Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Neue Idee der Hafenchefs: Marina für Vierow
Vorpommern Greifswald Neue Idee der Hafenchefs: Marina für Vierow
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:10 03.03.2018
Henning (l.) und Alfred Bligenthal können sich vorstellen, dass am Hafen eine Marina entsteht. Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz
Anzeige
Vierow

Der vorpommersche Hafen Vierow investiert in seine Infrastruktur. In diesem Jahr wird eine weitere neue Düngemittelhalle für vier Millionen Euro gebaut. Im Juli soll sie in Betrieb genommen werden. In Vierow hofft man deshalb auf eine weiterhin schnelle Bearbeitung durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt.

Hafen-Geschäftsführer Henning Bligenthal berichtet, dass dann dieses Jahr auch die neue Logistikfläche für die Lkw sowie ein neues Empfangsgebäude für die Analytik des Getreides noch gebaut werden sollen. Der neue Eingangsbereich des Hafens wird dort integriert. Die langen Lkw-Schlangen, die in Spitzenzeiten bis zur L 262 reichen und für Stau zwischen Brünzow und Lubmin sorgen, sind dann passé. Die öffentliche Aufstau- und Wartefläche wird zudem über moderne Sanitäranlagen für die Lkw-Fahrer verfügen. Das Land fördert die Maßnahme mit 1,2 Millionen Euro im Rahmen der „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Noch etwas Zeit wird vergehen, bis ein weiteres wichtiges Problem geklärt wird: Die Lkw-Transporte zum Hafen Vierow führen durch die Gemeinde Kemnitz. Deshalb muss dringend eine Ortsumgehung gebaut werden. Wie Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) auf OZ-Nachfrage sagte, soll bis zum Herbst der Plan für eine entsprechende Trasse vorliegen.

Bligenthal macht deutlich, dass es wichtig sei, vernünftige Infrastruktur vorzuhalten, um weiter am Markt bestehen zu können, auch wenn der Umschlag stagniere. „Es bleibt bei 500000 Tonnen pro Jahr“, erklärt er. Das hänge nach den Worten von Alfred Bligenthal, ebenfalls Geschäftsführer, vor allem mit der Tatsache zusammen, dass Vierow nur Schiffe bis maximal 8000 Tonnen anlaufen können.

„Wir sind zwar im Vergleich zu anderen Häfen der Region in der glücklichen Lage, sehr gute Strömungsverhältnisse zu haben, die kein Nachbaggern erfordern, aber die Zeiten für kleine Schiffe bis 25

000 Tonnen sind schwierig“, so Henning Bligenthal.

Die Vierower Hafenchefs wissen, dass mittlerweile all jene Häfen, in denen große Schiffe bis 65000 Tonnen Fassungsvermögen und mehr festmachen können, die Gewinner sind. Sie müssen geringe Frachtraten bezahlen, der Transport wird lukrativer. Mukran ist so ein Hafen: Henning Bligenthal leitet dort die Viela Export GmbH. Im vergangenen Jahr hat die Viela Export GmbH knapp eine Million Tonnen umgeschlagen, Tendenz steigend. Das Unternehmen investiert deshalb weiter in den Standort Mukran. „Wir errichten gerade weitere stationäre Fördertechnik zum Umschlag für Schüttgut, Kostenpunkt 1,4 Millionen Euro. Dann kann direkt von der Bahn ins Schiff über eine Förderbandanlage verladen werden“, berichtet der Hafenchef. Für weitere sechs Millionen Euro entsteht eine 30000 Tonnen fassende Siloanlage für Getreide.

Obwohl seine Hafenstandorte wirtschaftlich gut aufgestellt sind, hat Henning Bligenthal auch die anderen vorpommerschen Häfen im Blick. „Sie müssen erhalten werden. Wir müssen kooperieren und eine gemeinsame Marketingstrategie erarbeiten“, stellt er klar. Der Hafen Vierow kooperiert seit einigen Jahren mit dem Hafen Mukran. Jetzt wurde auch die Zusammenarbeit mit dem Hafen Wolgast begonnen, erste erste Schiffe dort mit Fracht für Mukran beladen. Dort wird die Ware dann in größere Schiffe umgeladen.

Bligenthal erwägt jedoch die Erschließung neuer Unternehmensfelder. In Vierow sind weitere Firmenansiedlungen trotz guter Lage des Hafens und genügend Platz auf dem 18 Hektar großen Areal derzeit nicht in Sicht. Deshalb prüft die Chefetage im Hafen auch Investitionen in alternative Bereiche: eine mögliche Marina neben der Fingerpier. „Die Nachfrage nach Liegeplätzen für Sportboote und eine vernünftige Wintereinlagerung ist nach wie vor groß. Sofern die Häfen in Vorpommern auch in dieser Richtung kooperieren würden, sehe ich darin ein echtes Potenzial.“

Cornelia Meerkatz

Mehr zum Thema

Um die Alleen zu schützen, setzt die Gemeinde auf technisches Gerät bei der Schneeberäumung

27.02.2018

Putbus investiert millionenschwer in kommunalen Hafen

27.02.2018

SPD wendet sich gegen Pläne / CDU wartet auf Beschlussvorlage / UFR sieht keine Notwendigkeit

28.02.2018

Über 1000 Verstöße gab es vergangenes Jahr in Vorpommern. Dauerthema: in die Natur geworfene Altreifen.

03.03.2018

Anna Gatzke hat seit 1. März die Stelle der Integrationsbeauftragten der Universitäts- und Hansestadt Greifswald übernommen. Die Bürgerschaft hatte die 33-Jährige auf ihrer letzten Sitzung bestellt.

03.03.2018

Was ist los in Greifswald und Umgebung? Klare Antwort: Eine ganze Menge

03.03.2018