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Greifswald Neuer Kreisverkehr an der Strecke Greifswald-Stralsund
Vorpommern Greifswald Neuer Kreisverkehr an der Strecke Greifswald-Stralsund
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17:48 16.04.2019
Aus der Ampelkreuzung am Marktkaufgelände wird ein Kreisverkehr
Aus der Ampelkreuzung am Marktkaufgelände wird ein Kreisverkehr Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Neuenkirchen

Die Tage der Ampelkreuzung Richtung Marktkaufgelände bei Neuenkirchen sind gezählt. Hier entsteht stattdessen ein einspuriger Kreisverkehr, kündigt der Sprecher des Landkreises, Achim Froitzheim, an. Die Ampelkreuzung an der alten B 96 ist Teil der Kreisstraße VG 5, daher ist der Kreis zuständig. „Der Knoten mit der Lichtsignalanlage entspricht nicht den Normen“, sagt Froitzheim. „Er ist eigentlich ein ewiges Provisorium, der Umbau ist seit Langem geplant.“ Vorpommern-Greifswald seien Fördermittel des Landes in Aussicht gestellt worden.

Ostseeküstenradweg führt am Kreisel entlang

Auch Radfahrer werden von den Baumaßnahmen profitieren. Denn der Kreisverkehr ist Teil der womöglich am längsten herbeigesehnten Radfahrstrecke in Mecklenburg-Vorpommern, des Ostseeküstenradwegs zwischen Greifswald und Stralsund. Die Radfahrer werden künftig über zwei Furten auf der Neuenkirchener Seite über die Straßen geführt, fahren also nicht in den eigentlichen Kreisel ein. Das Teilstück des Ostseeküstenradwegs zwischen der Grenze Greifswald/Neuenkirchen und dem vorhandenen Kreisverkehr Richtung Stralsund soll rund zwei Millionen Euro kosten. Baustart ist im kommenden Jahr. „Unsere Aktivitäten im Jahr 2019 werden sich auf die genehmigte Abnahme mehrerer Bäume beschränken. Im Winter soll ausgeschrieben und ab dem Frühjahr 2020 gebaut werden.“ Die Fertigstellung des Knotenpunktes „Marktkauf“ ist 2021 geplant.

Große Kastanien müssen Fallen

Die von Froitzheim erwähnten Bäume sind die großen Kastanien, die bei Neuenkirchen stehen und die für den Radweg gefällt werden sollen. Laut Gutachten befinden sie sich in einem schlechten Zustand. Das Landratsamt hatte die Fällung im Sommer letzten Jahres bereits für Oktober 2018 und die Ersatzpflanzung von 45 Bäumen bis April dieses Jahres angekündigt. „Die Abstimmungen zwischen dem Bauamt, der Unteren Naturschutzbehörde und den zu beteiligenden Umweltschutzverbänden sind noch nicht abgeschlossen“, begründet Froitzheim die Verzögerung.

Radweg kann nicht durch den Neuenkirchen führen – es fehlen Grundstücke

Eine Führung des Radwegs durch den Ort über die VG 2 lehnt der Kreis ab, weil für den förderfähigen Ausbau Grundstücke fehlen. Auch die andere Seite der VG 5 an der Straße Greifswald-Stralsund wurde verworfen, weil die Straße zwei Mal gequert werden muss und ebenfalls Grundstücke erworben werden müssten. Das kann eine Investition Jahre verzögern, prominentestes Beispiel ist die Straße Neuenkirchen-Leist mit mittlerweile sieben Jahren, ohne das eine Änderung in Sicht ist.

Ostseeküstenradweg hat sich wieder und wieder verzögert

„Fehlendes Geld, Eigentum und Naturschutz sind entscheidende Gründe, dass viele Baumaßnahmen so lange dauern“, sagt Sven Weißflog vom Amt Landhagen. „Das ist den Bürgern nur sehr schwer zu vermitteln.“ Das Amt ist für den folgende Abschnitts des Ostseeküstenradwegs ab dem bestehenden Kreisverkehr Richtung Kreisgrenze zuständig. Das Eigentum ist klar: die alte B 96 gehört in diesem Bereich den Gemeinden. Mit dem Naturschutz gibt es keine Konflikte, ein Gutachten hat ergeben, dass der Eingriff in das bestehende Pflaster möglich ist, ohne die geschützte Allee zu beeinträchtigen. „Wir warten jetzt täglich darauf, dass der Vergabeausschuss tagt und das Land die Fördermittel bewilligt“, sagt Weißflog. „Dann können wir mit der Ausführungsplanung beginnen.“ Wenn es gut laufe, könnte dieses Jahr noch der erste Spatenstich erfolgen.

Kleinerer Radweg nach Gristow wird zuerst fertig

Wenn der Ostseeküstenradweg Greifswald-Stralsund eines schönen Tages befahrbar ist, dann ist eine „touristisch attraktive Nebenstrecke“ schon fertig. Für den Sommer dieses Jahres kündigt das Landratsamt den Beginn des Baus des straßenbegleitenden Radwegs von der alten B 96 nach Gristow an. Dass die Nebenstrecke vor der Hauptstrecke gebaut werden kann, das ist auch ein Verdienst der Gemeinde Mesekenhagen. Sie stellte Tauschflächen zur Verfügung, denn auch an der Straße nach Gristow fehlten Grundstücke, auf denen ohne Erwerb gebaut werden kann.

Eckhard Oberdörfer