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Greifswald Neues Einkaufszentrum am Bahnhof spaltet die Stadt
Vorpommern Greifswald Neues Einkaufszentrum am Bahnhof spaltet die Stadt
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00:00 30.04.2014
Greifswald

Die Pläne von Investor Jürgen Sallier für ein neues großes Einkaufszentrum spalten Greifswald. „Wir werden es nicht zulassen, uns von den CDU-Genossen das schöne Zentrum unserer Heimatstadt Greifswald kaputt machen zu lassen“, kommentiert Männermodenhändler Jens Krafczyk in einem Internetblog.

Denn wenn ein neues Zentrum am Bahnhof mit etwa 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehe, dann veröden die Innenstadt und Teile der Stadtteilzentren. Davon ist der Greifswalder Innenstadtverein, dem Krafczyk angehört, überzeugt. Und er findet Unterstützung in der Greifswalder Politik. Im Bauausschuss fiel das Projekt durch, nur die drei CDU-Vertreter waren dafür. Die für heute geplante Abstimmung über die KAW-Hallen in der Bürgerschaft wurde vertagt. Wie Bausenator Jörg Hochheim (CDU) gestern auf einer Podiumsdiskussion im Bürgerschaftssaal des Rathauses sagte, sei diese Entscheidung auf Wunsch des Investors getroffen worden. SPD und Grüne hatten zu der mit etwa 80 Teilnehmern gut besuchten Informationsveranstaltung eingeladen.

Die von Sallier angekündigte Ansiedlung von Edeka und Aldi wird auch von den Händlern akzeptiert. Bei allen anderen Geschäften gab es allenfalls eine punktuelle Annäherung und den Wunsch nach weiteren Gesprächen. Zusätzlich geplante Bekleidungsunternehmen des mittleren Preisniveaus, wie Takko, Jeansfritz und Deichmann, lehnt der Innenstadtverein weiter ab. Das Gutachten der Firma Cita zu den nach deren Recherche verkraftbaren Auswirkungen auf die bestehenden Geschäfte überzeugt ihn nicht. „Das Zentrum ist kein Problem für die Innenstadt und die anderen Stadtteilzentren“, fasste Cita-Expertin Carita Pech ihr Ergebnis zusammen.

Der Vorsitzende des Innenstadtvereins, Frank Embach, verwies dagegen auf bestehende Leerstände in allen Stadtteilen. Nach Schätzung der Händler werden in den nächsten Jahren 20 bis 35 Prozent des Umsatzes umverteilt. Schuld sind demnach nicht allein die Pläne Salliers. Auch der Internethandel setze der durch die großen Ansiedlungen auf der Grünen Wiese schon geschwächten Innenstadt zu, argumentiert der Innenstadtverein. Hier würden schon jetzt nur acht Prozent Anteil am Greifswalder Handelsumsatz erzielt.

Befürworter der Investition kamen auch aus dem Publikum. Dazu gehörte Anette Riesinger, Quartiersmanagerin der Fleischervorstadt. Die Bürger wünschten sich im Stadtteil mehrheitlich das Zentrum. Über dessen genaue Größe und die einzelnen Angebote könne man reden, so Sallier. Erneut lud er Greifswalder Geschäftsleute ein, sich zu beteiligen.

Auch in Sachen Verkehrsbelastung gab es keine wirkliche Annäherung. Viele Anwesende wie Bürgerschaftsvizepräsident Wolfgang Joecks (SPD) befürchten erhebliche Staus. Ihn und auch andere überzeugte das vorgelegte Verkehrsgutachten nicht.

Die KAW-Hallen

1863erhielt Greifswald einen Bahnanschluss. Im selben Jahr wurden die Eisenbahnwerkstätten eröffnet. Kurz danach entstanden die älteren Backsteinbauten an der Bahnhofstraße, die unter anderem von Polly Faber und dem Ballhaus Goldfisch genutzt werden. Die Bezeichnung KAW-Hallen steht für Kraftwagenausbesserungswerk-Hallen.
1906begann der Bau der Reparaturhallen mit den geschwungenen Dächern. Hier soll ein Einkaufsmarkt einziehen.



Eckhard Oberdörfer

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