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Ostvorpommern Asta-Chefin über Arndt: „Wir bleiben neutral“
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Asta-Chefin über Arndt: „Wir bleiben neutral“
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00:05 22.12.2017
Die 27-jährige Soraia Querido Ferreira im Büro des Asta, wo Studierende sich beraten lassen können. Momentan wird das Angebot allerdings kaum genutzt. Quelle: Foto: Christopher Gottschalk
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Greifswald

Soraia Querido Ferreira (27) ist seit November Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität Greifswald. Im OZ-Interview erklärt die Biochemiestudentin, wie viel Zeit das Amt fordert und wie der Asta zum Namensstreit steht.

Wie positioniert sich der Asta in der Namensdebatte?

Soraia Querido Ferreira: Wir haben keine Meinung, die wir nach außen vertreten. Wir freuen uns über die Urabstimmung der Studierenden im Januar, die das Stupa beschlossen hat, und raten jedem Studierenden, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Als Asta bleiben wir neutral, weil die Studierendenschaft bezüglich des Themas gespalten genug ist. Die endgültige Entscheidung trifft der Senat.

Plant der Asta Informationsveranstaltungen zum Thema?

Es gibt schon genug Plattformen, die darüber informieren. Man könnte darüber diskutieren, eine neutrale Infoveranstaltung mit einem Vortrag über die möglichen Pro- und Kontraargumente zu machen, jedoch wird das vor der Urabstimmung kaum möglich sein, da der Asta im Moment viel zu tun hat.

Der Asta repräsentiert die 9500 Studierenden und wird vom Studierendenparlament ernannt, das jedoch nur rund zehn Prozent wählen. Warum interessieren sich so wenige für die Wahlen?

Vielleicht gehen so wenige wählen, weil die Wahlen im Januar und damit in der Klausurzeit stattfinden. Man muss in Zukunft die Bedeutung der Hochschulpolitik stärker hervorbringen. Die Wahlleitung kümmert sich darum, dass die Bedeutung bekannter wird. Es gibt Themen, die die Studierendenschaft stark interessieren, wie die Namensdebatte und die Zwangsrücklagen, die gebenenfalls zu Kürzungen von Stellen an der Universität führen. Vor Kurzem gab es auch einen Facebookpost mit der Frage, welche Referenten und Referentinnen sich die Studierendenschaft für die 24-Stunden-Vorlesung wünscht. Das kam sehr positiv an, die Leute fühlten sich angesprochen.

Welche Probleme der Studierenden will der Asta lösen?

Eine Aussage darüber kann ich leider nicht treffen, da unser Beratungsangebot momentan zu wenig genutzt wird. Ich würde aber gerne im neuen Jahr eine Umfrage starten und habe schon mit unserem Referenten für Soziales geredet, dass man engeren Kontakt zu Nightline, dem Zuhör- und Informationstelefon von Studierenden für Studierende aufbauen sollte, da diese einen direkteren Kontakt haben.

Probleme, die mir im Laufe meines Studiums beziehungsweise der Arbeit im Asta aufgefallen sind, sind ein Mangel an Tutorien, die die Studierendenschaft durch Mittel aus der Wohnsitzprämie finanzieren kann, ein zu kleines Kursangebot für den Hochschulsport, weil die Kurse oft nach kurzer Zeit ausgebucht sind, Vorlesungen am Tag der Vollversammlung und das Essensangebot in der Mensa.

Welches Thema hat Sie bewogen, in die Hochschulpolitik zu gehen?

Mich hat kein spezielles Thema dazu bewogen, in die Hochschulpolitik zu gehen, sondern der persönliche Antrieb, mich ehrenamtlich und für die Studierenden zu engagieren, da ich hier eine schöne Zeit habe als Studierende und das auch für andere möchte.

Der Asta-Vorsitz wurde monatelang kommissarisch geführt. Anscheinend interessieren sich kaum Studierende für diesen Posten. Können Sie garantieren, dass Sie bis zum Ende der Amtszeit im April bleiben?

Bis zum Ende der Legislatur nehme ich meine Pflichten auf jeden Fall wahr. Das Referat ist aber physisch und psychisch belastend und zum Teil mit wenig Anerkennung verbunden. Mein Ziel ist es, zukünftig klar zu machen, wie viel Aufwand und Pflichten man als Vorsitzender hat, aber auch, was die schönen Seiten sind und dass man keine Angst zu haben braucht. Man muss das richtig vermitteln.

Wie viele Stunden investieren Sie pro Woche und was finden Sie psychisch und physisch anstrengend?

Wenn keine Asta-Veranstaltungen sind, schätze ich 25 bis 40 Stunden, wenn die Ersti-Woche stattfindet, können es auch bis zu 60 Stunden sein. Psychisch ist es eine Herausforderung, da man für mehrere Leute gleichzeitig verantwortlich ist, vieles im Auge behalten und vor mehreren Leuten sprechen können muss. Außerdem muss man den Mut haben, über sich hinaus wachsen zu wollen beziehungsweise, wenn man scheitert, weiter zu machen. Dazu kommen der ganz normale Alltags- und Studiumsstress. Zum Glück hat man aber über die Uni die Möglichkeit, eine Regelstudienzeit- und Bafög-Verlängerung zu beantragen, sodass im Endeffekt das Studium nicht darunter leiden muss – vorausgesetzt, man kann sich gut organisieren. Physisch ist es in der Ersti-Woche anstrengend, weil man viel unterwegs ist. Da muss man einen guten Ausgleich für sich finden. Zum Entspannen hilft mir Yoga.

Studieren Sie wegen des Engagements beim Asta länger?

Ich werde eine Regelstudienzeitverlängerung beantragen müssen und werde voraussichtlich, wenn mit der Laborarbeit für den Master alles gut funktioniert, ein Semester länger studieren.

Das wird auf Asta-Sitzungen beschlossen

Der Asta führt Beschlüsse des Studierendenparlaments aus. Er fasst aber auch eigene. Eine Auswahl:

1. Der Termin der 24-Stunden-Vorlesung wird auf den 16. und 17. November verschoben.

2. Der Asta führt eine Umfrage zur Wirkung der Plakate gegen Essenverschwendung in den Mensen digital durch.

3. Das Schild am Asta-Büro wird erneuert.

4. Der Asta unterstützt die Begrüßungsveranstaltung für die neue Vorsitzende des Fremdsprachen- und Medienzentrums nicht mehr.

5. Der Umbau des Studentenclubs Kiste wird mit bis zu 225 Euro gefördert.

Christopher Gottschalk

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