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Greifswald Nordischer Klang mit über 40 Veranstaltungen in Greifswald
Vorpommern Greifswald Nordischer Klang mit über 40 Veranstaltungen in Greifswald
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17:19 26.04.2019
Funk, Salsa, Trip-Hop, Bossa Jazz: Das Obi Trio wird beim Festival Nordischer Klang am 5. Mai im Theater Greifswald auftreten. Quelle: Nordischer Klang e.V.
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Greifswald

Mehr als 2000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Island und Greifswald. Doch für hiesige Kulturfreunde kann diese große Entfernung am Freitag auf ein Nichts schmelzen. Denn die Vulkaninsel im Nordatlantik steht vom 3. bis 12. Mai im Fokus des Festivals „Nordischer Klang“. Eine ganze Reihe von isländischen Künstlern erobert, neben anderen, die Bühnen der Hansestadt.

Mit mehr als 40 Programmpunkten – darunter zahlreiche Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Filme und ein Kinderprogramm – bleiben die Organisatoren ihrem traditionellen Konzept treu, eine Vielzahl anregender Erlebnisse aus der Musik- und Kulturszene Nordeuropas zu präsentieren. Island sei dabei nicht nur das am weitesten entfernte Land, so Prof. Joachim Schiedermair, Vorsitzender des veranstaltenden Kulturvereins Nordischer Klang. „Es ist mit seiner Kultur wohl auch das exotischste unter den nordischen Ländern“, sagt er.

Einen ersten Geschmack dafür liefert die fünfköpfige Band Moses Hightower aus Reykjavik, die am Eröffnungsabend ein Potpourri aus Soul und Pop, gepaart mit sehr humorvollen Wortspielen, bietet. Festivalfans ist der Name nicht unbekannt: Die Stammbesetzung trat in Greifswald bereits 2012 auf und begeisterte das Publikum. Doch obwohl die Gruppe in ihrer Heimat seit Jahren Top-Platzierungen in den Charts belegt, ist sie auf dem europäischen Kontinent kaum zu erleben.

Musik auch aus anderen nordischen Ländern

Zudem dürfen sich die Konzertbesucher auf das Jakob Gunnarsson Trio freuen. Der Jazzpianist aus Island tritt mit Uele Carboni (Italien) am Bass und Nic Edinger (Deutschland) am Schlagzeug auf. Einen ganz anderen Stil wiederum bedient Klaki: Dahinter verbirgt sich das Soloprojekt des isländischen Künstlers Gisli Brynjarsson. In seiner Musik verschmelzen Electro- mit Indieklängen.

Doch der Nordische Klang 2019 bietet weitaus mehr an nordischer Musik: Frithjof Strauß, Künstlerischer Leiter des Festivals, freut sich beispielsweise „auf die Sami Sessions am 7. Mai mit zwei Acts aus Norwegen. Eine Musikszene, in der unheimlich viel passiert“, sagt der Skandinavist. Bereits im vorigen Jahr konnten Festivalbesucher einen Eindruck von der Tradition des Joiks erhalten – ein mit dem Jodler verwandter Gesang der Samen. Jetzt gibt es davon mehr, auch in Kombination mit weiteren Musikstilen. Zu Gast sein werden das Kajsa Balto Trio und die Sex Magick Wizards.

Greifswalder präsentieren Welterstaufführung

Einen spannenden Abend (4. Mai) versprechen darüber hinaus die Band Kalaha aus Dänemark, die wie eine „Kernschmelze aus Electro, Jazz und Weltmusik“ klinge, sowie Broen. Das norwegische Quintett um Frontfrau Marianna Røe begeistere aus einer „irren Melange aus New Wave, Pop, Hip Hop und Jazzavant“. Ein weiteres Doppelkonzert steht unter dem Titel „Global Songs“ (5. Mai): Das Obi Trio wirkt auf den ersten Blick wenig nordisch; unter diesem Namen haben sich doch 2018 drei Brasilianer in Estland zusammengefunden. In ihrem Gepäck transportieren sie so ziemlich alles, was man mit brasilianischer Musik in Verbindung bringt: Funk, Salsa, Bossa Jazz und Samba Soul. Der zweite Act, das senegalesisch-schwedische Duo Sousou & Maher Cissoko, steht für rhythmische Energie von Reggae, Folk, Soul und Jazz.

Doch auch Greifswalder werden das Festival bereichern: Das Universitäts-Sinfonieorchester präsentiert mit einem Melodram von Frederic Delius eine Welterstaufführung. Zudem wird sich Lunds Bläserquintett mit einem Ensemble aus Greifswalder Musikschullehrern zusammentun.

Autor Johan Harstad kommt zur Lesung

Neue Interpreten, andersartige Musik, überraschende Klänge. „Wir wollen kein Spartenfestival sein, sondern ermutigen, auch mal etwas anzuhören, das nicht im Zentrum des eigenen Musikgeschmacks liegt“, sagt Festivalchef Joachim Schiedermair. Zudem ermuntere das Veranstalterteam, auch die Ausstellungen – etwa mit Fotos von der Vulkaninsel – oder Lesungen zu besuchen. Wärmstens legt Schiedermair Interessenten den 1200 Seiten starken Roman „Max, Mischa & die Tet-Offensive“ ans Herz. Der Autor Johan Harstad gehöre zu den originellsten und unterhaltsamsten Schriftstellern der norwegischen Gegenwartsliteratur. Er wird am 8. Mai aus seinem Buch in der Stadtbibliothek lesen.

Insgesamt erwartet das Kulturfestival, das mit einem Budget von rund 100 000 Euro haushaltet, wie in den Vorjahren um die 8000 Besucher. Unterstützt wird es von zahlreichen Förderern, allen voran die Universität Greifswald und das Land MV. Ein Team von Studierenden des Instituts für Fennistik und Skandinavistik helfe nicht nur beim Festivalmanagement, sondern zeichne sich jedes Jahr auch bei der Betreuung von Künstlern und weiteren Gästen vor Ort aus, wertschätzt Schiedermair das Engagement. Zum Eröffnungsabend werden prominente Gäste erwartet, darunter der Botschafter Islands. Die isländische Premierministerin Katrin Jakobsdóttir, die gemeinsam mit Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes MV, die Schirmherrschaft in diesem Jahr übernommen hat, werde eine Videobotschaft übermitteln, verrät Frithjof Strauß.

In Greifswald findet vom 3. bis 12. Mai das 28. Festival Nordischer Klang statt.

Petra Hase

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