigen Untergrunds war indes nicht Ziel dieser Sanierung, erinnert Boemer.

Damit das ambitionierte Vorhaben verwirklicht werden kann, spielt der von einem unabhängigen Gutachterausschuss ermittelte Preis eine sehr wichtige Rolle. Im Februar war von 8,9 Millionen Euro für die etwa sechs Hektar die Rede, das wären um die 150 Euro je Quadratmeter im Durchschnitt. Damals war aber das Baugrundgutachten noch nicht bekannt. Darum müsse das Verkehrswertgutachten aktualisiert werden. Es gibt dafür noch einen zweiten Grund: Die mögliche Dichte der Bebauung wurde erhöht, das steigert den Verkehrswert des städtischen Landes. „Wir gehen davon aus, dass der endgültige Preis im Frühjahr 2019 vorliegt“, sagt Boemer. Erst dann könne die UTB rechnen und die Machbarkeit des Projektes endgültig bewerten.

„Wir sind noch guter Hoffnung, dass wir das Vorhaben umsetzen können“, sagt der Geschäftsführer. Immerhin gehörten die Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG), die Wohnungsgenossenschaft Greifswald (WGG) und der Pommersche Diakonieverein zu den Partnern. Boemer spricht von den „drei großen Playern“ der Hansestadt.

Die UTB soll als Entwickler erreichen, dass im neuen Wohngebiet mit aktuell geplanten etwa 700 Wohnungen für 1400 Bürger eine soziale Durchmischung erreicht wird. Auch die Errichtung einer Kindertagesstätte und einer Mobilitätszentrale sind Teil des Vorhabens. Bei 20 Prozent der Wohnungen soll die Kaltmiete je Quadratmeter maximal zwischen 5,50 Euro und 7,50 Euro betragen. 60 Prozent sollen kommunale oder sozial ausgerichtete Investoren errichten. Wenn Gesellschaften Sozialwohnungen bauen, wird der Grundstückspreis deutlich reduziert. Für die Differenz zum tatsächlichen Wert sollen die privaten Bauherren aufkommen, so die Idee.

Die WGG hat vor Bekanntwerden des Bodengutachtens deutlich gemacht, dass sie nur mitzieht, wenn der Bodenpreis für sie akzeptabel ist, sodass die Miete bei maximal 7,50 Euro liegen würde. Die Stadt müsste den Preis nötigenfalls reduzieren. Das Studierendenwerk Greifswald ist bereits als zunächst erhoffter Partner ausgestiegen.

Ursprünglich sollte die UTB bis Ende 2018 ein Konzept erstellen und eine geschlossene Finanzierung nachweisen. Das ist schon wegen des noch nicht bekannten Bodenpreises unmöglich. Außerdem musste der zugehörige Bebauungsplan 55 überarbeitet werden. Nun haben die Projektentwickler noch ein Jahr Zeit. Der aktuelle B-Plan-Entwurf liegt nach der Bestätigung im September derzeit aus.

Gebiet für 1400 Menschen

In dem Modellgebiet für bezahlbares Wohnen sollen auf sechs Hektar Fläche einmal rund 1400 Menschen in etwa 700 Wohnungen leben. Das heißt, die Fläche wird relativ dicht bebaut.

Direkt an der Hafenstraße werden die höchsten Häuser (fünf Geschosse) stehen.

Es soll ein autoarmes Quartier mit vielen Freiflächen entstehen. In der vorgesehenen Mobilitätszentrale sind mindestens 450 Parkplätze vorgesehen sowie Elektro-Carsharing, Quartiermanagement, Paketannahmestelle und weitere Servicepunkte.

Eckhard Oberdörfer

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