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Greifswald Eugal-Protest friedlich beendet: Umweltaktivisten räumen Rohr
Vorpommern Greifswald Eugal-Protest friedlich beendet: Umweltaktivisten räumen Rohr
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16:33 16.05.2019
Ein Banner mit der Aufschrift "Nord Stream 2 verstopfen" hängt an einem Bauzaun in Wrangelsburg. Aktivisten haben auf der Baustelle ein Rohr der Eugal-Trasse besetzt. Quelle: Martina Rathke
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Wrangelsburg/Greifswald

Protest gegen den Bau der Gaspipeline Eugal: Unter dem Motto „Nord Stream 2 verstopfen“ hatten sich Umweltaktivisten in einem Rohr der Erdgas-Pipeline Eugal verschanzt und damit für den Klimaschutz protestiert. Mehrere Menschen krochen am frühen Donnerstagmorgen auf einer Baustelle bei Wrangelsburg in das Pipelinerohr, um die Bauarbeiten zu stoppen. Die Aktion wurde am Donnerstagnachmittag friedlich beendet, wie eine Polizeisprecherin sagte. Das Unternehmen Gascade hatte den Besetzern bei einem friedlichen Abzug versichert, keine juristischen Schritte gegen sie einzuleiten. „Wir sind froh, dass die Betroffenen auf das Angebot eingegangen sind“, sagte Gascade-Sprecher Reemt Bernert.

Durch die Eugal (Europäische Gas-Anbindungsleitung) soll russisches Erdgas aus der Ostseepipeline Nord Stream 2 über Mecklenburg-Vorpommern bis zur tschechischen Grenze fließen. „Es handelt sich um ein klimaschädliches Projekt, durch das der Verbrauch fossiler Brennstoffe über einen Zeitraum von 50 Jahren manifestiert wird“, begründete Luca Kruczynski, Sprecher der Gruppe „Climate Justice Greifswald“ den Protest. Die Aktivisten hatten sich mit Lebensmitteln und warmer Kleidung ausgerüstet und sich auf eine längerfristige Aktion eingestellt. „Wir haben mit unserer politischen Blockade die Bauarbeiten verzögern und damit ein Zeichen gegen durch Erdgas verursachte Klimaschäden setzen können“, sagte Kruczynski. Er wertete die etwa zehnstündige Aktion als Erfolg für den Klimaschutz.

Verantwortlich für den Bau der 480 Kilometer langen Eugal-Trasse ist das in Kassel ansässige Unternehmen Gascade. Der Pipelinebauer hatte die Bauarbeiten an der betroffenen Stelle nach der Besetzung abgebrochen und die Mitarbeiter ins verlängerte Wochenende geschickt. Das Unternehmen will als Konsequenz aus der Aktion nun prüfen, ob bestimmte Baustellen besser gesichert werden, sagte Bernert.

Sehen Sie hier Bilder von der Aktion

Nach Angaben des Bauleiters Sascha Kirmße handelte es sich bei dem besetzten Rohr um einen etwa einen Kilometer langen verschweißten Pipelineabschnitt. Um eine bessere Luftzirkulation im Rohr zu gewährleisten, wurde am anderen Rohrende der Verschlussdeckel entfernt und ein Lüfter montiert, wie Kirmße sagte. Zudem sei den Aktivisten ein Sauerstoffmessgerät übergeben worden.

*Diese Meldung wird fortlaufend aktualisiert.

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