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Greifswald Nabu: Wir brauchen wieder mehr Feldwege
Vorpommern Greifswald Nabu: Wir brauchen wieder mehr Feldwege
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05:51 16.02.2018
Radeln auf Feldwegen wünschen sich viele Bürger. Quelle: Vanessa Kopp
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Greifswald-Stralsund

Über 40 Wege, die Greifswald oder den Umlandgemeinden gehören, existieren nicht mehtr. Das hat der Kreisverband Greifswald des Naturschutzbundes (Nabu) ermittelt. Er fordert die Kommune Greifswald und die Umlandgemeinden auf, die Rechtmäßigkeit der Umwandlung von Feldwegen in Acker zu prüfen.

Denn an den Rändern standen Bäume, Sträucher, wuchsen Pflanzen. Die meisten Wege wurden in der DDR umgepflügt, als riesige Felder für den Einsatz großer Maschinen angelegt wurden. „Feldwege und Wegränder sind wichtig für die Artenvielfalt“, sagt die stellvertretende Nabu-Vorsitzende Cosima Tegetmeyer. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft Vorpommerns gebe es viel zu wenige dieser Lebensräume. „Immer mehr Wildblumen, Schmetterlinge, Wildbienen oder Feldvögel stehen auf der Roten Liste.“

Die Neuanlegung der Feldwege und -raine kann für Kompensationsmaßnahmen im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen in die Natur und Landschaft genutzt werden“, erinnert Tegetmeyer. Das betrifft zum Beispiel den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleich für den Bau von Straßen oder Baumfällungen für Neubauten.

Die  Kreistagsfraktion Bündnis90/Grüne – Forum 17.4 unterstützt den Nabu „Ich setze mich seit längerer Zeit für die Wiederherstellung dieser Wege ein“, so Fraktionschef Waldemar Okon. „In der gesamten Region fehlen Wege zum Wandern, Spazieren, Laufen oder Radfahren“, nennt Okon einen weiteren Aspekt. Vom früheren Weg von Greifswald nach Stralsund über Neuenkirchen, Karrendorf, Frätow und Gristow existierten nur noch Abschnitte.

In Greifswald habe man derzeit keine Kapazitäten, um sich mit diesem Anliegen zu befassen, erklärt dazu Stadtsprecherin Andrea Reimann. „Die Ämter der Stadt haben andere wichtige Aufgaben zu erfüllen.“

„Rechtswidrig ist der Rückbau von Feldwegen nur, wenn es sich um gewidmete Verkehrsflächen handelt“, erläutert Stralsunds Verwaltungssprecher Peter Koslik. „Ein solcher Fall ist uns nicht bekannt.“ Die Stralsunder Pächter stellten fünf Prozent ihres Landes als ökologische Vorrangflächen bereit. „ Einige Landwirte haben Feld- und Pufferstreifen angelegt, auf denen Blumen und Gräser ausgesät werden.“ Diese dienten als Lebensräume für Schmetterlinge, Wildbienen, Käfer, Kleinsäuger und Feldvögel.

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