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Greifswald Neues Castor-Lager in Lubmin kommt ein Jahr später
Vorpommern Greifswald Neues Castor-Lager in Lubmin kommt ein Jahr später
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19:13 28.11.2019
EWN-Mitarbeiter Danny Eichhorn diskutiert mit der Lubminerin Monika Joschwig über die geplante Umweltverträglichkeitsprüfung Quelle: Martina Rathke
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Lubmin

Der Bau des neuen Zwischenlagers Estral für die 74 in Lubmin gelagerten Castoren mit hochradioaktiven Abfällen verzögert sich um ein Jahr. Die Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH (EWN) in Lubmin geht nun von einer frühesten Inbetriebnahme Ende 2026 aus. Hintergrund sind die insgesamt längeren Bearbeitungszeiträume im Genehmigungsverfahren, sagte der EWN-Geschäftsführer, Henry Cordes, am Rande einer Bürger-Informationsveranstaltung am Donnerstag in Lubmin. Dies sei nach dem Scoping-Termin mit der Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) deutlich geworden.

„EWN müssen sich an ihr Versprechen halten“

Einwohner der anliegenden Gemeinden informierten sich über den Projektstand. „Wichtig ist, dass keine zusätzlichen Castor-Behälter nach Lubmin kommen und sich die EWN an das gegebene Versprechen halten“, sagte der Lubminer Martin Wilczek. Auch Befürchtungen, das Estral könne eine Art Endlager werden, wurden geäußert. Insgesamt sei der Informationsprozess bislang aber sehr transparent gestaltet worden. „Ich denke auch, dass sich die Risiken überschaubar sind“, so der Arzt. Mit dem Bau des neuen Zwischenlagers werde die Sicherheit steigen, ist die Lubminerin Monika Joschwig überzeugt.

Mit dem monolithischen, freistehenden Stahlbeton-Bau will die EWN die nach 2011 bundesweit erhöhten Sicherheitsanforderungen für Atom-Zwischenlager erfüllen. Die 74 Castoren mit Brennelementen aus Lubmin, Rheinsberg, Karlsruhe und aus dem atombetriebenen Forschungsschiff „Otto Hahn“ sollen dort hinter 1,80 Meter dicken Wänden deponiert werden. Bislang liegt dieser Atommüll in der Halle des Zwischenlagers Nord (ZLN), das baulich mit den Bereichen für schwach- und mittelradioaktiven Abfall verbunden ist. Im Mai 2019 wurde der Neubau beantragt.

Neubau wird baulich auf 100 Jahre ausgelegt

Die Aufbewahrungsdauer der Castor-Behälter bleibt nach Angaben der EWN auf 40 Jahre ab Verschluss beschränkt. Doch Cordes betont auch, dass das Gebäude baulich auf 100 Jahre ausgelegt ist. „Wie lange die Castoren letztendlich hier liegen, hängt mit dem Bau eines Endlagers zusammen“, sagte er. Alle Bestrebungen, ein zentrales Endlager für den hochradioaktiven Abfall aus deutschen Atommeilern zu finden, sind bislang gescheitert. Im Frühjahr 2017 beschloss der Bundestag dafür das Standortauswahlgesetz. Eine Entscheidung wird für 2031 angestrebt.

Umweltauswirkungen werden untersucht

In einem nächsten Schritt zum Bau des Zwischenlagers erstellt der Atommülllager-Betreiber einen Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Die EWN gehen davon aus, dass es in der auf zwei bis drei Jahre begrenzten Bauphase zu Beeinträchtigungen durch Lärm und Staub kommen wird. Erhebliche Umweltauswirkungen, die den Bau verhindern können, erwartet das Unternehmen jedoch nicht. Nördlich des Neubaus liegen allerdings ein FFH- und ein Vogelschutzgebiet.

Die Grünen und der Umweltverband BUND kritisieren, dass in den Planungen für den 135 Meter langen Neubau keine heiße Zelle vorgesehen ist, in der – wenn erforderlich – defekte Atombehälter ferngesteuert durch Roboter geöffnet und neu verpackt werden können. Nach EWN-Angaben ist in den Planungen für den Neubau die Option für den späteren Einbau einer heißen Zelle vorgesehen.

Von Martina Rathke

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