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Ostvorpommern Biber: Es nagen immer mehr
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Biber: Es nagen immer mehr
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00:00 28.05.2013
Klaus Ledderhos zeigt, wie die Biber am Ryckufer in Greifswald die Bäume abnagen. Quelle: P.Binder
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Zinnowitz

Der Biber ist auf dem Vormarsch. Immer öfter wird das größte eurasische Nagetier an Stellen gesichtet, die eigentlich nicht sein natürliches Zuhause sind.

Wie Dietmar Weier, Sach- gebietsleiter bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald sagte, werde der Biber — eine besonders geschützte Art — mittlerweile nicht nur in seinen optimalen Revieren wie dem Peenetal gesichtet, sondern auch in Binnengräben, im Ryck, im Kölpinsee auf Usedom, bei Peenemünde, in der Ziesenie- derung, am Brebowbach und in der Swinow. Grund für die enorme Verbreitung des Bibers sei ein Populationsdruck, nachdem das Tier Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausgestorben war.

Klaus Ledderhos, Vorsitzender des Seesportclubs Greifswald, hat die Biber hautnah in Aktion erlebt. Auf dem Gelände des Seesportclubs habe der Vierbeiner wie am ganzen Ryckufer seine Spuren hinterlassen. Vor allem die jungen Birken haben es dem Nager angetan. Ledderhos weiß, dass der Biber geschützt ist, befürchtet aber, dass wegen der vielen Tiere schon bald am Flussufer kein Baum mehr steht.

Weier versteht zwar die Sorge um die ständig wachsende Anzahl von Bibern, macht aber unmissverständlich klar, dass es wegen des besonderen Schutzes des Tieres strengstens verboten ist, den Biber zu jagen und seine Behausungen zu zerstören. „Biberburgen oder auch die errichteten Dämme dürfen nicht einfach zerstört werden“, sagt Weier. Die Naturschutzbehörde des Kreises muss dazu immer ihr Einverständnis geben, sonst mache man sich strafbar, stellt er klar. Das sei auch im Paragraph 44 des Bundesnaturschutzgesetzes festgeschrieben. Er rät bei Problemen mit den Tieren, sofort seine Behörde anzurufen. „Niemals selbst etwas gegen Biber unternehmen. Wir ahnden das unnachgiebig.“

Christian Breithaupt von der Unteren Naturschutzbehörde erläutert, dass der Biberbau, auch Burg genannt, als Fortpflanzungsstätte ebenso geschützt werde, wie die Tiere selbst. „Gleiches gilt für die Biberdämme, mit denen der Wasserhaushalt in der Burg reguliert wird. Der Eingang in die Burg muss in jedem Fall unter der Wasseroberfläche liegen“, erklärt er. Das gehe leider nicht ohne Konflikte ab, so Breithaupt. So würden immer wieder Landwirte über die Vernässung ihrer an die Flüsse angrenzenden Wiesen oder Äcker klagen. „Wir versuchen dann, einen Kompromiss zu finden“, meint Sachgebietsleiter Weier. Das können sogenannte Bibertäuscher sein — Drainagerohre, die in die Dämme eingelassen werden.

Breithaupt, der sich intensiv mit den Bibervorkommen beschäftigt, sagt, dass es im Küstenbereich auf Usedom noch relativ ruhig zugeht, obwohl bereits Tiere im Achterwasser gesichtet wurden.

Allerdings weiß sein Kollege Christian Hildebrandt, dass Biber in einem öffentlichen Graben an der Bundesstraße 111 mit dem Burgenbau begonnen hatten. „Zum Glück wurde das rechtzeitig bemerkt, bevor die Burg fertig war. So konnten wir als Naturschutzbehörde einschreiten. Wenn der Graben angestaut worden wäre, hätte es fatale Folgen für Zinnowitz gehabt. Der halbe Ort wäre abgesoffen“, erklärt Hildebrandt.

Biber
5000 Biber und mehr vermuten die Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Cornelia Meerkatz

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