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Greifswald Neuer Konflikt um Greifswalder Bodden
Vorpommern Greifswald Neuer Konflikt um Greifswalder Bodden
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15:38 20.02.2019
Kegelrobben im Greifswalder Bodden Quelle: DMM Stralsund
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Lubmin

Das Vorhaben birgt Konfliktstoff: Für ein knapp 40 000 Hektar großes Seegebiet zwischen Rügen und Usedom erarbeitet das Land derzeit einen Schutzplan. Konkret geht es um die von Sandbänken und Riffen geprägte Region der Boddenrandschwelle und Teile der Pommerschen Bucht. Das Gebiet zählt zu den wichtigen Fanggebieten der pommerschen Fischer und wird industriell stark genutzt. Durch die Boddenrandschwelle, die als natürliche Barriere den Greifswalder Bodden von der Ostsee trennt, verlaufen die Pipelinerohre der beiden Nord-Stream-Trassen und die Stromleitungen für die Offshore-Windparks vor Rügen. Erste Überlegungen für den Managementplan will das zuständige Staatliche Amt für Umwelt und Natur Westmecklenburg (StALU) am 26. Februar in Lubmin präsentieren. Bereits im September soll er in Kraft treten.

Das Gebiet wurde zwar bereits vor etwa zehn Jahren zum Schutzgebiet erklärt, war aber weitgehend ein Papiertiger. Es fehlte dort - wie auch in anderen FFH-Gebieten – an konkreten Maßnahmen. Im Jahr 2015 rügte deshalb die EU-Kommission Deutschland und leitete ein Vetragsverletzungsverfahren ein. Seitdem arbeiten auch Landesbehörden verstärkt an Managementplänen.

FFH-Gebiet Greifswalder Boddenrandschwelle Quelle: Arno Zill

Die Fischer konnten mit der bisherigen Situation ganz gut leben, fürchten angesichts bestehender Konflikte mit Kegelrobbe und Schweinswal nun aber Konsequenzen. Denn diese Meeressäuger werden neben dem Seehund sowie den Fischarten Finte, Ostseestör, Flussneunauge und Meerneunauge als besonders schützenswerte Arten für das Schutzgebiet geführt. „Unsere Fischer hatten Angst, dass es zu Gebietsschließungen kommt“, sagt der Chef der Fischereigenossenschaft Freest, Michael Schütt. Mitarbeiter des StALU hatten vor der Erst-Präsentation die besorgten Fischer über die Pläne informiert. Nun ist vorsichtiges Aufatmen angesagt: „Uns wurden keine direkten Maßnahmen angedroht, wir sollen erstmal selbst nach Vorschlägen suchen“, sagt Schütt.

Der Umweltverband WWF erwartet mit dem Managementplan ganz konkrete Maßnahmen. „Wir haben lange gedrängelt, dass wir diesen Plan bekommen“, sagt der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp. Neben der Fischerei befänden sich in dem Areal Kiesabbau- und Sandverklappungsgebiete. „Wir wollen, dass Sand lediglich für den Küstenschutz aber nicht für kommerzielle industrielle Zwecke abgebaut werden darf“, formuliert er erste Vorstellungen des Verbandes.

Einschnitte für die Fischerei sind aus Sicht des WWF unausweichlich. So könnten fischereifreie Zonen an den Steinriffen vor Usedom ausgewiesen werden. „Diese Riffe sind wichtige Fischlaich- und Aufzuchtgebiete“, so Lamp. Auf jeden Fall sollten alternative Fanggeräte, die die Kegelrobben nicht gefährden, Einzug halten. Der Umweltschützer plädiert für Lösungen, die dem Naturschutz dienen, aber die Fischer nicht in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährden. „Wenn Fischer von Flächen runter müssen, muss auch über Kompensationsleistungen gesprochen werden.“

Die Boddenrandschwelle, einst feste Verbindung zwischen Rügen und Usedom, sorgt als natürliche Barriere für unterschiedliche ökologische Bedingungen in Bodden und Ostsee. Deshalb dürfe sie nicht weiter wie ein Schweizer Käse geöffnet werden, sagt Lamp. Die Forderung des Verbandes: Fahrrinnen und Infrastruktur auf wenige Einschnitte konzentrieren.

Die Landesbehörde setzt zumindest bei den Fischern auf Konsens statt Konflikt. „Wir wollen im Zuge des Managementplans mit den Fischern zu einer Übereinkunft kommen, wie man den Beifang reduzieren kann“, so Siegfried Pranz vom StALU Westmecklenburg. Auf bestehende Wirtschaftsprojekte soll der Plan keine Auswirkungen haben, da in deren Rechte nicht eingegriffen werde. Der Zweckverband Energie- und Technologiestandort Freesendorf, Betreiber des Hafens Lubmin, ist allerdings in die Planungen bislang nicht eingebunden. „Wir haben keine Einladung zur Info-Veranstaltung erhalten“, zeigte sich Lubmins Bürgermeister und Verbandsvorsteher Axel Vogt von der Präsentation am 26. Februar überrascht.

Martina Rathke

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