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Greifswald Zeitreisemobil erfüllt Herzenswünsche
Vorpommern Greifswald Zeitreisemobil erfüllt Herzenswünsche
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14:30 30.11.2019
Die Männer mit dem Helfer-Gen: Klaus-Dieter Hoddow, Klaus-Thomas Kurth und Steve Henschel engagieren sich für das Zeitreisemobil Quelle: Martina Rathke
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Greifswald

Knopf im Ohr, Tattoos auf der Haut und ein großes Herz in der Brust: Steve Henschel arbeitet in der Gießerei Torgelow. Doch richtig glücklich macht es ihn, wenn der ehrenamtliche DRK-Helfer andere Menschen glücklich machen kann. Seit einem Jahr ist der 35-Jährige mit dem Zeitreisemobil auf Vorpommerns Straßen als Wünscheerfüller unterwegs, der schwer kranken Menschen eine Herzensangelegenheit möglich macht, die sie sich in ihrer letzten Lebensphase nicht mehr erfüllen können.

Er und seine Mitstreiter Klaus-Dieter Hoddow und Klaus-Thomas Kurth bringen die Menschen zu Orten, die sie noch einmal sehen, zu Verwandten, die sie noch einmal treffen wollen. „Das Leuchten in den Augen des Gastes zu sehen, weil man ihm einen besonderen Wunsch erfüllt, der Händedruck zum Abschied, das lässt einen nicht mehr los“, so Klaus-Dieter Hoddow.

Reisen mit ganz besonderem Wert

Einmal noch ans Meer, einmal noch zum Konzert ins Theater, einmal noch die kranke Schwester in einer anderen Stadt besuchen: Für gesunde Menschen mögen solche Tagesreisen keine große Bedeutung haben, für Menschen in ihrer letzten Lebensphase bekommen sie einen ganz besonderen Wert. „Oftmals trauen sich Angehörige eine solche verantwortungsvolle Reise nicht mehr zu. Oder der schwer kranke Mensch hat keine Angehörigen, die ihm eine solche Reise ermöglichen“, erklärt die Präsidentin des DRK-Kreisverbandes Uecker-Randow, Monika Buse, die Idee hinter dem vom Landkreis ausrangierten und zum Zeitreisemobil umfunktionierten Krankentransportwagen. Krankenkassen übernehmen nur die Transporte zu Behandlungen.

Frau standen die Tränen in den Augen

Auf der ersten Tour fuhren die Wünscheerfüller einen Tamara-Danz-Fan nach Schwedt zu einem Musical über die Frontfrau der Gruppe Silly. Im April überraschte das Team eine 56-jährige an Krebs erkrankte Frau aus Rothenklempenow. Es ging zu einem Max-Raabe-Konzert nach Hamburg. Ein Traum, den sich die Frau unbedingt noch erfüllen wollte. „Das Hospiz hatte die Eintrittskarten spendiert. Der Frau standen die Tränen in den Augen, als sie von der Überraschung erfuhr“, so DRK-Mitarbeiter Roland Wegner. Fünf Wochen nach dem Ausflug verstarb die Frau. Klaus-Dieter Hoddow, der das Zeitreisemobil damals nach Hamburg lenkte, ist noch heute beeindruckt, welche Kräfte die Frau für diese Reise mobilisierte.

Spenden für das Zeitreisemobil

Wenn Sie anderen Menschen einen Herzenswunsch erfüllen und das Projekt Zeitreisemobil unterstützen wollen, überweisen Sie bitte Ihre Spende unter Angabe Ihres Namens an das OZ-Spendenkonto bei der Sparkasse Vorpommern  Empfänger: ZeitreisemobilVerwendungszweck: Spende OZ-WeihnachtsaktionIBAN: DE 35 1505 0500 0112 2475 55

Ex-Fußballer erlebt Gänsehautmoment

In besonderer Erinnerung ist den Helfern auch ein 55-jähriger Mann, der ebenfalls im Hospiz lebte und dem die Zeitreise-Fahrer einen Besuch seines alten Fußballvereins in Wesenberg ermöglichten. Der Mann war über viele Jahre Torwart bei Union Wesenberg. „Regulär sollte bei unserem Besuch eigentlich die Jugendmannschaft spielen“, erzählt Steve Henschel. Doch die Jungs mit dem Helfer-Gen riefen beim Verein an, der tatsächlich die Altherrenmannschaft zusammentrommelte, für die der Mann einst so viele Tore gehalten hatte. Ein Gänsehautmoment! „Da standen auch mir die Tränen in den Augen“, erinnert sich Henschel.

Es braucht Geld, um Herzenswünsche zu erfüllen

Hunderte Kilometer hat das Zeitreise-Team in den vergangenen Monaten zurückgelegt und es will auch noch stärker als bislang Wünsche in Greifswald und auf der Insel Usedom erfüllen. Das Fahrzeug, dessen Tacho bereits über 341 000 gefahrene Kilometer zeigt, müssen die Wünscheerfüller deshalb auch immer hegen und pflegen. „Doch einmal half auch das Streicheln nicht“, erinnert sich DRK-Mitarbeiter Roland Wegner. Beim Fahrzeugcheck am Vorabend einer Wünschetour, bei der ein goldenes Hochzeitspaar noch einmal den Hafen von Ueckermünde sehen wollte, bemerkte der Fahrer einen Federbruch an der Vorderachse. Zum Glück sprang eine Behindertenwerkstatt mit ihrem Fahrzeug ein und rettete dem Goldpaar damit die Feier.

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Greifswald/Usedom: Zeitreisemobil erfüllt Herzenswünsche

Doch genau diese aufreibenden Situationen will das Team künftig vermeiden. „Ein neuer Wagen wäre natürlich Bombe“, so Wegner. Ein Traum, der für die Helfer noch in weiter Ferne steht. Vorpommersch bodenständig geht es erst mal um die kleineren Dinge. „Eine wohnlichere Innenausstattung, ein fest installiertes Sauerstoffgerät mit Druckminderer und ein Einbaukühlschrank für Medikamente oder im Sommer zur Kühlung von Getränken würden uns sehr glücklich machen“, sagt DRK-Präsidentin Monika Buse. Ja, und vor allem braucht es Geld, um den Gästen des Zeitreisemobils ihre Herzenswünsche zu finanzieren. Wenn Sie jemanden kennen, den das Zeitreisemobil an einen Sehnsuchtsort bringen sollte, melden Sie sich unter greifswald@ostsee-zeitung.de.

Von Martina Rathke

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