Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Diskussion eröffnet: Ist der Stadtwerke-Strom grün genug?
Vorpommern Greifswald Diskussion eröffnet: Ist der Stadtwerke-Strom grün genug?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Zu einer „Stromwechselparty“ im St. Spiritus kamen rund zehn Personen, um sich bei Luca Kruczynski (links) über die Energiewende und Ökostrom zu informieren. Quelle: Christopher Gottschalk
Anzeige
Greifswald

Für mehr Ökostrom in deutschen Netzen: Greifswalder Aktivisten werben für den Umstieg auf Ökostromanbieter. Zu diesem Zweck haben sie einen Fonds gegründet. Ein Stromanbieter aus Baden-Württemberg zahlt pro Kilowattstunde zwischen 0,5 und 2 Cent ein. Am Ende eines Jahres werden damit Projekte im Bereich Erneuerbare Energien gefördert.

Die Aktivisten werben für den Wechsel, weil Stromkunden zum neuen Jahr mehr zahlen müssen. Damit haben sie ein Sonderkündigungsrecht, dass nach der Idee von Luca Kruczynski vom Aktionsbündnis „ClimateJustice Greifswald“ (CJG, deutsch: Klimagerechtigkeit Greifswald) auch Greifswalder nutzen sollten. Kritik richtet sie auch direkt an die Stadtwerke Greifswald, weil die Teil des Problems seien.

Das Grundproblem sieht so aus: Der Strom für das deutsche Netz wird in einen „Stromsee“ eingespeist. In diesem See ist Strom aus allen Quellen: Von Windkraft bis Braunkohle. Heißt: Wer Ökostrom bestellt, bezahlt zwar für grüne Energie, bekommt aber Strom aus Kohle in die Steckdose. „Die Frage ist also auch: Wie kann ich mit meiner kleinen WG das Ziel Klimaverträglichkeit unterstützen?“, sagt Luca Kruczynski. Die Lösung präsentierte sie auf einer „Stromwechselparty“ im Soziokulturellen Zentrum St. Spiritus Mitte Dezember. Je mehr Leute grünen Strom bestellen, desto größer wird deren Anteil am Stromsee. Ist der See „grün“ ist die Energiewende auf dem Strommarkt geschafft.

Was haben die Stadtwerke Greifswald damit zu tun? Schließlich können Kunden dort bereits den „Greifenstrom Natur“ bestellen. „Der Kunde „erhält 100 % Ökostrom aus erneuerbaren Energien. Der Ökostrom wird mittels Wasserkraft in Nordeuropa produziert“, sagt Stadtwerkesprecherin Steffi Borkmann. Da der Strom aus Nordeuropa stammt, ändert er jedoch nichts am deutschen Strommix. Insgesamt beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix der Stadtwerke 56,2 Prozent. Ein Viertel ist Kohleenergie, der Rest stammt aus Kernkraft und Erdgas.

„Gerne sind wir bereit, mit euch Gespräche zu eröffnen“, sagt Martin Henning, Marketingmitarbeiter der Stadtwerke. Er war privat auf der „Stromwechselparty“, sprach aber aus der Sicht des Stadtwerke-Mitarbeiters. Dass die Stadtwerke Ökostrom einkaufen, ließe sich nicht vermeiden, beispielsweise bei der Belieferung großer Unternehmen. „Wir haben eine Beteiligung an fünf Windkrafträdern. Mehr Geld haben wir nicht zur Verfügung“, sagt Hennig. Die Geschäftsführung der Stadtwerke will zu der Veranstaltung hingegen keine Aussage treffen, teilt Stadtwerke-Sprecherin Steffi Borkmann auf OZ-Nachfrage mit.

„Echten“ Ökostrom definieren die Aktivisten unter anderem so, dass keine Konzerne aus der Kohle- oder Atombranche Eigentumsanteile an Stromanbietern halten und dass Erzeugungsanlagen zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien schaffen.

Lesen Sie hier mehr: Stromanbieter in MV erhöhen ihre Preise.

Der Fonds heißt „Greifswalder Solidarfonds für Klimagerechtigkeit & Transformation“. Das Besondere: Jeder kann abstimmen, in welche Projekte das Geld fließt. Der Fonds ist angesiedelt bei der „Klimaschutz+ Stiftung“, die mit dem baden-württembergischen Stromanbieter kooperieren. Aktuell verwaltet sie 32 Bürgerfonds, heißt es auf der Internetseite.

Nach wenigen Tagen sind 39 Euro im Topf des Greifswalder Fonds.

Lesen Sie hier mehr über Stromspartipps.

Lesen Sie mehr: Die Strompreise in MV gehören zu den höchsten der Welt.

Christopher Gottschalk

Einen Tag vor dem Heiligen Abend verlor Putbus bei einem Brand das erste Mal sein Schloss. Fürst Wilhelm Malte II. kommandierte selbst die Löscharbeiten.

25.12.2018

Entgegen gängiger Annahmen war Bogislaw X. und nicht Philipp I. Bauherr des Schlosses, schreibt eine Professorin

25.12.2018

Carl Otto Wienholz (1855-1935) war eine Instanz in Wolgast. Der Schneider-Obermeister bekleidete in der Stadt am Peenestrom mehrere wichtige Ehrenämter und stand hier lange Zeit auch den Turnern vor.