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Greifswald Greifswalder Betonhäuschen soll Denkmal werden
Vorpommern Greifswald Greifswalder Betonhäuschen soll Denkmal werden
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17:32 21.06.2019
Stella Capretto  bei der Gestaltung des Plans in der Bushaltestelle in der Krullstraße
Stella Capretto bei der Gestaltung des Plans in der Bushaltestelle in der Krullstraße Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Die Schmierereien an den Wänden sind schon beseitigt. Unschuldig weiß sieht sie wieder aus, die Betonbushaltestelle in der Karl-Krull-Straße. Jetzt wird sie noch mit einem Plan der Südstadt geschmückt. In Greifswald gibt es nur noch ein zweites Betonhäuschen am Schillerplatz. Wenn es nach dem Ortsrat Schönwalde I/Südstadt geht, wird sie als Zeugnis der Stadtgeschichte unter Denkmalschutz gestellt. „Gespräche dazu laufen schon“, informiert Monika Multhauf, Betreuerin vor Ort. Die Initiative zur Wiedergeburt des beschmierten Betonbaus ging von Marianne Seidlein aus. Das Material wird aus dem Ortsteilbudget bezahlt, die Gestaltung übernahm Pro Acryl.

„Auf der Rückseite werden Bilder von Tieren aufgesprüht, die in diesem Viertel leben“, erzählt Lara Hansen, eine der Studentinnen, die die Haltestelle neu gestalten: Möwen, Elstern, auch ein Häschen. Dank einer Legende mit den Straßennamen kann sich jeder, der hier auf den Bus wartet, orientieren. Das „Pro-Acryl-Logo“ und die Namen der ehrenamtlichen Künstler Therese Menne, Lara Hansen, Paul Klaeske, Jana Eickholt, Michelle Dejonavic, Stella Capretto und Lisa Guggemos an deren Arbeit erinnern.

Für sie ist die Arbeit am Betonhaus etwas Besonderes. „Die Gründung erfolgte 2015 als viele Geflüchtete nach Greifswald kamen“, erzählt Stella Capretto. „Normalerweise organisieren wir Workshops für Geflüchtete und Studenten.“ Die Greifswalder Studierenden engagieren sich für Begegnungen mit Geflüchteten und deren Kindern und haben auch schon Räume gestaltet. Beispielsweise geht die Weltkarte in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Brandteichstraße auf Pro Acryl zurück. Stella Capretto und Lara Hansen sind von Anfang an dabei.

Pro Acryl gestaltet die Bushaltestelle in der Krullstraße mit einem Plan der Südstadt Quelle: Eckhard Oberdörfer
Die Bewohner der Südstadt werden die Bushaltestelle kaum wiedererkennen. Es braucht Zeit, um ein hässliches Betonhäuschen in einen schicken Treffpunkt zu verwandeln. Es hat allen Spaß gemacht.

Eckhard Oberdörfer