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Ostvorpommern Greifswalder ist Fan der Weltfestspiele der Jugend
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Greifswalder ist Fan der Weltfestspiele der Jugend
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00:00 30.12.2017
Eine junge Mongolin zeigt Uwe Durak, wie man ein Selfie mit einer Hand macht. FOTOS (2): SAMMLUNG UWE DURAK
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Greifswald

Wenn der Greifswalder Uwe Durak von den Weltfestspielen der Jugend und Studenten erzählt, leuchten die Augen. Zum Besuch in der OZ-Redaktion kommt der 64-Jährige mit Jacke, Mütze und Abzeichen, die er bei der neuesten Auflage dieser Treffen im Oktober 2017 in Russland, in Sotschi, bekommen hatte. Der Vorsitzende des Vereins der Bücherfreunde hatte sich erfolgreich als Silber-Volunteer (freiwilliger Helfer über 35) beworben, war dank sehr guter Englisch- und Russischkenntnisse an einem Informationsstand aktiv. Durak hat 1971 bis 1977 in Moskau studiert, die Sowjetunion beziehungsweise Russland ist seine zweite Heimat. Er war ein gefragter Gesprächspartner. Sogar fürs Fernsehen wurde Durak interviewt. „Mit einer Art Karnevalparade auf dem Roten Platz in Moskau ging es los", erzählt er. 14 Tage positiver Stress folgten.

Uwe Durak war 1973 beim „Woodstock des Ostens“ in Berlin dabei / Jetzt nahm er als Silber-Volunteer in Sotschi teil

Duraks Teilnahme hat eine Vorgeschichte. Im Jahre 1973 begrüßte die Jugend der DDR die Jugend der Welt, wie es damals hieß, zu den zehnten Weltfestspielen der Jugend Studenten in Berlin. Durak war Delegierter. Acht Millionen Menschen sollen teilgenommen haben. 25600 Gäste aus 140 Staaten nennt die Statistik. Auch aus der Bundesrepublik kamen mehrere Hundert Vertreter linker Gruppen. Auf 95 Bühnen gab es Beat- und Rockmusik und Lieder von Singeklubs der FDJ. Es war das „Woodstock des Ostens“. Zumindest für diejenigen, die nicht gegen den Strom schwammen und darum nicht den Repressalien der „größten Polizeiaktion in der DDR seit dem 17. Juni 1953“ (so das Wochenmagazin Der Spiegel) ausgesetzt waren. Durak hat die amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis und den Palästinenserführer Yassir Arafat erlebt. Antiimperialistischer Befreiungskampf, Einsatz für den Frieden, Solidarität mit dem Chile des Sozialisten Salvador Allende und dem kommunistischen Kuba, dahinter steht er bis heute. Auch wenn die Solidarität statt Chile nun Venezuela gilt. Alle acht Weltfestspiele nach Berlin hat der Greifswalder genau verfolgt.

Sotschi hat seine Hoffnung bestärkt, dass die Ideen von 1973 Zukunft haben. Die Tage in Russland hätten aber zwei Gesichter gehabt. Es gab eine „rote Zone“ und die Werbung für Russland, das sich als weltoffenes Land präsentieren wollte und für sich warb. Unternehmer des Landes unterstützten das Festival äußerst großzügig. Schon im Vorfeld kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem linksorientierten Weltbund der demokratischen Jugend, dem Träger der Weltfestspiele, und der Regierung um Inhalte. Für Durak stehen aber die vielen beeindruckenden Begegnungen mit den jungen Menschen aus aller Welt im Mittelpunkt seines Erlebens.

Info: Für immer jung: Sotschi 2017, Bildervortrag von Uwe Durak". 24. Januar 14 Uhr, Makarenkostraße 18.

Eckhard Oberdörfer

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