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Ostvorpommern Strand Ludwigsburg ist nur noch Seegras
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Strand Ludwigsburg ist nur noch Seegras
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01:22 24.03.2015
Gras statt Sand: Der Strand von Ludwigsburg hat ein natürliches Problem. Quelle: Sven Jeske
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Ludwigsburg

Seegrasplage am Naturstrand von Ludwigsburg. Hier gibt es kaum noch einen Flecken Sand. Stattdessen müssen Ausflügler durch eine teils wadentiefe mehr oder weniger trockene Krautschicht waten, wollen sie direkt am Wasser sein.

Kilometerweit bedecken die angeschwemmten Pflanzen das Ufer. Ärgerlich für die Gemeinde Loissin, die für die Gegend zuständig ist. Da Seegras nur mit einer kostspieligen Vorbehandlung entsorgt werden darf und sein Aufbringen auf die Felder inzwischen verboten ist, hat die 600-Seelen-Kommune ein handfestes Problem. „Wir wissen nicht, wohin damit“, räumt Bürgermeister Detlef Sadewasser ein.

Insgeheim hofft er, dass ein Teil des Grases mit dem nächsten Hochwasser davongespült wird. Auch könnte man das Zeug mit einem Trecker zurück ins Wasser schieben. Das Problem wäre damit nicht aus der Welt. Schon mit dem nächsten Nord- oder Nordoststurm käme das Gras zurück.

„Die großen Ostseebäder“, weiß Detlef Sadewasser, „verfügen über eine Maschine, die Seegras aufnehmen kann. Unsere Gemeinde hat so eine Maschine leider nicht.“ Abgesehen davon sei bislang unklar, ob und wo das Seegras irgendwo im Gemeindegebiet abgeladen und gelagert werden könnte. Das möchte Sadewasser demnächst mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abklären.

Sybille Jastrow ist mit im Boot. Die Geschäftsführerin des Loissiner Campingplatzes hat großes Interesse an einer dauerhaften Lösung des Seegrasproblems. Denn auch der kleine Strand „ihres“ Camps ist von Mal zu Mal betroffen. „In diesem Jahr ist es besonders schlimm“, findet Jastrow. Im Sinne der Urlauber und Ausflügler sei es wichtig, „dass der Strand wieder ein Strand wird“. Jastrow glaubt nicht mehr an die selbstreinigende Wirkung der Natur. Dazu liege inzwischen viel zu viel Gras herum. „Keine Frage, das muss beräumt werden. Ich hoffe, dass wir schnell eine Lösung finden und wieder Ordnung schaffen können.“

Der Abfall aus dem Meer gilt als Sondermüll, da er extrem schwer verrottet und auch nicht brennt. Wie teuer seine Entsorgung sein kann, hat die Seebadgemeinde Lubmin vor drei Jahren erfahren. Da, erinnert sich ihr Bürgermeister Axel Vogt (CDU), habe es „zwei erhebliche Einsätze“ gegeben, die die Kommune mehrere Tausend Euro kosteten. Soviel Geld müsste wohl auch die Gemeinde Loissin einplanen, wollte sie die grüne Plage als Sonderabfall deponieren lassen. Das aber widerstrebt nicht nur Bürgermeister Detlef Sadewasser. Er und andere setzen auf eine kostengünstige Abfuhr und Lagerung. Ob es die geben kann, soll demnächst in Gesprächen mit der Unteren Naturschutzbehörde geklärt werden. Sollte es keine kostengünstige Entsorgungsmöglichkeit geben, käme der Naturstrand von Ludwigsburg wohl nie mehr richtig in Ordnung. Was wiederum schade wäre, gilt er doch als beliebtes Erholungsgebiet nicht nur vieler Greifswalder.

Das Grün aus der Tiefe
Das Seegras wächst in Tiefen von bis zu zehn und mehr Metern. Im Herbst stirbt es ab und wird an den Küsten angespült. Es brennt nicht und verrottet schlecht. Das macht das Gras zu einem perfekten Dämmmaterial. Auf der Insel Læsø im Norden Dänemarks wird Seegras seit Jahrhunderten benutzt, um Hausdächer zu decken. Vor dem Erdölboom wurde Seegras auch in Deutschland verarbeitet, etwa für Polster und Matratzen.



Sven Jeske

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