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Greifswald Neue Theatergruppe für Greifswalds Jugend
Vorpommern Greifswald Neue Theatergruppe für Greifswalds Jugend
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12:31 20.02.2019
Pharmaziestudentin Nicole Lehmann (23) und Theaterpädagoge Jan Holten (41) beim Improvisieren. Quelle: Pauline Rabe
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Greifswald

In der Biologie beschreibt der Phänotyp das äußere Erscheinungsbild eines Organismus. Für Spielleiter Jan Holten ist es der perfekte Name für seine neue Theatergruppe: „Ich habe nach einem möglichst offenen Begriff gesucht“, sagt der 41-Jährige. Denn sein Projekt spreche junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren in allen Lebenslagen an – unabhängig davon, ob sie studieren, arbeiten oder gerade einfach gar nichts tun. Auch Schauspielerfahrung werde nicht vorausgesetzt. „Das einzige, was sie brauchen, ist die Lust auf etwas Neues und vielleicht dicke Socken für den Spielteppich“, sagt Holten und lacht. Die erste Probe seiner neuen Gruppe findet am 26. Februar um 17 Uhr in den Räumen des Greifswalder Studententheaters statt.

Es ist bereits die dritte Inszenierung, die Holten im Zuge des Theaterprojekts „H2B“ leitet. Doch scheint ihm diese ganz besonders am Herz zu liegen. „Vorher gab es immer ein Motto. Nun sind die Spieler wirklich frei“, erklärt er. Und das müssen sie auch sein für das, was der Theaterpädagoge mit ihnen vorhat. Die jungen Erwachsenen sollen sich hinterfragen: Wo stehe ich? Wo will ich hin? – und dabei vielleicht ganz neue Dinge an sich entdecken. Pharmaziestudentin Nicole Lehmann hat Holten bereits überzeugt. Sie ist seit knapp einem Jahr in dessen Theaterprojekt aktiv.

Lust aufs Spiel

„Ich hatte damals einfach Lust aufs Spielen und habe mich umgehört, welche Möglichkeiten es in Greifswald gibt“, erzählt die gebürtige Dresdnerin. Schnell entdeckte sie Holten und sein Projekt – und wurde direkt zu einer Probe eingeladen. „Dort wurde ich herzlich aufgenommen, obwohl ich bis auf ein wenig Schultheater noch keine Erfahrung mit dem Spielen hatte.“ Denn Fehler seien Fehler bei „H2B“ erlaubt. „Sogar ausdrücklich erwünscht“, ergänzt Holten. Das habe Lehmann Mut gegeben, ihre Hemmungen fallen zu lassen. Ihre Begeisterung für das Theater war geboren.

„Was mir besonders gefällt ist, dass wir hier keine vorgegebenen Rollen spielen, sondern uns selbst“, sagt die 23-Jährige. Dabei gäbe es viele Freiheiten. Ein Kontrast zu ihrem klar strukturierten Studienplan. Lehmanns Examen steht kurz bevor. Daher weiß die angehende Pharmazeutin noch nicht, ob sie es auch wirklich zu den wöchentlichen Proben schaffen wird. Vermissen würde sie es. Denn das Spielen sei zu einem wichtigen Ausgleich geworden. Eins steht deshalb fest: „Zur Auftaktveranstaltung gehe ich auf jeden Fall“.

Bis zu zwölf Personen können an der neuen Inszenierung mitwirken. Wenn es allein nach Holten gehen würde, sogar nur zehn. Ansonsten werde es schwer, sich wirklich intensiv mit jedem einzelnen Teilnehmer zu beschäftigen. Doch was erwartet Interessierte nun genau bei der ersten Probe? „Einen Plan gibt es nicht“, verrät der Theaterpädagoge. Alles würde sich mit den Teilnehmern entwickeln. Nur ein bisschen Literatur habe er schon zusammengesucht, die als Ausgangspunkt für das Stück gelten könnte. Darunter seien Klassiker wie Bertolt Brecht, aber auch moderne Autoren.

Amateurtheater auf dem Vormarsch

Das Ergebnis wird bei der Premiere am 6. Juni im Rubenowsaal des Theater Vorpommerns zu sehen sein. „Es ist wirklich toll, wie sich die Bühnen der Region entwickelt haben. Das Amateurtheater boomt“, sagt Holten, der auch Vorsitzender des Landesverbandes Spiel und Theater in Mecklenburg-Vorpommern ist. Allein in Vorpommern gäbe es rund 20 Gruppen. Die Erklärung dafür liege nicht nur darin, dass der Zugang offener geworden und Kinder sich bereits an Schulen schauspielerisch ausprobieren können. Es liege auch am Publikum, das sich heute auf mehr einlasse. Die Zeiten, in denen das professionelle Theater vorwog, seien vorbei.

Förderung für Theaterprojekt „H2B“ endet 2019

Vier Personen haben sich bisher für die neue Theatergruppe „Phä-No-Typ“ angemeldet. Bis zu zwölf sollen es werden. Die Inszenierung ist eine Produktion des Theaterprojekts „H2B“, dessen Träger das Kreisdiakonische Werk (KDW) in Greifswald ist. Das Projekt ist bereits 2017 gestartet und sollte die Kulturarbeit in Greifswald und Umgebung anreichern.

Dafür erhielten die Theaterpädagogen Jan Holten, Eva-Maria Blumentrath und Christian Holm eine dreijährige Förderung von Aktion Mensch und der Software AG, die in diesem Jahr ausläuft. Wie es danach für die drei Theaterpädagogen weitergeht, ist noch unklar. Weitere Informationen über das Projekt gibt es unter: www.theater-h2b.de.

Pauline Rabe

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